Worte wie guter Wein
10.04.2010 | 10:05 Uhr 2010-04-10T10:05:00+0200
Duisburg.„Die Liebe kennt kein Geschlecht. Das ist ein Satz wie der Korken auf einer guten Flasche Wein, die muss man erstmal mit dem richtigen Plopp aufmachen.“
Kein Zweifel, dass es Michael Altmann gelingen wird, was er da beschreibt, gemeinsam mit seinem Bühnenpartner Peter Götz. Und den sprachlichen und darstellerischen Wein, den beide dann ausschenken, können die Duisburger Schauspielfans in ihrem Theater im großen Saal erstmals am 16. April genießen.
Derzeit wird „Enigma“ von Eric-Emmanuel Schmitt noch im intimen Rahmen im Foyer III des Hauses geprobt, unter der Regie von Michael Steindl, dem Künstlerischen Leiter Schauspiel. Doch alle drei schreckt der Umzug auf die große Bühne vor 1100 Sitzplätze nicht. Im Gegenteil. „Das Stück braucht Luft und Weite. Ich glaube sogar, dass Schmitt es für große Räume geschrieben hat“, meint Steindl. Götz und Altmann pflichten ihm bei.
Grandioser Dialog
Ebenso sind sie mit ihm einig, dass es ein „grandios geschriebener Dialog“ ist. „Es ist mir vor Enigma noch nie so gegangen, dass mich ein Stück bereits beim Lesen derart gefangengenommen hat“, gesteht Peter Götz. Und Altmann lobt zusätzlich die Regie, „die wie ein suchender Geistlicher den Text nach Lebensstellen durchforstet.“
„Enigma“, das auf Deutsch Rätsel bedeutet, ist die Begegnung zweier Männer, die mehr verbindet, als sie eingangs ahnen. Altmann spielt den verschrobenen Literatur-Nobelpreisträger Abel Znorko, der sich in der Einsamkeit einer kleinen Insel am Pol eingerichtet hat. Peter Götz ist der Journalist Erik Larsen, der ihn dort interviewen will über sein jüngstes, von Kritikern als sein bestes gelobtes Buch, einen Briefwechsel mit einer Frau namens Eva Lamor. Angeblich ein fiktiver Austausch über eine uneingestandene Liebe. Larsen glaubt allerdings nicht an Fiktion, sondern an eine reale Adressatin, deren Namen er unbedingt herausfinden will. Was als intellektuelles Gespräch über Literatur beginnt, entwickelt sich zu einer philosophischen Auseinandersetzung über die Wahrheit mit überraschenden Wendungen.
„Letztlich ist es ein Stück über die Liebe“, stellt Steindl klar. „Ein sehr sinnliches“, betont Peter Götz.
Nach der Premiere am Freitag, 16. April, um 19.30 Uhr ist „Enigma“ in Duisburg noch am 13. Mai und am 6. Juni zu sehen. Zwischenzeitlich wird es als Koproduktion mit dem Westfälischen Landestheater dort aufgeführt.

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