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Zum Jubiläum eine umweltfreundliche Innovation

16.08.2011 | 19:05 Uhr
Zum Jubiläum eine umweltfreundliche Innovation
Das Chemiewerk bei Nacht und aus der Luft. Bei der Produktion von Titandioxid fallen jetzt keine Abfallstoffe mehr an. Foto: Sachtleben

Duisburg-Homberg.Das Homberger Chemieunternehmen Sachtleben produziert seinen Weißmacher ab sofort ohne Rückstände - eine echte Innovation. Und mit einer langen Vorgeschichte.

Im kommenden Jahr feiert das Homberger Chemieunternehmen Sachtleben 50-jähriges Jubiläum. Und präsentiert laut eigener Aussage einen technologischen Meilenstein. Die Firma kann sein Weißpigment jetzt rückstandsfrei herstellen. Der Stoff namens Titandioxid kommt unter anderem in Lippenstiften und Puder, aber auch in weißen Kunststofffenstern, Farben und Lacken, Synthesefasern, in Kaugummi, Sonnenschutzlotionen oder Zahnpasta vor.

Die reststofffreie Titandioxidproduktion – jetzt fällt auch kein Gips mehr als Abfallprodukt an – wird ab sofort in Duisburg umgesetzt, so Pressesprecher Axel Markens. „Die Reduzierung von nicht nutzbaren Nebenproduktströmen und Emissionen war nicht nur unter Umweltaspekten von Anfang an Unternehmensziel.“

Das Ende der Dünnsäure-Verklappung

Die Entwicklung im Zeitraffer: Ende der 1970er Jahre ist eine Anlage gebaut worden, die Schwefeldioxid-Emissionen trotz steigender Produktionsleistung deutlich reduzierte. Mitte der 1980er Jahre wurden mit Millionen Investitionen weitere Abgasreinigungsprojekte und ein betriebsinternes Recycling aller aus den Abgaswäschen anfallenden Waschlaugen realisiert.

Parallel begannen im Jahre 1986 Planungen für das Projekt zur Erstellung einer Dünnsäure-Rückgewinnungsanlage. Die Anlage, die am 9. November 1989 in Betrieb genommen wurde, beendete die immer wieder von Umweltorganisationen angeprangerte Verklappung von Dünnsäure in die Nordsee.

Sachtleben-Chef Vern Sumner ist stolz auf die Entwicklung.

Das Ergebnis sämtlicher neuer Anlagen: Fast alle im Produktionsprozess anfallenden Nebenprodukte wurden durch die Einführung neuer Technologien in andere Produkte umgewandelt. Eine Ausnahme war bis vor wenigen Tagen lediglich Gips. Bei der Herstellung von Keimen, die die Kristallausprägung im Herstellprozess steuern, gab es bisher ein Verfahren, bei dem Gips anfiel. Für diese Gipsqualität gab es aber keine industriellen Anwendungen.

Jetzt erfolgte in diesem Produktionsschritt die Umstellung auf ein neues gipsfreies Verfahren. Sachtleben-Geschäftsführer Vern Sumner ist stolz auf diese Entwicklung: „Das Duisburger Werk ist nach unseren Erkenntnissen die erste rückstandsfreie Titandioxid-Produktionsanlage. Das ist eine bedeutende Leistung, die das hohe Engagement im Umweltschutz unterstreicht.“

Sachtleben stellt seit 1962 Titandioxid her. Etwa fünf Millionen Tonnen des Stoffes werden jährlich weltweit hergestellt. Sachtleben produziert davon in Homberg etwa 100 000 Tonnen und in Finnland etwa 130 000 Tonnen

Daniel Cnotka

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