Vier Kraftwerksbauer wollen Angebote bei Trianel abgeben
20.11.2009 | 14:00 Uhr 2009-11-20T14:00:00+0100
Rheinhausen/Uerdingen. Laut Trianel läuft die Ausschreibung über den Vertrag mit dem Generalunternehmer für die 750-Megawatt-Anlage "überaus Erfolg versprechend". Das Unternehmen will noch vor Weihnachten ein Büro in Hohenbudberg beziehen. Kritiker kündigen derweil weitere Proteste an.
Die Suche nach einem Generalunternehmer für den Bau des Steinkohlekraftwerks in Uerdingen laufe „überaus Erfolg versprechend”, teilte das Unternehmen Trianel gestern mit. „Vier Unternehmen sind aufgefordert, bis Mitte Februar Angebote abzugeben”, sagte Projektleiter Martin Hector. Der europaweiten Ausschreibung liegen Unterlagen von 500 Seiten zugrunde. Rund eine Milliarde Euro soll die 750-Megawatt-Anlage kosten und sei damit „die größte industrielle Einzelinvestition in der Geschichte der Stadt Krefeld”.
Die genauen Kosten, die manche Experten bereits als deutlich höher beziffert haben, wird man allerdings erst kennen, wenn die Angebote auf dem Tisch liegen. Die Zahl von vier Kraftwerksbauern, die sich um den Auftrag bewerben, sei hoch, sagte ein Trianel-Sprecher der Redaktion. In Lünen, wo Trianel ebenfalls ein 750 MW-Kraftwerk baut, haben nur zwei Firmen Angebote abgegeben. Den Zuschlag für das 1,4 Mrd Euro-Projekt in Lünen erhielt Siemens. Bis 2012 soll die Anlage, die im Gegensatz zu Uerdingen über einen riesigen, 160 Meter hohen Kühlturm verfügt, fertig sein. Die höhere Zahl der Bewerber hängt vermutlich damit zusammen, dass viele geplante Kraftwerk durch Gerichte gestoppt oder von den Energiekonzernen aufgegeben wurden.
Ob das Milliarden-Projekt in Uerdingen realisert wird, hängt angesichts neuer Entwicklung auf dem Energiemarkt letztlich auch von der ausstehenden Wirtschaftlichkeitsberechnung ab. Den Baubeschluss hat Trianel für Herbst 2010 terminiert.
Proteste zum Klimagipfel
Noch vor Weihnachten will Trianel seine Büros in Uerdingen beziehen. Die Räume im ehemaligen Pfarrhaus der Hohenbudberger Kirche St. Matthias werden derzeit noch renoviert. Ab Januar will Trianel vor Ort Bürgersprechstunden anbieten: Das erste Mal am 7. Januar von 17 bis 19 Uhr und ab dann jeden Donnerstag.
Genau einen Monat vorher, am 7. Dezember, werden zunächst aber wieder die Proteste hörbar werden. Zum Start des Weltklimagipfels in Kopenhagen wollen Bayer-Kritiker eine Mahnwache vor der Leverkusener Bayer-Zentrale abhalten. Sie protestieren gegen den Bau neuer Kohlekraftwerke in mehreren Bayer-Werken. Die von Bayer angekündigten Klimaschutz-Beiträge seien „reine Augenwischerei”, so die Kritiker. Die CO2-Emissionen allein des Krefelder Kraftwerks wären mehr als zehnmal so hoch wie die von Bayer angekündigten Effizienzgewinne.
11:52
#mauswanderer
Du hast Recht. Wir haben Türkistan. Und den Dreck aus Krefeld. Es hätte ja keiner ein Problem, wenn Bayer die vorhandenen Blöcke erneuern und durch sauberere und effektivere austauschen würde.
Tut Bayer aber nicht. Es kommt ein über den heimischen Bedarf produzierendes Kohlekraftwerk hinzu. Selbst wenn irgendwann die alten Blöcke abgeschaltet werden, liegt der Ausstoß an CO2, Feinstaub und allem anderen 50 Prozent über dem derzeitigen Wert.
Entscheidend ist, was am Ende herauskommt. Und das bedeutet für uns in Rumeln und Rheinhausen eben mehr Dreck und somit ein größeres Risiko für Lungenkrankheiten und Krebs. Das will doch keiner, der einigermaßen bei Verstand ist.
