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Treue Stammbesucher

17.06.2012 | 22:00 Uhr
Treue Stammbesucher
Demonstriert wurde auch das Saitenaufziehen bei einer Gitarre. Foto: Fabian Strauch

Der Himmel über Rumeln hing voller Regenwolken. Doch die grauen Wolken hielten dicht. So wurde das alljährliche Kinder- und Jugendfest am Sonnabend zu einem vollen Erfolg.

Hunderte kleine und große Gäste besuchten die Ganztagsparty zwischen dem Kinder- und Jugendzentrum und der Freien Musikschule an der Dorfstraße. Und hatten sichtlich ihren Spaß. Kein Wunder: Denn das Programm im Rahmen der Veranstaltungsreihe 60 Jahre Offene Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Duisburg war unterhaltsam und abwechslungsreich.

Dutzende Kinder tollten ab mittags auf der riesigen Hüpfburg, einem überdimensionalen Plastikgiraffe, im Hof der alten Volksschule herum oder ließen sich am Schminkstand in Löwen, Schmetterlinge oder Märchenfeen verwandeln. Andere übten sich ein paar Schritte weiter an den verschiedenen Spielstationen, beim Becherwerfen, Mini-Basketball oder Leitergolf. Da waren Geschicklichkeit, Augenmaß und Timing gefragt. In der Gitarrenwerkstatt im Obergeschoss bastelten Kids fleißig an ihren Saiteninstrumenten, zogen ganz neue Saiten auf… Und um das leibliche Wohl kümmerte sich derweil der Förderverein.

Jede Menge Musik

Parallel dazu drängelten sich viele Dutzend Besucher in den kleinen Räumen der Freien Musikschule, hörten sich kurze, kurzweilige Klavier-, Orgel- und Schlagzeugkonzerte der Dozenten an. Und im Vorgarten der Musikschule lauschten kleine und große Gäste den Märchen und Liedern mittelalterlich gewandeter Erzähler und Musiker. Auf der Bühne auf dem alten Schulhof boten Schüler der Freien Musikschule ein vielseitiges Musikprogramm. Nacheinander musizierten die Gruppe „Glockenspiel“, das Orchester Kunterbunt der Rumelner Donkschule, die Saxofonisten und Klarinettisten der „Cup Cakes“ und die „Profis an der E-Gitarre.“

Dort ging es ab 19 Uhr rockig weiter. Der Abend gehörte der Jugend: Rumelner Nachwuchsbands betraten die Bühnenbretter und rockten lautstark den Platz, auch ohne Verstärker. Mit von der Partie: „Monkeys from the Banana Planet“, „Wir heben ab“ und „Snow on Sidewalk“. Viele Bandmitglieder wuchsen in Rumeln auf, besuchten oft das Jugendzentrum und übten dort im Proberaum im Keller ihre Songs ein. Für die Bands war es also ein Heimspiel. Der Funke sprang schnell auf das Publikum über, die Fans tanzten, klatschten bis in den Abend.

Die Soziarbeiterin Katharina Schmand leitet das 1976 eröffnete, städtische Kinder- und Jugendzentrums Rumeln. Die Pädagogin kann sich Jahr für Jahr über Hunderte treue Stammbesucher freuen. Doch was genau macht den Charme dieses Treffpunkts für die Kids aus? Die 19-jährige Rumelnerin Leslie weiß die Antwort: „Ich bin einfach wahnsinnig gerne hier. Ich besuche seit zehn Jahren das Kinder- und Jugendzentrum, jeden Tag.“ Zuerst kam Leslie nur zum Fußball spielen, dann zum Klönen, Karten- und Billardspiel. Heute kümmert sie sich nachmittags um Kinder, abends um Jugendliche, alles ehrenamtlich, versteht sich. Leslie: „Das Zentrum ist mein zweites Zuhause. Ich glaube, ich verbringe hier mehr Zeit als in meinem Elternhaus. Man kann hier mit Jedem über Alles reden. Egal, ob einen etwas bedrückt, ob man zu Hause oder mit Freunden Probleme hat - man findet hier immer genug Ansprechpartner.“

Martin Krampitz


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