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Demonstration

Wilde Schreierei vor Duisburger Rathaus

06.09.2010 | 17:50 Uhr
Wilde Schreierei vor Duisburger Rathaus
Auf dem Burgplatz vor dem Rathaus Duisburg demonstrierten Anhänger von Oberbürgermeister Sauerland und Gegner. Foto: Friedhelm Geinowski/WAZFotoPool

Duisburg.Vor der außerordentlichen Ratssitzung ging es auf dem Burgplatz vor dem Rathaus laut zu. Anhänger von Oberbürgermeister Adolf Sauerland brüllten gegen dessen Gegner an.

Nur in einem waren sich die gegnerischen Demonstranten vor dem Rathaus einig: Ihre Farbe ist schwarz. In weißen Lettern forderten die einen darauf „Menschlichkeit statt Hetzjagd“ und „Unser OB muss bleiben“, die anderen ließen Zahlen sprechen: „LP Duisburg, 21 Tote, 511 Verletzte“. „Ein besseres Argument habe ich nicht“, sagte Doris Kluge, die sich seit sechs Wochen fremdschäme: „Ich bin in Duisburg geboren, das Thema treibt mich um.“

Ihr Walsumer Nachbar steht auf der anderen Seite. Rudolf Schellöh hat die Pro-Sauerland-Demo angemeldet, aber weil er die Medien als Mitverursacher sieht, nicht über sie publik gemacht. „Ich bin in keiner Partei, will auch nicht OB werden, ich will nur, dass menschlich, fair und gerecht umgegangen wird“, erklärt er und glaubt, dass „Hetzkampagnen der Presse die Menschen geputscht haben“. Dass die Polizei parallel die Contra-OB-Versammlung zuließ, ärgert ihn. „Aber das muss Demokratie aushalten, dass Meinungen aufeinander prallen“, rechtfertigt Polizei-Sprecher Ramon van der Maat die Entscheidung, „die Versammlungsfreiheit ist ein hohes Gut“.

Und während drinnen auf den Fluren die Menschen konzentriert die Ratssitzung verfolgen, herrscht draußen Gebrüll auf allen Seiten, 90 hier und 90 da zählt die Polizei. Trillerpfeifen gegen Megaphon, große Transparente gegen kleine Schilder. Beschimpfungen wie Nazis und Kommunisten, treten gegen den Schlachtruf „21 Tote“ an. Ebru Yildirim bemüht schließlich das Hakenkreuz, weil sie sich angegriffen fühlt: „Da sagt jemand, die Moschee würde bleiben, auch wenn der OB geht, das fand ich provokant.“ Und am Thema vorbei.

Massenpanik an der Rampe zur Loveparade

Die Chronik der Ratssitzung aus Duisburg zum Nachlesen gibt es hier .

Annette Kalscheur

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Kommentare
12.09.2010
21:32
Blockierter Kommentar.
von altesocke | #115

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

09.09.2010
10:33
Wilde Schreierei vor Duisburger Rathaus
von taosnm | #114

#113 parcelpanic

Danke für Ihren sehr gut durchdachten und formulierten Beitrag, der sich so wunderbar unterscheidet von den unterbelichteten Stänkereien der Sauerland-Befürworter.

