Winterzeit ist Einbruchzeit
30.10.2009 | 08:00 Uhr 2009-10-30T08:00:00+0100
Die Täter kommen nicht nachts, sondern tagsüber. Nicht ins Einfamilienhaus, sondern ins anonyme Mehrfamilienhaus. Mehr als 1400 mal pro Jahr. Mit etwas mehr Aufmerksamkeit und etwas besseren Türen und Fenstern könnte dies schon ganz anders ein - sagt die Polizei.
"Ich zeig' Ihnen jetzt mal, wie schnell so ein Einbrecher ein Fenster aufkriegt”, sagt Uwe Gärtner. Kaum hat der Kriminalhauptkommmissar von der Polizei diesen beunruhigenden Satz ausgesprochen, da macht es einmal „rumms” und zweimal „rumpel” und der Mann hat mit einem robusten Schraubenzieher in vier Sekunden ein scheinbar grundsolides Kunststoff-Fenster aufgestemmt. Die Journalistenschar, die die Polizei gestern zu dieser Demonstration geladen hatte, staunte nicht schlecht.
Besonders laut war er dabei auch nicht. Ein Einbrecher könnte jetzt flink einsteigen und auch noch das aufgehelbelte Fenster hinter sich wieder verschließen. Man würde nicht einmal merken, dass hier ein Einbruch geschieht.
So, oder so ähnlich, läuft es in Duisburg mehr als 1400 Mal ab - Jahr für Jahr für Jahr. Zwei von drei Einbrüchen geschehen zwischen Oktober und März, 46% bis 75% der Taten geschehen zwischen 6 und 21 Uhr; es sind die Mehrfamilienhäuser und weniger die besser gesicherten Einfamilienhäuser, die die Täter anlocken.
„Mit diesem Delikt nimmt Duisburg im 15-Städte-Vergleich einen schlechten 4. Platz in der Bedrohungsskala ein,” sagt Holger Haufmann, der Chef der Kriminalpolizei. Will heißen, wer in Duisburg wohnt, geht ein höheres Risiko ein, Opfer eines Wohnungs-Einbruches zu werden, als anderswo. Ein Einbruch in eine Wohnung, sagt Haufmann, sei immer auch ein „Einbruch in die Seele,” weil höchst Privates berührt, gesehen oder gestohlen wurde. Jedes zweite Einbruchsopfer werde dadurch traumatisiert. Es habe später Ängste, leide an Schlafstörungen und Unwohlsein.
Die Aufklärungsquote der Polizei ist nicht berauschend. Im Jahr 2005 lag sie mit 13 Prozent unter dem Landesdurchschnitt (16%), in 2008 – nach einer Schwerpunkt-Aktion – ist sie dann auf 16 % gestiegen.
Verfluchte Anonymität!
Jeder sechste Einbruch in Duisburg wurde 2008 aufgeklärt. Aber: 40% der Einbrüche blieben beim Versuch, weil irgendetwas nicht geklappt hat. Diese Zahl könnte größer sein, wenn die Bürger ihr Verhalten an zwei Stellen ändern würden:
Das Anzeigeverhalten:
„Scheuen Sie sich nicht die 110 zu wählen und uns zu rufen, wenn da Unbekannte im Hinterhof rumlaufen oder im Hausflur stehen”, sagt Kripo-mann Klaus Engler. Was in Oberhausen oder Mülheim gut klappe, funktioniere in Duisburg praktisch nicht: „Die Menschen schauen weg, steigen in Treppenhäusern am Einbrecher vorbei, ignorieren Alarmanlagen, hören Geräusche aus leeren Wohnungen, zucken mit den Achseln.” Verfluchte Anonymität!
Die Eigensicherung: Türen und Fenster seien fast immer schlecht gesichert. Selbst robuste, neue Fenster verbeiteten nur eine Scheinsicherheit.

09:12
Zur Aufklärungsquote muss gesagt werden, dass je nach Polizeidienststelle eine Tat als aufgeklärt gilt, wenn ein mutmaßlicher Täter ermittelt wird.
Stellt dieser sich dann als harmloser Passant heraus, bleibt der Fall als aufgeklärt in der Statistik.
Die Tatsächlichen Aufklärungsquoten sind also noch deutlich mieser, als die veröffentlichen...
19:44
Komischer Artikel, gibt es in der Stadt eine Zunahme von Einbrüchen und wenn ja seit wann ?