Versöhnen statt spalten
15.03.2010 | 19:13 Uhr 2010-03-15T19:13:00+0100
„Wenn ich nicht mehr weiter weiß, bilde ich einen Arbeitskreis.“ Genau das haben mehrere Mitglieder der beiden Lager in der evangelischen Kirchengemeinde „Auf dem Wege“ in Bergheim jetzt getan. Und anders als in vielen anderen Fällen erscheint dieser Arbeitskreis vielen in Bergheim als sehr sinnvoll: Denn die Zeichen stehen in der jahrelang zerstrittenen Gemeinde zur Abwechslung nun auf „Versöhnen statt spalten“. Auch der Abriss des mehr als 50 Jahre alten Gemeindehauses nebst Jugendzentrum Tempel ist noch längst nicht beschlossene Sache.
Noch vor wenigen Wochen, bei der mit mehr als 500 Personen bestbesuchtesten Gemeindeversammlung aller Zeiten, sah das noch ganz anders aus: Der Bevollmächtigtenausschuss des Kirchenkreises Moers unter Leitung des pensionierten Pfarrers Fritzsche, machte damals seine Rechnung auf: In 30 Sitzungen hatte das Gremium, das die Geschicke der Gemeinde statt des aufgelösten Presbyteriums lenkt, 30 finanzielle Varianten geprüft werden. Denn „Auf dem Wege“ müssen ab 2011 bis zu 100 000 Euro pro Jahr gespart werden.
Eine der Ursachen der Finanzmisere ist ausgerechnet das beliebte, bewährte und hochgelobte Familienzentrum mit Kindergarten an der Ursulastraße. Denn das Gebäude müsste komplett um- oder neugebaut werden, wenn es künftig auch immer mehr Kinder unter drei Jahren (U3) betreuen will. Daher hatte bereits das vor zwei Jahren aufgelöste Presbyterium einen Bergheimer Architekten mit der Planung beauftragt. Der Knackpunkt. Egal ob Um- oder Neubau – die Gemeinde kann das Projekt finanziell nicht alleine stemmen und ist auf öffentliche Fördergelder angewiesen. Die können aber nur noch bis zum kommenden Sommer abgerufen werden, sonst verfallen sie.
Unter diesem Zeitdruck kam anfang des Jahres die Diskussion darüber in Gang, wo der Rotstift angesetzt werden muss. Die realistischste Variante präsnteierte der Bevollmächtigtenausschuss: Konzentration der Gemeindearbeit am Standort Lutherstraße in Trompet. Kirchengebäude und Grundstück „Auf dem Wege“ müssten dann in naher Zukunft verkauft werden. Ein Abriss wäre damit kaum zu verhindern.
Das wollten die weitaus meisten Besucher der Gemeindeversammlung im Februar aber so nicht hinnehmen. Die Gegner des Verkaufs um die beiden mitgliederstarken Fördervereine der Gemeindemitarbeiter und des Tempels wollen beide Standorte in Trompet und Bergheim erhalten.
Nur bis heute legte die Gruppe um ihren Sprecher Volker Hanke kein realsitisches, langfristiges Finanzierungskonzept auf den Tisch des Gemeindehauses. Immerhin: In dem neuen Arbeitskreis, man könnte ihn auch Vermittlungsauschuss nennen, wollen Gegner und Befürworter bis Mai nach einer gemeinsamen Lösung suchen, die beide Lager zufrieden stellt. Das Ziel: der Erhalt de Gemeindehauses „Auf dem Wege“ und des Jugendzentrums Tempel, aber auch nachhaltige Sparmaßnahmen.
Harte Fakten gibt es da noch nicht zu melden, aber immerhin den Willen zur Einigung. Volker Hanke: „Wir sind auf einem guten Weg.“ Und auch Fritzsche sagt: „Verkauf und Abriss des Gemeindehauses sind noch längst nicht beschlossene Sache.“
07:48
Versöhnen statt spalten
Dieses schöne Motto hätten sich die sogenannten
Christen der Gemeinde mal auf ihre Fahnen schreiben sollen, bevor sie ihren Pfarrer weggemobbt haben.
01:15
Um es richtig zu sagen, es geht um das Familienzentrum an der Brunnenstraße, nicht um dass von der Ursulastraße.
>Nur bis heute legte die Gruppe um ihren Sprecher Volker Hanke kein realsitisches, langfristiges Finanzierungskonzept auf den Tisch des Gemeindehauses.
Ein Konzept zu entwickeln dauert seine Zeit. Die Arbeitsgruppe wurde erst vor 2 Woche gegründet.
21:31
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