Es geht hier nicht um die Alternative Kohle oder Atom. Es gibt andere Möglichkeiten, die Bayer auch noch einen schönen Profit sichern, was den raffgierigen Vorständen ja am wichtigsten ist. Nämlich ein Gaskraftwerk. Da sind wir nicht nur von Russland abhängig, wie uns die Kohlemafia glauben machen will. Kohle kann man übrigens auch vergasen, die Technologie ist seit Jahrzehnten bekannt. Wäre doch auch mal eine Möglichkeit, dem deutschen Steinkohlebergbau auf die Sprünge zu helfen und gleichzeitig die Lebensbedingungen hier zu verbessern.
Somit Glück auf!
11:50
Ihr Rheinhauser Besserwisser!Ihr wisst wie man mit blödem Protest Industrieunternehmen vor die Wand fährt.Wir in Uerdingen haben Arbeit und Brot z.B. im Chempark und Ihr habt Türken.Wer ist besser dran?Lasst uns unsere Arbeit,viele von Euch arbeiten auch hier in Uerdingen.Wenn Ihr Euch um etwas kümmern wollt,warum nicht um Homberg,Hamborn,Türkisch-Rheinhausen,Walsum,Kamp-Lintfort und und und.Wenn hier weiter investier wird,dann gibt es uns noch in 50 Jahren,und Ihr habt Türkistan,wer ist besser dran?
22:47
Vorschlag zur Güte:
Alle, die gegen Atom- und Kohlestrom sind, beziehen ihren Strom über einen Fahrraddynamo, den die selbst treten.
Vorerst geht es doch nicht ohne diesen Strom. Solange Solar- und Windenergie nicht vernünftig zwischengespeichert werden, geht es doch nicht anders.
Besser effizientere Kraftwerke und die alten Dreckschleudern dann abschalten als die neuen verhindern.
19:17
Feinstaub macht Herzinfarkt. 56 Arbeitsplätze mehr - 1000 landen mit Herzinfakt in Krankenhaus.
Ejh, das ist echt Ruahrgebiet. Ajh boah Mannn: Wir sind das Ruahrgebiet! Ajyh, wir sind ein Wunder. Selbst Professoren wundern sind. Ajh, echt Klasse Ruahrgebiet.
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18:55
#9 Steinkohlepreise relativ stabil???
http://www.bafa.de/bafa/de/energie/steinkohle/statistiken/index.html
In 2 Jahre gab es mal eben eine Verdopplung des Grenzübergangs-Preises. Beim ERdgas war es nur noch viel mehr.
17:53
Ist doch Südafrika als Hort von innenpolitischer Stabilität bekannt.
Man kann nur immer wieder staunen , welche Strategie-Genies in unserer banana republika die Energiesicherheit - mit welchen Mitteln - gewährleisten wollen.
...und sie sind ja offensichtlich ein richtiger Experte.
Kohle wird in sehr vielen Staaten der Welt gefördert und exportiert. Der Kohlepreis ist im Gegensatz zu Öl und Gas seit Jahrzehnten relativ stabil und aufgrund der für immernoch für >150 Jahre reichenden Kohlereserven weltweit wird das auch sicherlich noch lange Zeit so bleiben.
Zu ihrem Kommentar fällrt mir nur ein Zitat von Dieter Nuhr ein...
16:56
... aber die alten Blöcke werden aus Profitgier weiter laufen und selbst wenn sie abgeschaltet werden, wrd mehr CO2 ausgestoßen, als vorher, da das neue Kraftwerk größer sein soll.
Also ich traue den Kraftwerksbetreibern genau so viel, wie der Atomwirtschaft, letztere beweist ja auch immer ihre Vertrauenswürdigkeit...
10:02
@2: Die Kohle wird via Forwards über die Commodity-Börse gekauft. Fällt der Lieferant aus, werden die hinterlegten Sicherheitszahlungen verwendet.
Ist doch super: alte Blöcke abschalten und neue effizientere Blöcke bauen.
09:38
Neue Steinkohlekraftwerke können das gessamte Band an Importsteinkohle nutzen. Es gibt keine Abhängigkeit von einem Lieferant wie Südafrika.
Die Kohle wird auch nicht nur langfristig eingekauft, sondern häufig mittel- und kurzfristig.
Der Weltmarkt funktioniert sehr gut.
00:29
@ 3 feder 24
Grüß Gott feder 24 .
Bin hier völlig .also zu Hundert Prozent ,deiner Meinung.
Unser gemeinsamer Argumentationsfreund Hermann Scheer vertritt in dem Punkt übrigens die gleiche Meinung wie Du!!!