Vom Orgelspiel seit Kindesbeinen fasziniert

Die Kirchenmusikerin Regina Steven probt mit ihrem Chor an der Schwarzenberger Straße in Rheinhausen.
Die Kirchenmusikerin Regina Steven probt mit ihrem Chor an der Schwarzenberger Straße in Rheinhausen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Rheinhauserin Regina Steven kam auf Umwegen zu ihrem jetzigen Beruf als Kirchenmusikerin. Sie leitet auch einen Chor und war an den Weihnachtsfeiertagen im Dauereinsatz.

Duisburg-Rheinhausen..  Das Orgelspiel der früheren Kirchenmusikerin Ruth Schmalenberg in der Evangelischen Erlöserkirche hatte es ihr besonders angetan. Jahrelang spielte Regina Steven Klavier, ab dem siebten Lebensjahr erhielt sie Unterricht. Als sie dann 15 Jahre alt war, hatte sie jenes Schlüsselerlebnis. Die Orgel - sie sollte bis zum heutigen Tag ihr Instrument sein. Inzwischen ist die 49-jährige Rheinhauserin selbst Kirchenmusikerin, hat eine Anstellung von zehn Stunden in der Großgemeinde St. Peter und von fünf Stunden in der Kreuzkirche und Dorfkirche.

Die musikalische Begabung hat Steven wohl von ihrem Vater geerbt. Er spielte zu Hause Klavier, auch der Bruder beherrschte das Instrument. Als Jugendliche nahm sie bis ein Jahr vor dem Abitur bei Ruth Schmalenberg Orgelunterricht. Da sie vorher schon Klavier spielte, konnte sie sich sehr schnell auf das monumentale Instrument einstellen. Nach dem Abitur studierte sie in Köln Musik (Nebenfach Cello) und Französisch auf Lehramt. Die Fächer in Musik studierte sie zu Ende. Das Staatsexamen machte sie allerdings nicht. „Ich wusste nicht, ob ich mich als Lehrerin eigne.“ Sie schulte um zur Reiseverkehrskauffrau. Und wie die Fügungen des Schicksals manchmal so sind: In der Evangelischen Gemeinde Friemersheim wurde eine Kirchenmusikerin gesucht. Sie hatte dort eine Verpflichtung über fünf Stunden für Gottesdienste, Trauungen und Andachten in der Kreuz- und Dorfkirche. Wenig später erkrankte die Kirchenmusikerin in der früheren eigenständigen St. Barbara Gemeinde. Regina Steven übernahm ihre Aufgaben vertretungsweise, übernahm auch den Chor und die Samstagabendmesse.

Inzwischen arbeitet sie nicht mehr als Reiseverkehrskauffrau, sondern konzentriert sich auf die Aufgaben einer Kirchenmusikerin. Schließlich hatte sie am Bischöflichen Kirchenmusikseminar Essen die zweijährige Ausbildung zur nebenamtlichen Organistin und Chorleiterin gemacht und mit einer Prüfung abgeschlossen.

Sozusagen ihr Chef ist Ludger Morck. Mit ihm stimmt sie die Messtermine ab. Welche Lieder während eines Gottesdienste erklingen, sind allerdings eine Entscheidung der Pfarrer/Priester. „Sie sagen mir ihre Wünsche“, so Regina Steven, die dann verrät: „Speziell bei adventlichen Liedern spiele ich schon mal eine eigene Bearbeitung oder improvisiere.“ Zu Hause hat die Kirchenmusikerin übrigens noch ein Klavier stehen. „Daran übe ich anspruchsvollere Orgelstücke.“ In den Kirchen ist es häufig sehr kalt. Meist zwischen sieben und acht Grad, erst bei Gottesdiensten wird die Heizung auf etwa 15 Grad hochgefahren. „Ich hatte schon 20 Pullover an, wenn ich an der Orgel probte“, schmunzelt die Kirchenmusikerin. Als besondere Herausforderung empfindet sie, dass die Kirchenmusiklieder moderner werden. Aber auch Metallic hat sie schon auf der Orgel gespielt, bei einer Trauung. Der Pfarrer wusste, dass das Paar diese Musikrichtung mag.

Ganz auf dem Anlass abgestimmt waren die Musikstücke an Heiligabend. Im Dienst war Regina Steven übrigens während des Kindergottesdienstes mit Krippenspiel, der Christmette (beides St. Peter) sowie während des Gottesdienstes um 23 Uhr in der Dorfkirche. Am ersten Feiertag saß sie in der Kreuzkirche, am zweiten Feiertag in der Dorfkirche an der Orgel.

Ausgewählte Stücke
In St. Peter
erklangen am Heiligen Abend ausgewählte Stücke. In einer musikalischen Einstimmung sang der Kirchenchor St. Barbara: „Machet die Tore weit“ von Andreas Hammerschmidt, „Herr, send herab uns deinen Sohn“ im 2stimmigen, 3stimmigen und 4stimmigen Satz, „O Herr, wenn du kommst, wird die Welt wieder neu“ im Wechsel mit der Gemeinde, „Magnificat“- Kanon aus Taizé zusammen mit der Gemeinde.
In der Messe
präsentierte der Chor unter anderem „Lobt Gott, ihr Christen“ in einer Swing-Version von Matthias Nagel, „Brich an, o schönes Morgenlicht“ Choral aus dem Weihnachtsoratorium von J.S. Bach, „Als ich bei meinen Schafen wacht“ im Wechsel mit der Gemeinde „Tollite Hostias“ aus dem Weihnachtsoratorium von C. Saint-Saens.