Zahl der Atommüll-Transporte in Duisburg fast verdoppelt

Foto: WAZ Jürgen Metzendorf
Was wir bereits wissen
Die Zahl der Atommüll-Transporte in Duisburg hat sich im Vorjahr fast verdoppelt. Die beförderte Menge allerdings schrumpfte erheblich.

Duisburg.. Die Zahl der Atommüll-Transporte von und zu der Konditionierungsanlage der GNS in Wanheim hat sich im Vorjahr fast verdoppelt: 133 Transporte gab es im Jahr 2015 über den Schienen- und Straßenweg, 2014 waren nur 73 Transporte. Das geht aus einer Liste hervor, die die Landesregierung gestern auf eine Anfrage des Abgeordneten Hanns-Jörg Rohwedder (Piraten) veröffentlicht hat. Die transportierte Menge an radioaktiven Stoffen allerdings ist stark rückläufig: Im vergangenen Jahr waren es rund 630 Tonnen, in 2014 dagegen mehr als 1000 Tonnen. Die meisten Stoffe kamen aus dem Abfalllager Gorleben oder von deutschen Kernkraftwerken. der größte Abtransport ging im April ins Zwischenlager Ahaus. Aber auch Transporte in die Niederlande, nach Frankreich und über den Hafen in die USA sind gelistet.

Rohwedder hält die Daten nicht für ungewöhnlich: „Die Zahlen schwanken, an anderen Standorten wie in Gronau ist es umgekehrt: Weniger Transporte, dafür mehr Mengen.“ Für Kerstin Ciesla, stellvertretende BUND-Vorsitzende, ist die Einhaltung der Zusagen entscheidend: „Der Standort soll 2017 aufgegeben werden, damit müssten auch die Transporte auslaufen.“ Zwei Jahre benötige die GNS für den Rückbau. Genehmigt ist der Standort allerdings bis 2022.