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Von wegen Armleuchter

08.11.2012 | 17:28 Uhr

Aktionstag zur Verkehrssicherheit am Krupp-Gymnasium in Rheinhausen

Es ist düster und kalt, oftmals verregnet. Im Duisburger Novemberwetter kann einem schon mal die Lust aufs Fahrradfahren vergehen. Gerade viele Schüler sind jedoch auf ihr Rad angewiesen, sind bei Wind, Kälte und Regen unterwegs – und das auch im Berufsverkehr.

Wer gestern mit dem Rad zum Krupp-Gymnasium kam, den erwartete jedoch die Polizei. Sie war zusammen mit Mechanikern der Radstation Duisburg für die Aktion „Sehen und gesehen werden – nur Armleuchter fahren ohne Licht“ an den Flutweg gekommen. So stand für alle Klassen Verkehrssicherheit auf dem Stundenplan und eine Überprüfung der Drahtesel gab es obendrein.

Radfahrer besonders gefährdet

„Lichttechnisch ist alles optimal in Ordnung, gerade bei den jungen Leuten“, freut sich Jörg Mentel von der Radstation. Die Fahrräder der Krupp-Schüler seien vorbildlich und wenige kleine Mängel ließen sich einfach beheben. „Oft fehlen einfach Reflektoren oder es werden die falschen benutzt.“ Im Straßenverkehr sind nur orangefarbene Reflektoren erlaubt, übrigens auch keine batteriebetriebenen Lampen. Erfreulich sei, dass viele Kinder einen Fahrradhelm tragen – zumindest bis zu einem gewissen Alter, in dem gerade bei Jungs ein Helm nicht mehr als cool gilt.

Dass es auf der Straße um deutlich mehr geht, als das Ansehen in der Clique, das weiß auch Polizeihauptkommissar Horst Wolf: „Wer als Radfahrer im Straßenverkehr nicht aufpasst, nicht defensiv fährt, sondern auf sein Recht pocht, der überlebt oft nicht.“ Über 400 Verkehrsunfälle mit Fahrrädern gab es bereits in diesem Jahr in Duisburg, Häufig fahren die Radler auf der falschen Straßenseite oder werden einfach nicht gesehen. Ein Autofahrer, der ein Fahrrad frontal mitnimmt und nicht einmal gebremst hat, sei gerade in der dunklen Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Deshalb seien intakte Lichtanlagen und gut sichtbare Kleidung unerlässlich. Auch das sollten die Krupp-Schüler nun lernen.

„Wenn wir jemanden ohne Licht erwischen, dann streicheln wir ihm nicht bloß über den Hinterkopf“, sagt Wolf, „aber K.O. schlagen wir ihn natürlich auch nicht.“ Auch Fahrradfahrer müssen sich an die Regeln halten, das zumindest will der Beamte den jungen Verkehrsteilnehmern nicht verschweigen. „Wer bei Rot über die Ampel fährt, muss 120 Euro zahlen und bekommt einen Punkt in Flensburg.“ Denn auch für Fahrräder gibt es einen Bußgeldkatalog mit „enormen Geldstrafen“. Fahren ohne Licht kostet immerhin bis zu 35 Euro.

Krupp-Schulleiter Peter Jöckel zieht ein positives Resümee der fünfstündigen Aktion. „Viele unserer Schüler, auch viele ältere, kommen bewusst mit dem Rad zur Schule. Das Projekt wird sicherlich dabei helfen, Unfälle zu verhindern.“

Von Oliver Kühn


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