Stadtfest: Linke versus rechte Gruppen

Rund um die Rheinhauser Innenstadt sind die Buden längst wieder abgebaut, doch sind eine Woche nach dem Stadtfest Diskussionen um die Besetzung der Stände aufgetaucht. Die Partei Die Linke beschwert sich darüber, dass „die Faschisten der MHP in der Nähe des Hochemmericher Marktplatzes mit einem sehr großen Essens- und Getränkestand um Sympathien in der Bevölkerung werben durften.“ Sie hätten dabei ihre Fahnen ganz offen zur Schau gestellt, schreibt Detlef Hertz, Sprecher des Linken-Ortsverbandes Rheinhausen.

Bezirksvertreterin Gisela Stölting-Grabbe ergänzt: „Auch die auf dem Stadtfest starke offene Präsenz der radikal-islamistischen Gemeinschaft Milli Görüs ist nicht gerade eine Werbung für Toleranz und Akzeptanz verschiedener Kulturen und Lebensformen in unserem Stadtteil.“ Dadurch seien für Integration stehende Gruppen wie zum Beispiel die Alevitische Gemeinde aus dem Blickwinkel geraten. Die Linke fordert den Veranstalter auf, bei der Vergabe von Ständen darauf zu achten, rechtsradikalen und rechtspopulistischen Gruppierungen keinen Raum zur Eigenwerbung zu geben.

„Essensstände, keine Propaganda“

Karsten Vüllings, Chef des veranstaltenden Werberings Rheinhausen, wehrt sich gegen die Vorwürfe und erklärt: „Vor sechs Jahren hatten wir erstmals die Alevitische Gemeinde mit einem Stand beim Fest dabei. Danach wollten die anderen Gemeinden Rheinhausens ebenso mitmachen. Ich fragte beim Bezirksamt nach, das mich an eine Stabsstelle der Polizei verwies. Diese äußerte keinerlei Bedenken gegen Stände von Mili Görüs und auch von MHP, solange die Organisationen keine Propaganda betreiben würden. Das war nicht der Fall, bei Gemeinden hatten lediglich Essensstände aufgebaut. Sollte aber Propaganda-Material auftauchen, werde wir das als Veranstalter selbstverständlich sofort unterbinden.“