Das aktuelle Wetter Duisburg 14°C
Sexuelle Nötigung

Wichtigste Zeugin in Prozess wegen sexueller Nötigung verweigert die Aussage

04.01.2013 | 17:10 Uhr
Wichtigste Zeugin in Prozess wegen sexueller Nötigung verweigert die Aussage
Ex-Frau will 42-Jährigen nicht weiter belasten.Foto: Uwe Schaffmeister

Duisburg.   42-Jähriger steht wegen sexueller Nötigung vor Gericht. Ex-Ehefrau will ihn nicht belasten.

Eine ungewöhnliche Begegnung hatten in der Nacht zum 26. Juli 2011 zwei Beamte der Hamborner Polizeiwache. Eine Autofahrerin stoppte ihren Streifenwagen. Als die Frau aus ihrem Auto stieg, trug sie nur Bademantel und Schlappen. Sie sei soeben von ihrem Ex-Mann attackiert worden, offenbarte die Frau. Als mutmaßlicher Täter steht nun in zweiter Instanz ein 42-jähriger Mann vor dem Landgericht .

Besuch am späten Abend

Am späten Abend soll der Angeklagte seine Ex-Frau in deren Wohnung besucht haben. Die 38-Jährige hatte so spät keinen Besuch mehr erwartet und stand schon unter der Dusche. Sie schlüpfte in einen Bademantel und öffnete die Tür. Zunächst habe man friedlich Wein getrunken, dann jedoch habe es Streit gegeben, so die Anklage.

In dessen Verlauf soll der 42-Jährige seiner Ex an den Haaren gezogen und sie geohrfeigt haben. Er soll sie bedroht und Sex gefordert haben. Aus Angst übergab sich die Frau. Das soll den Angreifer so abgeschreckt haben, dass die 38-Jährige aus der Wohnung fliehen konnte.

Keinen Zweifel an der Schuld

Das Amtsgericht Ruhrort hatte im Juni keinen Zweifel an der Schuld des Mannes gehabt. Es verurteilte ihn wegen sexueller Nötigung, Körperverletzung und Bedrohung zu 15 Monaten mit Bewährung. Dagegen legte der Angeklagte Berufung ein. „Die Anklage trifft nicht zu“, sagte er am Freitag dazu.

Die Polizisten berichteten im Zeugenstand, die Frau sei, als sie den Streifenwagen anhielt, völlig aufgelöst gewesen. „Sie heulte und schrie hysterisch, ihr Ex habe sie umbringen wollen.“ Am Tatort trafen die Beamten nicht nur den angetrunkenen Mann an, der alles bestritt, sondern auch Spuren, die zu den Angaben der 38-Jährigen passten.

Ex-Ehefrau macht vom Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch

Während die Ex-Ehefrau den 42-Jährigen in erster Instanz schwer belastete, machte sie nun überraschend von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Auch ihre Aussagen bei der Polizei darf das Landgericht nun nicht mehr gegen den Angeklagten verwenden. Einziger Ausweg: Zu einem Fortsetzungstermin Mitte Januar soll der Vorsitzende des Schöffengerichts geladen werden, das den 42-Jährigen im Juni verurteilte, um die damalige Aussage der Zeugin zu rekapitulieren.

Bodo Malsch


Kommentare
05.01.2013
19:26
Wichtigste Zeugin in Prozess wegen sexueller Nötigung verweigert die Aussage
von tecxuss | #1

Ganz einfach ! Polizeieinsatz in Rechnugn stellen,die Gerichtskosten in Rechnung stellen.Einen Aktenvermerk machen bei beiden.Bei nochmaligem Vorfall für beide Gefängnis.Einen Grund findet man immer dafür.
Jetzt eine Anzeige gegen beide.Was bilden sich einige eigentlich ein ?

Wir leben doch nicht im Kasperletheater?

Aus dem Ressort
Duisburg gedenkt der Opfer der Loveparade-Katastrophe
Loveparade
Mit einer bewegenden Gedenkfeier erinnerte sich Duisburg am Mahnmal an den Jahrestag des Loveparade-Unglücks: In den vier Jahren nach dieser Katastrophe seien die Stadt Duisburg, ihre Bürger, die Hinterbliebenen und die Verletzten „zu einer Art Schicksalsgemeinschaft“ geworden, sagte OB Sören Link.
Hitachi-Gebäude im Innenhafen gehört jetzt Kanadiern
Unternehmen
Der Firmensitz des Kraftwerkbauers Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe hat erneut den Besitzer gewechselt. Neuer Eigentümer ist der Inovalis Real Estate Investment Trust, ein kanadischer Immobilien-Fonds.
Duisburger VW-Autohaus ist insolvent – Rettung in Sicht
Autohandel
Zwei Jahre nach der Eröffnung ist das VW-Zentrum am Ruhrdeich in Duisburg zahlungsunfähig. Das Geschäft mit 130 Mitarbeitern an beiden Duisburger Standorten läuft aber weiter. Der Insolvenzverwalter führt bereits Gespräche mit namhaftem Übernahme-Interessenten.
Schwuler Aktivist vor Abflug zum CSD in Moskau festgenommen
Homophobie
Ein russischer Schwulen-Aktivist ist offenbar am Moskauer Flughafen verhaftet worden. Der junge Mann wollte zum Christopher Street Day nach Duisburg. Bei einer Durchsuchung des Gepäcks sollen Sicherheitskräfte eine Regenbogenfahne entdeckt haben. Es ist nicht die erste Verhaftung des Russen.
Viele leiden unter den Folgen der Loveparade-Katastrophe
Interview
Pfarrer Jürgen Widera ist seit April 2013 Ombudsmann für die Betroffenen der Loveparade. Aus Anlass des vierten Jahrestages der Katastrophe sprach der evangelische Geistliche mit der Funke-Mediengruppe über die Stimmung der Betroffenen und darüber, wie er mit dem Leid umgeht, das auf ihn einstürmt.
Duisburg und die A59-Sperrung
Fast drei Monate ist die A59 nun schon gesperrt, noch einmal drei Monate werden sehr wahrscheinlich folgen. Wie hat sich die Sperrung der Nord-Süd-Achse auf Sie persönlich ausgewirkt?

Fast drei Monate ist die A59 nun schon gesperrt, noch einmal drei Monate werden sehr wahrscheinlich folgen. Wie hat sich die Sperrung der Nord-Süd-Achse auf Sie persönlich ausgewirkt?

 
Fotos und Videos
Gedenken an die Opfer der Loveparade
Bildgalerie
Loveparade
WAZ öffnet Pforten: DVG
Bildgalerie
Serie
Nacht der tausend Lichter
Bildgalerie
Loveparade
Leser besuchen das Landesarchiv
Bildgalerie
WAZ-Serie