Loveparade
Wulff verteidigt Ruhrgebiet gegen Pauschalkritik
01.08.2010 | 08:51 Uhr 2010-08-01T08:51:00+0200
Berlin.Nach der Loveparade-Tragödie sieht Bundespräsident Wulff alle in der Verantwortung für die Duisburger. Zugleich warnt er im Interview mit der WAZ-Mediengruppe davor, mit dem Finger auf das Ruhrgebiet zu zeigen.
Nach der Ersthilfe für die Opfer der „Loveparade“ muss nach Ansicht von Bundespräsident Christian Wulff eine langfristige Unterstützung organisiert werden. Im Gespräch mit der WAZ-Mediengruppe nannte er als Beispiele einen Hilfsfonds und die Einsetzung eines Ombudsmannes.
„Wir alle haben jetzt eine Verantwortung für die Duisburger“, sagte Wulff. Der Bundespräsident warnte davor, mit dem Finger auf das Ruhrgebiet zu zeigen: „Eine Katastrophe hat doch nichts mit der Frage zu tun, wo etwas stattfindet, sondern wie.“ Bereits Mitte September will Wulff wieder Duisburg besuchen. „Wir werden uns noch einmal denjenigen zuwenden, für die gemeinsame Trauer und Zuspruch tröstend sind“, sagte der Bundespräsident. Zugleich würdigte Wulff die Rede von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft bei der Trauerzeremonie am Samstag: „Auch eine Politikerin muss in einer solchen Situation ihre Emotionen nicht verstecken.“
„Nicht einer allein verantwortlich“
Der Bundespräsident erinnerte daran, dass im Vorfeld der Loveparade im Internet vor einer Katastrophe gewarnt worden sei. „Auch solche Frühwarnsysteme müssen in Zukunft bei den Verantwortlichen die Alarmglocken läuten lassen“, forderte er. Wer beim Loveparade-Unglück in Duisburg Fehler gemacht habe, „sollte dafür auch die Verantwortung übernehmen“. Er könne verstehen, dass die Menschen nach Schuldigen suchen. Als Staatsoberhaupt sei er aber „kein oberster Richter“. Duisburgs Oberbürgermeister Sauerland (CDU) habe für sich beschlossen, das Ergebnis der Ermittlungen abzuwarten, erinnerte Wulff. Er fügte hinzu: „Wir alle wissen, dass auf jeden Fall nicht einer allein verantwortlich ist“.
Wulff erinnerte Sauerland dennoch an seine politische Verantwortung: „Zwar hat jeder als unschuldig zu gelten, dessen Schuld nicht erwiesen ist. Doch unabhängig von konkreter persönlicher Schuld gibt es auch eine politische Verantwortung. Das alles wird der Oberbürgermeister genau abwägen müssen“, sagte Wulff der „Bild am Sonntag“.
Loveparade-Veranstalter meidet Kontakt zu Opfer-Familien
Artikel, Fotos, Videos und ausgewählte Beiträge zur Loveparade in Duisburg und den Folgen – etwa zur Abwahl von Adolf Sauerland als OB – finden Sie auf unseren fünf Spezialseiten.
Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller hat eine Woche nach der Katastrophe von Duisburg noch keinen Kontakt zu den Opferfamilien aufgenommen. „Ich glaube, das wäre eine falsche Geste. In der jetzigen Phase der Trauer möchte ich nicht stören“, sagte Schaller der „Bild am Sonntag“. „Ich will keine Dinge machen, die von den Angehörigen als provozierend empfunden werden könnten.“ Zu einem späteren Zeitpunkt möchte sich Schaller nach eigenen Worten aber mit den Angehörigen der Opfer treffen.
Eine Woche nach der Massenpanik auf der Loveparade mit 21 Toten in Duisburg hatte am Samstag eine Trauerfeier für die Opfer stattgefunden, an der Schaller nicht teilnahm. Im Zuge der Ursachenforschung nach dem Unglück war auch der Veranstalter in die Kritik geraten.
Der Unternehmer sagte nun der „BamS“, er wolle sich vor Gesprächen mit den Hinterbliebenen zunächst auf die Aufklärung der Katastrophe konzentrieren: „Das ist jetzt meine wichtigste Aufgabe. „ Schaller kündigte an, sich der eigenen Verantwortung zu stellen: „Für mich ist erst einmal wichtig, aufzuklären, wer welche Verantwortung trägt. Und welche Verantwortung wir dabei haben. Und diese Verantwortung werden wir dann tragen. Auch ich persönlich.“ (we/ddp/afp)

16:10
hallo Nina, 02.08.2010, um 16:33!
kannst du hierzu nähere angaben machen, quellen
nennen? im voraus vielen dank!
mit freundlichem gruß!
