Über Wippen und Brücken geritten

Kim (21 Jahre) startete beim Westernreitturnier mit „Ramses“. Insgesamt waren 43 Amateurreiter mit ihren vierbeinigen Partnern am Start.
Kim (21 Jahre) startete beim Westernreitturnier mit „Ramses“. Insgesamt waren 43 Amateurreiter mit ihren vierbeinigen Partnern am Start.
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
Trotz des Feuers vor knapp zwei Wochen richtete die Robinson-Abenteuerfarm dank einer Welle der Hilfsbereitschaft ein spannendes Westernreitturnier aus.

Duisburg-Rheinhausen..  Wer an den am Fronleichnamstag abgebrannten Ställen der Robinson-Abenteuerfarm vorbei geht, dem liegt immer noch der Brandgeruch in der Nase. Aber das war für die Reiter des am vergangenen Wochenende nur eine Randnotiz. Direkt neben der verkohlten und umzäunten Ruine fand zum 25. Mal das Westernturnier der Abenteuerfarm statt. Bei strahlendem Sonnenschein gingen 43 Amateurreiter an den Start und bewiesen ihr Können in mehreren Cowboy-Disziplinen. So galt es beim „Trial“ unter anderem über eine Brücke und eine Wippe zu reiten, ein Tor zu öffnen und einen Klappersack umzusetzen. Beim „Barrel Race“ mussten mehrere Tonnen umritten und beim „Flag Race“ mehrere Fahnen gewechselt werden. Bei solchen Aufgaben wundert es nicht, dass die gängigste Kopfbedeckung neben dem Reiterhelm der Cowboyhut war und an den Füßen hatten die Westernstiefel zu sein.

„Dieses Turnier richtet sich an Freizeitreiter“, sagt Astrid Becker, die Leiterin der Abenteuerfarm. Es gehe um Geschicklichkeit und Arbeit mit dem Pferd ohne Druck. Das Tier werde dabei als Partner betrachtet.

Das Westernturnier kann auf eine lange Tradition zurückblicken. 1977 gab es die ersten Leihponys auf der Abenteuerfarm. „Wir wollten Stadtkinder mit Tieren zusammenbringen“, erinnert sich Becker. Ein früherer Kollege habe dann von dem Westernturnier auf dem Pappelhof in Kamp-Lintfort gehört. An diesen haben die Kinder der Abenteuerfarm in den ersten Jahren selbst teilgenommen, bis 1980 auch in Rheinhausen so ein Turnier auf die Beine gestellt wurde. Es wurde zu einem großen Erfolg. Das Turnier am Pappelhof gibt es inzwischen nicht mehr, so wie viele andere Westernturnier in der näheren Umgebung.

Aufgrund des Brandes vor gut zwei Wochen wäre die Veranstaltung auf der Abenteuerfarm ausgerechnet im Jubiläumsjahr auch fast ausgefallen. „Als ich an Fronleichnam hierhin kam, war ich unglaublich geschockt“, sagt Astrid Becker. Sie habe sich gefühlt als stünde sie vor einem Berg und habe sich gefragt, wie sie darüber kommen soll. Diese Antwort gab ihr wenige Tage später eine Welle der Hilfsbereitschaft von Besuchern der Abenteuerfarm, des Jugendamtes und vieler Firmen. Innerhalb kürzester Zeit nach Freigabe der Brandstelle habe ein Unternehmen den Reitplatz vom Brandschutt befreit, damit das Westernturnier stattfinden konnte. Die Ponys wurden bei dem Feuer zum Glück nicht verletzt. Auch jetzt können sie den Verlust ihres Stalles verschmerzen. Sie seien lieber auf der Wiese und wenn es regnet, gibt es für sie noch einen Unterstand. Bloß Heu und Stroh müssten im Tischtennisraum gelagert werden und die Spielausgabe der Farm stehe voll mit Futter. Dafür muss eine Lösung her. Wie die aussieht, könnte sich in dieser Woche konkretisieren. Dann soll es weitere Gespräche mit der Verwaltung geben.