Wohnungen und Büros ohne Barrieren

Am „Tag der Architektur“ können Besucher beispielhafte Gebäude kennenlernen. Achritekten erläutern Entstehung und Besonderheiten ihrer Entwürfe.

Duisburg..  Perlen der Baukunst und viele Informationen erwarteten die Besucher beim „Tag der Architektur“. In Duisburg konnten Interessierte sich in sieben Gebäuden umsehen und wurden umfassend von den Architekten über Entstehung und Besonderheiten der Bauwerke aufgeklärt.

In Röttgersbach empfing Architekt Dirk Druschke Besucher an der Ziegelhorststraße und stellte ihnen dort ein Mehrfamilienhaus mit elf barrierefreien Wohnungen vor. Der Name ist an der Straße Programm. Das neue Gebäude gliedert sich, angeknüpft an die Ziegeltradition der 1920er Jahre, in die wesentlich älteren Häuser der Umgebung ein. Schon vor der Tür bleiben die Besucher daher gerne einen Moment lang stehen und begutachten die Fassade. Vor allem der große Eingangsbereich mit Rundbogen gefällt den Besuchern. „Von außen ist das Haus schon mal sehr schick“, sagt eine Besucherin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will.

Im Innenbereich weist Architekt Druschke auf die viele Annehmlichkeiten hin. „Es gibt keine Barrieren. Man kommt direkt in den Aufzug. In den Wohnungen kann man sich problemlos mit einem Rollstuhl bewegen“, sagt er und fügt hinzu: „Die höchsten Hürden sind zwei Zentimeter hoch – am Balkon und in den Duschen.“ Die Besucher sind beeindruckt. „Noch wohnen wir nicht barrierefrei, aber man wird ja nicht jünger und wir planen jetzt schon voraus und gucken, was wir vielleicht eines Tages auch bei uns so einrichten werden“, sagt ein Besucher.

In der Innenstadt präsentiert Christof Nellehsen das Architekturbüro Ludes an der Fürstenstraße. Eine ganze Gruppe interessierter Architekturfans nimmt zunächst die Fassade und dann die Büroräume unter die Lupe. Alle sind begeistert von der offenen Gestaltung der Räumlichkeiten. „Es gibt ja kaum Türen“, flüstert eine Dame ihrem Begleiter zu.

Auf allen drei Etagen haben die Planer Wert darauf gelegt, dass es Großraumbüros ohne Barrieren oder Türen gibt, und auch die Büros der Leiter wirken mit ihren Verglasungen offen und einladend. „Gerade in der Architektur müssen wir uns oft austauschen, wenn viele an einem Projekt arbeiten, daher ist alles offen“, erklärt Christof Nellehsen. Außerdem, so erklärt er weiter, gibt es für jeden Tätigkeitsbereich ein Zimmer. Immer mit viel Platz – schließlich müssen die Mitarbeiter oft große Pläne ausbreiten und sich an Modellen beraten.

„Aber ist das nicht dann sehr laut und störend?“, fragt eine Besucherin. „Ja, in der Tat. Wir haben aber klare Regeln und da darf man auch mal jemanden bitten, leiser zu sein. Außerdem gibt es auch Gemeinschaftsräume, in die man sich für ein Gespräch zurückzuziehen kann“, gibt Christof Nellehsen Einblick in den Arbeitsalltag.