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Hochheide

Zerbrochene Ruhe

25.11.2008 | 17:29 Uhr
Zerbrochene Ruhe

Eine kaputte Fensterscheide offenbart die Sensibilität rund um die Ladenstadt. Ansonsten gab es keinen Ärger in den vergangenen Monaten.

Lange herrschte Ruhe in der Hochheider Ladenstadt, am Montagabend zerbrach sie. In „Annes Schreibwarenladen” ging eine Schaufensterscheibe zu Bruch.

Inhaberin Anne Psiuk sieht den Vorfall gelassen: „Das war sicher nicht mutwillig und gezielt, vielleicht ist es bei einer Rangelei zwischen Jugendlichen ohne Absicht passiert”, mutmaßt sie. Zumal keine Ware fehle. In die gleiche Richtung gehen die Ermittlungen des Bezirksbeamten Alfred Roch. Möglicher Grund könne eine „Spaßkloppe” gewesen sein.

Was immer die Ursache des Glasbruchs war, die Reaktionen darauf offenbaren, dass seit den Silvesterkrawallen eine erhöhte Sensibilität unter den Anliegern herrscht. Da sorgt ein Zwischenfall schnell für Aufregung. Egal, ob berechtigt oder nicht.

Anne Psiuk, deren Geschäft direkt gegenüber jenes Internetcafés liegt, das dem berüchtigten „Dubai” folgte, schildert die Situation als „eigentlich ruhig” ein. Nachdem die Polizei in den ersten Monaten des Jahres sehr präsent war, habe es keinerlei Vorkommnisse mehr gegeben. Diese Präsenz habe zwar nachgelassen, auch habe Psiuk wieder mehr Jugendliche beobachtet, die das Internetcafé frequentieren, doch es habe keinerlei Konfrontation gegeben. Psiuk: „Der Sommer ist wunderbar gelaufen.”

Möglicher Grund: Alfred Roch ist täglich im Internetcafé, um „seine” Zielgruppe anzusprechen. Erst Montag ließ er dort von Jugendlichen Fragebögen im Rahmen des Projekts „Hochheide” der FH für öffentliche Verwaltung ausfüllen (wir berichteten).

Dennoch ist Psiuk der Meinung, dass das Ordnungsamt durchaus mal wieder kontrollieren solle, ob der Internetcafé-Betreiber nicht doch zu junge Gäste an die Geräte lässt. Und zur Sicherheit habe sie den Polizeibeamten, die den Schaden dokumentierten, gesagt, dass sie die Silvesternacht mal im Auge behalten sollten.

„Beschwerdefrei” ist auch Klaus Krebber, Vorsitzender der Hochheider Kaufleute. Die Lage habe sich merklich gebessert. In den vergangenen Wochen sei keine Polizei mehr vor Ort gewesen, „das war aber auch nicht erforderlich”. Und mit der Demontage des Basketballkorbes auf dem Marktplatz sei auch eine akustische Ruhe eingekehrt.

Ein ähnliches Fazit zieht Monika Gallus vom Stadtteilbüro. „Auf uns ist niemand mit irgendwelchen Beschwerden zugekommen.” Sie selbst wolle sich mal bei einem Gang durch die Ladenstadt in der Dunkelheit ein Bild von der Situation machen. Vielleicht wird sie das gesprungene Glas der Tür einer Bäckerei bemerkt haben. In diesem Fall kann Entwarnung auf der ganzen Linie gegeben werden. Verursacher dieses Schaden war nach Angaben einer Mitarbeiterin: Durchzug.

Auch für die Polizei war das zerstörte Schaufenster seit Tagen das einzige Vorkommnis. Die Hochheider, die der Silvesternacht in einem Monat mit Sorge entgegen sehen, könnte beruhigen, dass die Polizei die Nacht des Jahreswechsels nach wie vor auf der Agenda hat. „Wir werden mehr als sonst auf der Straße sein, um entsprechend reagieren zu können”, sagte Polizeisprecher Achim Blättermann gestern auf Nachfrage. „Auch speziell in Hochheide”.

Tobias Bolsmann

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Kommentare
26.11.2008
12:43
Zerbrochene Ruhe
von Sabinchen | #1

Dieser Artikel beschönigt! Die WAZ beschönigt, weil sie immer auf Verständnis macht, die Geschädigte, die ja mit diesen Leuten klar kommen muss, der Polizeibeamte, der ohne Grund sofort die Jugendlichen mit Begriffen wie Spaßkloppe! schützt, das Stadtteilbüro und zuletzt die Eigentümer, die ihre Ladenmieten jetzt schon im Keller sehen.

Ich mach da nicht mit. Was sich in der Ladenstadt so rumtreibt, sind keine Spielkinder.

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