Wachküssen mal zwei
23.02.2012 | 16:46 Uhr 2012-02-23T16:46:00+0100
In einen Dornröschenschlaf fielen die Zuschauer nicht, als die Theater AG der Donkschule an der Gartenstraße in Rumeln-Kaldenhausen gestern früh um 9 Uhr ihr Schauspiel aufführten.
Ganz im Gegenteil: „Als Dornröschen zweimal wach geküsst wurde“, so der Titel der Premiere, waren die rund 150 Jungen und Mädchen, unter ihnen die Maxikinder der Kita an der Düsseldorfer Straße, hellwach. Mit großen Augen verfolgten sie in der Turnhalle die heitere Adaption des berühmten Grimm’schen Märchens.
Denn die lustige Version der legendären Geschichte aus der Feder der Gebrüder Grimm kommt schon recht merkwürdig daher. Das weckt schon mal Interesse bei den Kids. „Als Dornröschen zweimal wach geküsst wurde“ setzt genau da an, wo das klassische Märchen endet: Bei dem sagenhaften Kuss, den der Prinz der Prinzessin, also Dornröschen, auf die Lippen drückt. Doch anders als im Original zeigt sich die Prinzessin in dem netten Kinderstück keineswegs amüsiert. Entweder hat der Prinz nicht gut genug geküsst oder er hört nicht richtig zu. Man weiß es nicht. So schickt Dornröschen den jungen Mann wieder fort…
… doch damit ist das Problem natürlich nicht gelöst. Denn Dornröschen braucht ja einen neuen Mann. Und so schicken Prinzessin und Ihre Eltern, der König und die Königin, einen Herold ins weite Land, der nach neuen Heiratskandidaten Ausschau halten soll. Dornröschen betont immer wieder, es müsse ja kein echter Prinz sein. So stellen sich am Hof schon bald gar seltsame Kandidaten ein und vor…
Zu hässlich, zu albern,zu verwegen
…zum Beispiel der quakende Froschkönig (zu hässlich), die hüpfenden Sieben Zwerge (zu albern), das tanzende Rumpelstilzchen (zu verwegen). Alle sind anderen Märchen entsprungen, haben sich offenbar in der falschen Geschichte „verirrt“. Alle bringen attraktive Brautgeschenke mit: Diamanten, Samt und Seide, Unterhaltung und Kunststücke, sogar medizinischen Rat. Doch es nutzt nichts: Der künftigen Braut gefällt’s nun mal nicht, sie hat an allen Kandidaten etwas zu mäkeln.
Die Bräutigamschau verläuft zunächst ergebnislos. Dornröschen braucht erst einmal Ruhe. Und eine Denkpause. Die Prinzessin geht in den Wald, legt sich ins feuchte Moos zum Schlafen. Während Dornröschen da vor sich hin träumt, tanzen bunt gekleidete Waldgeister um die Schlafende herum. Doch da kommt ein weiterer Prinz hinzu und küsst die Adelige aus dem Schlaf. Er ist blond, blauäugig und von stattlicher Gestalt – für Dornröschen im doppelten Sinne der Traummann, geradezu ein „Erweckungserlebnis“. Kein Wunder dass der junge Mann in der zweiten Prinzenrolle den Zuschlag erhält. Geheiratet wird erst mal nicht – allein die große Liebe zählt. Glücklich reitet das Paar von dannen. Es war einmal…
… ein Happy End – das gefällt den Kindern, und den zuschauenden Erwachsenen ebenso. Und die Kinder haben sich ja große Mühe gegeben, auch ihre Lehrerinnen Lisa Sonnabend und Melanie Jahn-Deck. Monatelang haben sie das Schauspiel einstudiert. Da spenden alle in der Halle minutenlang und lebhaft Applaus, rufen „Bravo!“, trampeln donnernd mit den Füßen. Und viele freuen sich schon aufs nächste Stück der Theater-AG an der Donkschule.
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