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Wie aus einem Duisburger U-Bahnhof ein Bunker wird

25.01.2016 | 17:26 Uhr

Duisburg.  Im Ernstfall hätte der U-Bahnhof am König-Heinrich-Platz in Duisburg 4500 Menschen das Überleben gesichert. Wir haben den alten Schutzraum besichtigt.

Sich mit 250 Menschen ein Klo zu teilen zu müssen, der Gedanke ist gewöhnungsbedürftig. So etwas will man nur im Ernstfall. Aber für genau den, den Kriegs- oder Krisenfall, ist beziehungsweise war dieser Bau unter dem König-Heinrich-Platz auch nur bestimmt. 4500 Duisburgern - noch nicht einmal einem Prozent der Einwohnerzahl unserer Stadt - hätte der Schutzraum im U-Bahnhof das Überleben gesichert . Hätte, denn mit dem Ende des Kalten Krieges wurde diese Mehrzweckanlage (MZA) nicht mehr gebraucht. Dabei war der 12 Millionen D-Mark teure Bau erst kurz vorher fertig geworden.

Bunker wurde erst Anfang der 90er-Jahre fertig und in Dienst gestellt

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Mitten in der Duisburger Innenstadt befindet sich ein alter Zivilschutzbunker: 4.500 Menschen hätten hier zwei Wochen lang Schutz gefunden. Noch heute sind hier Gasmasken und Lebensmittel gelagert. Könnte man hier noch Schutz finden?

Die ersten Planungen für den Bau des 250 Meter langen, knapp 20 Meter breiten und 19 Meter hohen Schutzraums gehen weit zurück - in die Hochphase des Kalten Krieges Anfang der 1970er-Jahre. Doch immer wieder verzögerte sich die Inbetriebnahme des Schutzraums für die Zivilbevölkerung, erst 20 Jahre später, erst in den 90ern konnte der Bau seiner Bestimmung übergeben werden - zu diesem Zeitpunkt war der Eiserne Vorhang längst gefallen, hatte sich die politische Situation in der Welt entspannt.

Mit der Rolltreppe geht es vom König-Heinrich-Platz auf die erste Ebene des U-Bahnhofs und des Bunkers. Hinter einer Stahltür verbirgt sich der Eingang in den Schutzraum - ein langer Gang führt zunächst zu einem der Waschräume. Dass dieser noch nie genutzt wurde, ist an der dicken Staubschicht erkennbar, die in den Waschbecken liegt.

Direkt daneben, nur durch dünne Wände abgetrennt und Plastik-Vorhänge geschützt, reihen sich die Kloschüsseln aneinander. Weiter geht es in Richtung "Aufenthaltsraum". "Hier würden im Ernstfall dicht an dicht die Notbetten stehen", erzählt Marcel Becker, der bei der Duisburger Feuerwehr Sachbearbeiter Zivilschutz und damit auch "Bunkerwart" ist.

Bunker in Duisburg

Bis auf die U-Bahnen, die in regelmäßigen Abständen ein- und ausfahren, ist es still in dem riesigen unterirdischen Komplex, der vom Gerichtsgebäude bis zum Lifesaver-Brunnen reicht. Dies wäre anders, wenn die riesigen Strom- und Belüftungsanlagen in Betrieb sind, die hier das Überleben sichern.

U-Bahnhof wäre in sieben Tagen ein einsatzbereiter Bunker gewesen

Auch wenn der mögliche Ernstfall in weite Ferne rückte, geübt wurde der Einsatz des Bunkerbetriebsdienstes von den Duisburger Katastrophenschützern trotzdem. Eine Woche Vorlaufzeit hätten Hilfsorganisationen und Feuerwehr gebraucht, um den Schutzraum einsatzbereit zu machen. Dann wären auch 16 U-Bahnen dort geparkt und die Tunnelzufahrten mit dicken Gleistoren gas- und strahlungssicher verschlossen worden. Noch heute werden hier neben den Notbetten allerlei Materialien gelagert: alte ABC-Schutzausrüstungen, Strampler für 450 Kinder, Windeln, Wolldecken, Geschirr und Besteck. Auch noch Brot in Dosen.

Lange war die Anlage aus dem Gedächtnis vieler Duisburger verschwunden: erst die Flüchtlingssituation hat den Schutzraum wieder ins Bewusstsein gerückt. In dem riesigen Komplex werden nämlich die Notbetten gelagert, die nach und nach in den Notunterkünften der Stadt aufgebaut wurden. Foto: Stephan Eickershoff / Funke Foto Services

Ob herabfallende Trümmer, Radioaktivität, biologische oder chemische Gefahren und Brände - all jenes hätte dem Schutzraum nichts anhaben können. Heute ist das nicht mehr so. Für die Aufzüge, die mittlerweile von der Oberfläche zu den Bahnsteigen fahren, "musste die eigentliche Schutzschicht durchstoßen werden", ergänzt Becker (32).

Aber das spielt heute auch keine Rolle mehr. Entwidmet, also offiziell außer Dienst, ist der Duisburger Schutzraum zwar nicht, aber dass er noch einmal ertüchtigt und jemals in Betrieb genommen wird, davon gehen die Zivilschützer der Stadt Duisburg nicht aus. In aktuellen Katastrophen- und Krisenszenarien jedenfalls spielen Schutzräume wie der im Duisburger U-Bahnhof keine Rolle mehr.

Bunker unter dem Duisburger...

 

Marc Wolko

Kommentare
28.01.2016
21:46
Wie aus einem Duisburger U-Bahnhof ein Bunker wird
von DTR-Monchi | #5

HALLO WAZ !!!!

DRINGEND DIE TECHNIK ÜBERPRÜFEN; ODER WARUM IST BEI ALLEN BILDERSTRECKEN BEI BILD 6 SCHLUSS ????

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Wie aus einem Duisburger U-Bahnhof ein Bunker wird
Wie aus einem Duisburger U-Bahnhof ein Bunker wird
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2016-01-25 17:26
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