Wettkampf auf dem Wasser, Party an Land

Der Startschuss ist gerade verhallt, da setzen die Trommeln ein. Gleichmäßig geben sie den Paddel-Rhythmus vor. Schon nach den ersten Metern verziehen die Sportler ihre Gesichter. Die Arme brennen. Der Blick geht immer wieder zu den Konkurrenten.

Vorbei sind die Gesänge vor dem Start, die flotten Sprüche. Jetzt zählt der Sieg. Und zwar für alle. Auch die Teilnehmer der Fun-Challenge bei der Drachenboot-Fun-Regatta im Innenhafen wollen jetzt alles geben: All jene mit Heino-Perücken und die in Froschkostümen beißen und schnaufen genauso wie die Hobby-Sportler mit den dicken Armen und breiten Rücken. Für die Minuten und Sekunden, in denen es um Sieg und Niederlage geht, ist Schluss mit lustig. Guck mal, wie die sich ins Zeug legen“, sagt Bernd Schoever, der sich das Spektakel mit seinem Enkel Niklas (8) ansieht. „Die sind alle gleich schnell“, bemerkt der Junge.

Im Ziel dann das große Schnaufen. Einige schöpfen mit den Händen Wasser in ihre Gesichter, andere legen den Kopf müde auf den Schultern des Vordermanns ab. Wer noch Kraft hat, winkt den Zuschauern. An Land gibt es keine Konkurrenten mehr. Alle feiern sich, das Rennen, das Fest. Man tauscht sich aus und analysiert.

Die Silent Dragons haben sich für das Finale der Fun-Challenge qualifiziert. Sie gehören zu den acht schnellsten Teams dieser Kategorie. Für viele der Team-Mitglieder zählt jedoch nicht nur der Sieg. „Wir haben im vergangenen Jahr den Preis für das schönste Outfit gewonnen“, erzählt Claudia Weimann. „Das wollen wir in diesem Jahr natürlich wiederholen.“ Ein Hingucker sind die Paddler, von denen die meisten sich durch die Arbeit kennen, auf jeden Fall. Schwarze T-Shirts, weiße Westen und blonde Perücken: Als Heino-Doppelgänger ziehen sie die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich.

Brigitte Boch (69) ist nach dem Hafenfest 2014 bereits zum zweiten Mal als Zuschauerin dabei. „Ich werde auch im nächsten Jahr wieder kommen. Das ist einfach ein rund um gelungenes Fest“, befindet die Oberhausenerin. Wie viele andere jubelt sie den Teilnehmern zu, genießt aber auch das bunte Programm im Innenhafen. Aus dem Kultur- und Stadthistorischen Museum kommt gerade Elisabeth Klein. Die 30-Jährige ist mit ihrem Freund Sebastian Helmus aus Mülheim gekommen. „Es gibt unglaublich viel zu entdecken. Es ist für jeden etwas dabei", finden die beiden.