Westfälinnen im Karneval

Es gibt im Leben von Journalisten so Momente, wo man sich denkt: „Ich glaub ich bin ‘ne Fehlbesetzung.“ Das traf gestern auf zwei Kolleginnen zu, die aus dem westfälischen Teil des Ruhrgebiets stammen. Sie wissen schon „Westfalenland, Westfalenland, ist wieder außer Rand und Band...“. Das leiert der leidenschaftliche Karnevalist der Redaktion mit liebevollem Spott immer wieder runter. Und er hat ja recht, wenn er den Song in Zeitlupe verhohnepiepelt. Er hätte wahrscheinlich wieder resigniert mit dem Kopf geschüttelt, als die eine Kollegin erzählte, dass ihr eine Frau mit einem pröttenhässlichen Rock mit mexikanischem Muster in Neon entgegen gekommen war. „Ich hab erst gemerkt, dass das ein Kostüm ist, als ich im Vorbeigehen die dicken Ohrringe gesehen habe. Ach ja, Weiberfastnacht...“ Die andere Kollegin hatte keine Chance, Weiberfastnacht zu verdrängen,um sich an ihr übliches Tagwerk zu machen. Denn es gibt im Ruhrgebiet tatsächlich Menschen, die in die rheinischen Metropolen fahren, um zu feiern. Also genoss sie schon beim Einstieg acht ordentlich proviantierte Schornsteinfeger aus dem Münsterland. Ab Gelsenkirchen stiegen wohlgelaunte Kohorten von kostümierten Damen dazu. Naja, man will den anderen ja den Spaß nicht verderben. Also lass sie feiern. Und dann verabschiedeten sie die Damen beim Ausstieg mit den Worten „Lustige Verkleidung“. Hä? Ja, nee is klar. In diesem Sinne „Helau“.

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