09.09.2010
03:50
Wilde Schreierei vor Duisburger Rathaus
von parcelpanic | #113

Duisburg… wo bisse?
warum? ich habe mich, auch dem verdacht einer bildungsfernen schicht angerechnet zu werden, meinem arbeitsplatz unbezahlt (aber genehmigt) fern gehalten (anders als solche mit UNverantwortung) und war zu etwa gleichen teilen teilnehmer der (gegen-)demo, wie auch geduldeter zuhörer im foyer (ebenso wie diese). um nicht auch unangenehm diskutiert und ohne statement einer falschen gruppierung zugeordnet zu werden, habe ich die veranstaltung im späteren verlauf lieber aus der ferne im augenschein behalten. besonderes highlight für mich war eben jener befürworter mit dem gelben transparent von hoher loyalität, aber ohne eigene meinung.
im gegensatz zu der pro-OB veranstaltung war für die meisten der teilnehmer der contra (also für Duisburg) fraktion nicht klar, ob diese veranstaltung, auch am selben platz, genehmigt ist/würde/wäre, ein grossteil wähnte sich auf „verbotener mission“? viele werden, wie ich, in kleinstgruppen (ohne organisierten hintergrund der augenscheinlichen berufsdemonstranten) erschienen sein. eine genehmigung durch die stadt und damit in letzter instanz dem OB hätte für mich auch keine „sicherheit“ geboten, eher hätte es mich verunsichert.
schon der „vortänzer“ des viel-reden-nix-sagen-events selbst, seine federführung im gutsherrenstil und im besonderen der übergang von der rede des hinterbliebenen zur tagesordnung zeugten von der bekannten feinfühligkeit im umgang mit der übertragenen pflicht. ungeachtet der „vorverurteilungen“ ist der erste bürger wieder in seiner opferrolle zur aufführing erschienen. die szenen innerhalb der mauern dessen, was man von draussen als ideenkasten unserer versuchsanordnung sieht, haben den vergleich zur Augsburger Puppenkiste deswegen schon nicht verdient, weil die marionetten gesellschaftserzieherisch um welten positiver zu beurteilen sind. der betont feinsinnige ansatz findet sich auch im „zwischenlager LP“ am ostende der unterführung wieder, eine wirklich klassische leistung!
eben jene der pro-OB-fraktion, die den menschen mit anderer meinung (teils ungerechtfertigt) vorwarfen ohne arbeit und deswegen zugegen zu sein, sollten das mal einen schritt weiter denken. etwa bis die frage auftaucht, wessen job sie und die zugewanderten menschen an ihrer schwarzen seite, die ja dritter meinung nach anderen die arbeit wegnehmen könnten oder gefährden, sie just vernachlässigen… wenn sie einen haben… jeder unbeantworten folgen drei weitere fragen.
die herrschaften mit migrationshintergrund, die sich stark an „uniformierten demonstranten/schauspielern“ orientiert haben, riefen in mir einen der wenigen „öffentlichen“ auftritten des ersten bürgers in erinnerung… ein schurke, der da arges denkt!
wenn da ein gutes drittel seiner unterstützung an demoteilnehmern schon aus einem besuch eines bildungsfernen stadtteil resultiert… egal wer es zahlt: um schaden für unsere kinder und kindeskinder zu wenden, sollten wir (unabhängig der kosolidität oder wie den heisst) die paar tausend€ für das eine oder andere gutachten mehr oder weniger geld ausgeben (das unsere enkel noch verdienen müssen) und hoffen das bald alle vergessen haben. etwa so: „was da doch mal was in Duisburg gewesen… Loveparade? da war doch was… keine ahnung… is eh nicht mehr!“
aussitzen ist eine der stärken der partei des noch-OB. der vorturner in der sparte war Dr. Helmut Kohl. entscheidungen, die wenig geeignet waren wählergunst zu erringen, wurden (wie die aufklärung) solange ausgesessen, bis sich eh niemand mehr dafür interessierte.
in einer welt, in der sich umgefallene reissäcke zu hungerdürren strecken lassen ein kinderspiel?

08.09.2010
16:42
Wilde Schreierei vor Duisburger Rathaus
von turnaround | #112

#111 von Achtsamkeit: Das sehe ich auch so, hätten die Sauerländer es geschafft, uns Contras zu unbedachten Äußerungen oder Handlungen zu provozieren, hätten wir ziemlich sicher einen Platzverweis kassiert und sie hätten sich ins Fäustchen gelacht. So ist deren Rechnung aber nicht aufgegangen.

08.09.2010
10:56
Wilde Schreierei vor Duisburger Rathaus
von Achtsamkeit | #111

#101von turnaround #106 Unevangelen

Sie sagen definitiv die Wahrheit. Ich war ebenfalls dort (siehe #4) und habe wie bereits erwähnt, den Auftritt von Frau Yildrim beobachtet. Ich hatte gar den Eindruck, dass die gute Dame gezielt auf Krawall aus war. Angefasst hat sie auch niemand.
Die Pro-OB-Demo an sich war auch wenig aussagekräftig - wie gesagt nur Gebrüll.

