Wie eine Art Tauziehen auf dem Wasser

Die Boote stehen sich nicht gegenüber, nein, sie treiben nebeneinander auf dem Wasser. Die je zehn Aktiven an Bord warten auf den Startschuss für das 45-sekündige Wettrennen. Wenn sie dann unter Volldampf die Paddel in die Fluten eintauchen, kommen sie aber kaum von der Stelle. Beide Drachenboote sind nämlich miteinander verbunden – mit einem Seil, das über eine Umlenkrolle am Beckenrand läuft. Das hat den Effekt, das die beiden Kontrahenten gleichzeitig Vollgas geben und versuchen, den jeweils anderen in Richtung Beckenrand zurückzubefördern. Gelingt das, ist das Rennen gewonnen. Eine alternative Art des Tauziehens auf dem Wasser also.

Willkommen bei der „IKK Classic Indoor Drachenboot Challenge“, der Premiere einer neuartigen, ganz besonderen Drachenboot-Regatta. Diese findet nicht wie sonst im Sommer üblich im Innenhafen statt, an diesem Wochenende dient das Schwimmstadion an der Margarethenstraße (direkt neben der MSV-Arena) als Wettkampfstätte. Duisburg-Sport und die Kanu-Gilde Wanheim als Veranstalter freuen sich, dass über 20 Teams gemeldet haben. Am Samstag (9-18 Uhr) stehen die Spaßrennen im Mittelpunkt. Tags darauf (11-15 Uhr) gehen dann die Teams aufs Wasser, die Drachenbootrennen als Leistungssport betreiben.

„400 Zuschauer passen in das Schwimmstadion. Und wir gehen fest davon aus, dass es an beiden Tagen voll wird“, sagt Jürgen Dietz, der Betriebsleiter von Duisburg-Sport. Der Eintritt ist kostenlos. Gerade am Samstag, wenn Fun-Teams wie „Die Wasserspalter“, „Hölle Nord“, „Die Samurais“ oder „Die Kokser“ zu den Paddeln greifen, soll die Stimmung überkochen. „Die Drachenboote bewegen sich bei diesen 45-Sekunden-Rennen kaum, die Menschen darin dafür aber um so mehr“, sagt Dietz mit Blick auf diese kurzzeitige Extrembelastung. „Das wird bestimmt eine Riesen-Gaudi.“

Laut Jürgen Joachim, Betriebsleiter Bäder bei Duisburg-Sport, kümmert sich ein 25-köpfiges Organisationsteam um den Ablauf des Spektakels unterm Hallendach. Die Kooperation mit der Kanu-Gilde Wanheim, die etwa die Boote stellt, sei prima gelaufen, so Joachim. „Weil unsere seit dem Jahr 2000 stattfindende Sommerregatta so gut läuft, wollen wir nun ein zweites Event im Winter etablieren“, erklärt Dietz. Denn das Kräftemessen der „angeleinten Bootsfahrer“ am Wochenende soll keine Eintagsfliege sein, sondern der Auftakt einer erfolgreichen Rennserie in den kommenden Jahren.