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Küppersmühle

Wie die Gebag aus dem Küppersmühlen-Desaster herauskommt

28.06.2013 | 07:00 Uhr
Wie die Gebag aus dem Küppersmühlen-Desaster herauskommt
Noch in diesem Jahr soll der Schrott-Kubus im Innenhafen verschwinden und eingelagert werden.Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Nach dem Küppersmühlen-Skandal kann die Duisburger Wohnungsbaugesellschaft Gebag womöglich bald einen Schlussstrich unter die Pleiten-Pech-und-Pannenbaustelle ziehen. Der Weg aus dem Debakel wird teuer. Der marode Kubus soll noch in diesem Jahr abgebaut und eingelagert werden.

Der gordische Knoten beim Küppersmühlen-Desaster scheint durchtrennt zu sein. Stimmt der Stadtrat und der Gebag-Aufsichtsrat zu, könnte die städtische Wohnungsbaugesellschaft sich endlich wieder ihrem Kerngeschäft widmen und einen Schlussstrich unter die Pleiten-Pech-und-Pannenbaustelle ziehen. Wenn auch einen teuren.

Die Gebag, die als Bauherrin zunächst lediglich mit 1,4 Millionen Euro Eigenanteil an dem mit ursprünglich 25 Millionen teuren Erweiterungsbau beteiligt war, hatte zuletzt die vertragliche Verpflichtung übernommen, den Kubus auf eigene Kosten und Risiko zu erstellen. Hauptverantwortlich dafür waren die beiden Geschäftsführer Marianne Wolf-Kröger und Dietmar Cremer . Letzterem hat das Gericht mittlerweile schuldhaftes Verhalten attestiert. Die juristischen Auseinandersetzungen zwischen Gebag und Marianne Wolf-Kröger laufen noch. Und auch zwischen Gebag und dem früheren nebenamtlichem Geschäftsführer Jürgen Dressler, damals Baudezernent, läuft noch ein Gerichtsverfahren.

Bisher addieren sich die Kosten für die Küppersmühlen-Erweiterung bei der Gebag auf etwas mehr als 40 Millionen Euro. Nach letzten Berechnungen würde es noch einmal rund 40 Millionen Euro kosten, den Kubus nach den bisherigen Planungen auf das Dach des Museums zu setzen. Zu viel für die städtische Wohnungsbaugesellschaft, die aktuell in ihrer Existenz bedroht ist, wenn sie aus ihren Baufertigstellungsverpflichtungen nicht heraus kommt.

11,5 Millionen für die Küppersmühle

Deshalb hat der jetzige Gebag-Geschäftsführer Utz Brömmekamp mit dem Sammlerehepaar Ströher einen Kompromiss ausgehandelt, der aus mehreren Maßnahmen besteht. Für 11,5 Millionen Euro verkauft die Gebag die Küppersmühle an Ströher. Mit eingeschlossen ist das alte Göhmann-Grundstück im Winkel von Philosophenweg und Stresemannstraße, dass die Stadt dem Ehepaar Ströher eigentlich als Erweiterungs- beziehungsweise Parkfläche für das Museum verkauft hatte. Diese eingeschränkte Nutzung wird nun aufgehoben. Alles, was zur vorhandenen Nutzung im Innenhafen passt, darf gebaut werden.

Um aus sämtlichen Verträgen ein für alle mal heraus zu kommen, zahlt die Gebag 13,08 Millionen Euro. Damit sind die Kosten zur Fertigstellung mit geschätzten 40 Millionen Euro ebenso abgegolten wie die Vertragsstrafen wegen Gebrauchsüberlassungsverpflichtung (250.000 Euro pro Jahr bis 2026) und Bauverzögerung (5.000 Euro pro Tag seit dem 1. Januar 2012). Zehn Millionen Euro zahlt die Gebag aus dem Verkaufserlös von Anteilen an der Wohnbau Dinslaken, weitere drei Millionen Euro kommen aus einem Kredit der Ströhers, der in spätestens zehn Jahren fällig ist. Als Sicherheit für diesen Kredit dient die Gebag-Verwaltung an der Tiergartenstraße. Weitere zwei Millionen Euro zahlt die Gebag an Evonik, um aus dem Fassadennutzungsvertrag heraus zu kommen. Bekanntlich wollte Evonik an der Küppersmühle ein riesiges Werbebanner anbringen.

