SVR sieht sich „vor dem Aus“

Kehraus statt Besenrein? Die Zukunft des Kruppsee-Bades steht auf tönernen Füßen. Foto: Tanja Pickartz
Kehraus statt Besenrein? Die Zukunft des Kruppsee-Bades steht auf tönernen Füßen. Foto: Tanja Pickartz
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Im Rahmen der Haushaltssanierungsmaßnahmen der Stadt Duisburg ist der Friemersheimer Schwimmverein „SV Rheinhausen“ massiv unter Druck und, wenn alles so verabschiedet wird, auch selber betroffen.

Rheinhausen-Friemersheim.. Der geschäftsführende Vorstand hat sich jetzt mit einem offenen Brief an die Stadt und die Medien gewandt. Der Verein hatte vor 25 Jahren das Freibad Kruppsee von der Stadt übernommen, um die Sportstätte zu erhalten. Dadurch sei „die Stadtkasse in diesem Zeitraum um Millionen entlastet“ worden, sagt der Verein.

Neben viel Eigeninitiative machte das vor allem ein Betriebskostenzuschusses möglich. Durch die gestiegenen Energiepreise war der Verein aber bereits 2008 in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Durch einen höheren Zuschuss konnte der Verein das beheizte Becken und das Naturbad weiter betreiben. Dieser Zuschuss soll nun ganz gestrichen werden. Das beheizte Becken war zuletzt für den Badebetrieb besonders wichtig, da im Naturbad vermehrt Blaualgen aufgetreten sind, so dass der See gesperrt wurde.

Höhere Nutzungsgebühren

Und es kommt noch dicker: Die Stadtverwaltung hat außerdem geplant, die Benutzungsgebühren für Schulschwimmbecken drastisch zu erhöhen. Das bedeutet für den SVR eine zusätzliche Belastung von über 18 000 Euro pro Jahr für das Lehrschwimmbeckens an der Marktschule. Das wird vor allem für Schwimmunterricht für Vor- und Grundschulkinder sowie für Wassergymnastik für Ältere genutzt. Das kann der Verein nach eigener Aussage nicht aus eigener Kraft tragen. Der Freischwimm-Unterricht durch den Verein könne dann nicht mehr erfolgen. „Den Verantwortlichen des SVR“, schreibt der Vorstand, „ist bewusst, dass gespart werden muss.“ Daher bemühe man sich seit gut drei Jahren um ein alternatives Konzept, um die Energiekosten fürs Bad zu reduzieren. Da aber die Stadt seit Jahren nur Einjahres-Pachtverträge für das Bad gewährt, seien Verhandlungen mit Banken über längerfristige Investitionen nicht möglich.

Vor zwei Jahren schwebte schon einmal das Damokles-Schwert über dem Schwimmbad. Nach intensivem Protest konnte die Schließung abgewendet werden. Darauf hofft der Verein auch dieses Mal. Sollten die beiden Vorschläge der Verwaltung in die Tat umgesetzt werden, bedeute dies das Ende von Freibad und Kinder-Schwimmunterricht.