Stadtbild dürfte bunter werden

Rheinhausen soll bunter werden – so könnte man das Motto der Aktion „Samenbomben für Schmetterlinge und Bienen“ der alevitischen Gemeinde Duisburg an der Friedrich-Alfred-Straße in Rheinhausen beschreiben. Am Dienstagnachmittag luden die Aleviten Kinder und Jugendliche aus der Gemeinde und der Nachbarschaft ein, um solche Samenbomben selbst zu bauen. Bei strahlendem Sonnenschein war der Spaß am Kneten ganz besonders groß. Denn bei Samenbomben handelt es sich um ein Gemisch aus Erde, Blumensamen, Wasser und Tonpulver (Dienstag wurde stattdessen Katzenstreu eingesetzt, welches ebenfalls Ton enthält). Das alles wird zusammen gemischt, geformt und getrocknet. Fertig sind kleine, im Durchmesser so groß wie ein Zwei-Euro-Stück, runde Kügelchen – die Samenbomben.

Sie müssten bloß auf fruchtbaren Boden geworfen werden und beim nächsten Regen verteilt sich der Samen auf der Erde, erklärt Muhammet Ali Yasar, Generalsekretär der alevitischen Gemeinde Duisburg und der Ortsgruppe Duisburg der Umweltschutzorganisation Yesil Cember. „Das ist eine schöne Aktion, um die Umgebung noch bunter zu gestalten und den Kindern ein Gefühl dafür zu geben, wie es ist, mit Erde zu arbeiten und sehr nah an der Natur zu sein“, so Yasar. Für so ein Blumenbombardement kämen zum Beispiel Straßenränder, Baumscheiben, Ränder von Fußwegen in Betracht. Wo die Kinder und Jugendlichen ihre Samenbomben einsetzen, bleibt ihnen selbst überlassen. „Dort, wo sie meinen, dass es bunter werden soll“, so Yasar. Neben der Blumenvielfalt wurde der Samen so ausgesucht, dass er für Schmetterlinge, Bienen und Hummeln besonders geeignet und nahrhaft ist.

Es war das erste Mal, dass die alevitische Gemeinde diese Aktion im Rahmen der Duisburger Umwelttage und der Aktionstage Nachhaltigkeit gemeinsam mit der Gruppe Yesil Cember veranstaltet hat. „Die Aleviten legen sehr viel Wert auf die Umwelt. Schon von klein an sollte man die Kinder an die Natur heranführen und das ist eine gute Möglichkeit“, sagt Yasar. Gleichzeitig bewies er, was man alles wiederverwenden kann: Aus großen Plastik-Joghurt- oder Salatbechern wurden Aufbewahrungsboxen für Samen und Erde und aus Altpapier bauten sich die Kinder mit umweltverträglichem Mehlkleber Tüten, um ihre Samenbomben zu transportieren. Also sollte man sich nicht wundern, wenn die eine oder andere Ecke in Rheinhausen demnächst erblüht.