Wofür das alles ?

Nun ist es also so weit, das neue Gebäude der Stadtbibliothek ist fertig. Als Fan der Duisburger Stadtbibliothek macht mich das eher traurig. Natürlich war das alte Gebäude renovierungsbedürftig, man hat es jahrelang vergammeln lassen. Aber was macht den Wert einer Bibliothek aus? Das Gebäude oder die Bücher und Medien?


Blieben die Mietzahlungen bislang bei der Stadt, muss Miete nun an einen Investor gezahlt werden. Die Öffentlichkeit weiß weder, wie hoch die Miete ist noch wie lange der Vertrag läuft. Auch im Haushaltsentwurf 2015 finde ich dazu keine Information. Dagegen ist der Etat für Neuanschaffungen eine freiwillige Leistung und war in den letzten Jahren mehrfach drastisch gefährdet oder ist bereits gekürzt worden. Den privaten Investor wird nicht interessieren, wie attraktiv sie für die Bürger ist. Er wird seine Miete bekommen.

Meine Prognose für die Stadtbibliothek ist deshalb düster: Die Nutzerzahlen werden sinken, weil die Stadtbibliothek über Verkleinerung der Fläche und Reduzierung der Bücher und Medien unattraktiver gemacht wird. In nur wenigen Jahren wird es wohl heißen: Die Bibliothek müsse verkleinert werden, es ginge nicht anders, der Stärkungspakt Stadtfinanzen ... Vielleicht trifft es auch zuerst die Stadtteilbibliotheken, die schließen müssen.

Und wofür das alles? Damit ein „Filet-Grundstück“ in der Innenstadt für eine zweifelhafte Verbesserung frei wird. Es ist eine Verbesserung nur für diejenigen, die sich mit Bau und Vermietung von Gebäuden eine goldene Nase verdienen. Statt Büchern gibt es dann billigste Wegwerfmode für Teenies. Das ist so ziemlich das Gegenteil von dem, was Duisburg braucht: Konsumenten statt Bürger.

DirkWeil

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