Damit ist für die Gebag das Kapitel Küppersmühle noch nicht ganz abgeschlossen.

Mit 700.000 Euro Kosten rechnet das Wohnungsbauunternehmen für die Einlagerung des schadhaften Kubus, der in der zweiten Hälfte 2013 abgebaut werden soll. Das marode Stahlgerüst ist immer noch Teil eines Beweissicherungsverfahrens, kann noch nicht verschrottet werden.

Vergleiche mit Handwerkern

Außerdem muss die Gebag sich noch mit Bauunternehmen und Handwerkern einigen, die an der Erweiterung beteiligt waren. Schlusszahlungen, Vergleiche und auch Gerichtsverfahren könnten mit weiteren 6,2 Millionen Euro zu Buche schlagen. Sollte die Gebag diese Summe nicht selbst erwirtschaften, stehen Wohnungsverkäufe im Raum. Die Gebag sieht in dieser Lösung die „einzige und realistische Chance“, das Projekt Küppersmühle abzuschließen, „ohne gewachsene Strukturen endgültig zu zerschlagen und das operative Kerngeschäft der Gebag wieder in gewohnter Qualität fortzuführen“, heißt es.

Svenja Aufderheide



Kommentare
28.06.2013
13:25
Wie die Gebag aus dem Küppersmühlen-Desaster herauskommt
von hercules150 | #4

Stimme von 1-3 allen zu und doch sind mehr Menschen für diesen Mist verantwortlich,
Der gesammte Aufsichtsrat, die dem ganzen zugestimmt haben. Die Zeche zahlen die Duisburger Mieter und Steuerzahler, die Kinder und die Mieter, pfui,pfui, pfui.

28.06.2013
11:22
Wie die Gebag aus dem Küppersmühlen-Desaster herauskommt
von Schimmi11 | #3

1. Fehler ist die Vertragsgestaltung, naturlich nur zum Nachteil der Gebag (Stadt).
Nach dem Motto: ist ja nicht mein Geld !
2. Fehler: keine Bauüberwachung; wie ist denn das möglich. Es wird gemurkst und keiner merkt es!
3. Keiner will Verantwortung tragen; aber hohe Abfindungen kassieren!
4. Selbstverständlich trägt die öffentliche Hand auch alle Folgekosten aus diesem Desaster.

Der Wohnungsbestand der Gebag ist in einem desaströsen Zustand und
der Duisburger Steuerzahler erlässt sogar dem MSV bis auf 20 % alle Schulden.
Wir sind eine Bananenrepublick; guts Nächtle Duisburg.

28.06.2013
08:58
Wie die Gebag aus dem Küppersmühlen-Desaster herauskommt
von ortskundiger | #2

Vergleiche mit Handwerkern

Die Handwerker die können ja immer verzichten!

Logische Konsequenz? Kündigung der Mitarbeiter.

Ekelhaft die GEBAG DUISBURG!

Die ganze Bande soll von mir aus untergehen!

Wenn ein Mieter seine Miete nicht bezahlt,warum auch immer,ist er ganz schnell draussen und bekommt drohanrufe von Mitarbeitern der Gebag!

Ganz dreckige Bande bei der GEBAG!

Der Ton macht wohl die Musik und nicht der Kontostand!

1 Antwort
Wie die Gebag aus dem Küppersmühlen-Desaster herauskommt
von taichi | #2-1

Wer seine Miete nicht bezahlt fliegt auch bei einem privaten Vermieter.
Im übrigen, fliegt er dann zurecht!
Wer per se der Auffassung ist, das doch andere für seine Miete zahlen sollen,
ist einfach nur asozial.

28.06.2013
07:17
Evonik könnte doch wohl auf die 2 Millionen verzichten
von meigustu | #1

wäre ein gutes Zeichen für die Verbundenheit zur Region.

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