Ich hatte den Eindruck, dass man Unruhen gezielt provozieren wollte, um dies später für poltische Zwecke auszunutzen. Dafür spricht m.E. auch die plötzlich losgetretene Marxloh- Diskussion. Auf dieses Pferd wollte man halt aufsatteln.

Dies ist mein Eindruck, wie ich das finde, brauche ich glaube ich (besser) auch nicht weiter ausführen.

08.09.2010
06:37
Wilde Schreierei vor Duisburger Rathaus
von Unevangelen | #110

@108 LP
Ich habe diesen angebl. Satz mit der Moschee auch nicht gehört und auch nicht wahrgenommen, dass ein Gegendemonstrant auf die andere Seite zugegangen ist.

@109 turnaround
Stimme Ihnen voll zu.


So tief kann mein Niveau nicht sinken, dass ich mich von denen angegriffen fühle.

08.09.2010
00:26
Wilde Schreierei vor Duisburger Rathaus
von turnaround | #109

#108: Mob, Pöbel, Hetzer, ich habe mich in den letzten Wochen daran gewöhnt. Man muss nur wissen, aus welcher Ecke solche Titulierungen schallen, um entspannt damit umzugehen. Ich weiss, dass auf diejenigen, die sich an der Conta-OB-Demo beteiligt haben, keine dieser Bezeichnungen zutrifft. Wir sind auch weder Nazis, Faschisten noch Kommunisten. Bei solchen Gelegenheiten werden leider von interessierter Seite nur zu gerne solche Schubladen eröffnet und Menschen, die einfach nur anderer Meinung sind, diesen vermeindlichen Schubladen zugeordnet. Auch dagegen sollten wir uns erheben.

07.09.2010
22:34
Wilde Schreierei vor Duisburger Rathaus
von LP | #108

Turnaround und unevangelen
Ich habe den Satz mit der Moschee nicht gehört und halte ihn allerdings für etwas falsch Verstandenes.
Ich habe nur mitbekommen, dass die Dame plötzlich schrie, wo das Hakenkreuz auf dem Plakat sei. Damit meinte sie das Plakat einer Contra Demonstrantin. Allerdings hat diesen Ausspruch dann jeder gehört und sich zu Recht aufgeregt, als Nazi beschimpft zu werden, nur weil man anderer Meinung ist.
Das ist eine Unsitte und ich meine, wohl auch Hilflosigkeit einiger Mitbürger mit Migrationshintergrund. Weil wir immer noch reflexartig zusammenzucken, wenn uns das entegenschallt, obwohl wir alles andere sind als Nazis. Im Gegenteil. Wir treten dafür ein, dass jeder in Deutschland seine Meinungsfreiheit auch leben kann. Wir treten für Demokratie und Gerechtigkeit ein, allerdings auch dafür, die Pflichten der Demokratie zu übernehmen.
Genau so wenig wie mich die Beschimpfung Hetzjagd trifft (die perfide und raffiniert von den Sauerland Anhängern propagiert wird), lass ich mich von solchen fehlgeleiteten Anwürfen tangieren.
Da müssen wir selbstbewusster sein.
Ich finde, das Wichtigste war doch, dass wir Ihnen Ihre Strategie so schön kaputt gemacht haben, das hat sie so richtig geärgert. Und die Polizei hat da wunderbar besonnen reagiert, oder?

07.09.2010
22:06
Wilde Schreierei vor Duisburger Rathaus
von turnaround | #107

#106 von Unevangelen: Tun Sie sich selbst einen Gefallen und belasten sich nicht weiter mit diesem Kinderkram. Frau Y. hat sich klar vergaloppiert Sie haben weder Unrechtes getan, noch Unrechtes geäußert.

07.09.2010
21:30
Blockierter Kommentar.
von Unevangelen | #106

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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