16:04
hallo, dfgsdfg, 02.08.2010 um 14:31!
die zahl 200.000 kann sich ja wohl nur auf die, zum
zeitpunkt des unglücks, im tunnel eingeschlossenen beziehen, soll man sie denn überhaupt ernstnehmen.
wäre ich einer der großen politiker unserer zeit,
würde ich zu dem ganzen schlamassel folgendes
statement abgeben: in duisburg, äh, vom haupt-
bahnhof, äh, in 10 minuten, äh, zur loveparade,
äh, und wieder zurück, äh, ich glaube, äh, somit
ist alles gesagt, ...äh!
mit freundlichem gruß!
07:37
Also: Im Westen nichts Neues. Das Interview hätten Sie sich sparen können. Und btw: Wenn ich die Meinung der BamS lesen möchte, dann kann kaufe ich die BamS. Sie brauchen hier den Inhalt der BamS nicht zu veröffentlichen.
16:33
was ich nur nicht verstehe, dass alle immer noch nur von 21 Opfern sprechen, da es doch mittlerweile 27 sind...
14:31
die dümmliche pauschalkritik(auch an dieser stelle) gegen das ruhrgebiet und das von überragender resonanz getragene ruhr2010programm ist weitgehend verstummt.
da haben am anfang wirklich ein paar gemutmaßt das solche veranstaltungen hier nicht möglich wären. dann wurde der metropole-ruhr auch noch gigantismus vorgeworfen.
inzwischen wo die teilnehmerzahl auf unter 200000 korrigiert wurde mußte jedem einleuchten. das solch überschaubare partys überall abgehalten werden können. je unzivilisierter die gäste desto weniger eklatante tunnel-fehler darf man machen.
im übrigen finde ich das die aufrichtige trauer der menschen beim gedenken eher ein gutes licht auf Unsere heimatstadt werfen.
13:32
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21:13
#69
Ist auch ne Antwort. Wenn auch verquast. Direkte Antworten auf direkte Fragen scheinen hier nicht beliebt zu sein. Vielleicht kommen Sie aber auch nicht aus dem Kohlenpott. Damit solls für mich aber auch gut sein. Hatt ja eh kein Zweck
21:07
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21:00
# beppo
Sie kapieren hier etwas nicht. Wir haben nicht über Schuld oder Unschuld zu befinden, dafür gibt es andere Instanzen.
Es geht darum, dass Herr Sauerland die Loveparade auf Teufel komm raus haben wollte und mit grosser Durchsetzungsfähigkeit auf eine möglicherweise dubiose Genehmigung hingewirkt hat. Ich kenne diese Fakten nicht und möchte sie nicht bewerten.
Als erster Bürger einer Stadt trage ich Verantwortung, und was glauben Sie, wie verantwortlich ein Typ wie Sauerland sich gefühlt hätte, wenn alles super gelaufen wäre? Davon hätten Sie aber gehört.
Hier geht es nur um menschlichen Anstand und auch um Respekt vor den vielen Menschen, die die Katastrophe ihres Lebens ihrgendwie überstehen müssen. Denen wird zu allem Leid nun auch noch die unsägliche Streiterei serviert. Hat das etwas mit Respekt zu tun?
Ist aber nicht so schlimm, wenn Sie den Unterschied zwischen Verantwortung und Schuld nicht kapieren, Sauerland hats auch nicht kapiert.
Ihr Vergleich ist leider fehlkonstruiert. Allerdings kann ich Ihnen für mich nur bestätigen, dass ich zurückgetreten wäre, allein schon, um mir selbst in die Augen schauen zu können. Mir wurde diese Skrupellosigkeit nicht mit auf den Weg gegeben.
20:28
#60, 61
An Sie und alle Anderen: Lassen Sie Ihr eigenes Recht auch gegen sich selbst gelten?
Denken Sie nur mal, Sie wären beim autofahren abgelenkt gewesen und währen bei Rot in eine Kreuzung gefahren, dabei hätten Sie eine Mutter und ihr Kind getötet.. Danach würden Sie wegen grobfahrlässiger Tötung, vermutlich weil Sie noch nie straffällig geworden sind, mit einer Strafe auf Bewährung belegt. Anschließend müssten Sie aber von Ihrem Job zurück treten und auch auf einen Teil Ihrer Rente verzichten. Wenn Sie jetzt ja sagen, wäre ich sofort bei Ihnen. Das würde mir gefallen. Da wären ja die Jakobiner 1789 direkt Weicheier dagegen.