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Stadt will den Essenberger Friedhof schließen

16.10.2012 | 22:00 Uhr
Stadt will den Essenberger Friedhof schließen
Der Eingang zum Essenberger Friedhof. Foto: Volker Herold

Duisburg-West.   Begründung: Zu viel Friedhofsfläche und zu wenige Beisetzungen. Einschränkungen ab 1. Januar geplant

Aus sechs Friedhöfen im Duisburger Westen mach’ fünf. 107 Jahre nach der Eröffnung steht das Essenberger Gräberfeld vor der Schließung. Der Stadtrat soll am 10. Dezember das Aus des Friedhofs an der Bruchstraße besiegeln. Ab 1. Januar 2013 sollen erste Einschränkungen greifen.

Die Stadt begründet diesen Schritt damit, dass in ganz Duisburg weniger Flächen benötigt würden. Grund dafür sei ein geändertes Bestattungsverhalten (Einäscherungen, Kolumbarien und Co.). Auf dem Friedhof Essenberg sei die Zahl der Beisetzungen seit Jahren gering und werde auch weiter sinken. So gab es im vergangenen Jahr 17 Sargbeisetzungen und neun Urnenbeisetzungen. Beide Zahlen sind mehr oder weniger konstant, die wenigsten Urnenbeisetzungen der vergangenen sechs Jahre gab es 2008 (sechs), die meisten 2007 (zwölf). Die meisten Sargbestattungen erfuhr der Friedhof 2009 (27), die wenigsten 2006 (13).

Die geplante Einschränkung sieht vor, dass Beisetzungen ab 2013 nur noch in bestehenden Wahlgrabstätten möglich sein sollen. Der Neuerwerb ist dann ausgeschlossen, eine Verlängerung des Nutzungsrechts nur im Falle einer Beisetzung möglich. Ziel ist es, den Friedhof langfristig zu schließen, um ihn dann forstwirtschaftlich nutzen zu können.

Laut Verwaltung besteht kein Rechtsanspruch auf Verlängerung eines Nutzungsrechtes an einem Sondergrab. Das heißt, die Stadt müsse keine Ersatzgrabstätte samt Kostenübernahme anbieten, heißt es in der Vorlage für die politischen Gremien. Eine Schließung ziehe aber nicht automatisch die Schließung jedes einzelnen Grabes nach sich, das Recht auf eine Beisetzung bleibe bis zum Ablauf des Nutzungsrechts erhalten. Anderenfalls müsse die Stadt eine Ersatz-Grabstätte in gleichwertiger Lage und Größe zur Verfügung stellen, sollten keine Beisetzungen bis zum Ablauf der Nutzungsrechts mehr möglich sein. „Eine solche Vorgehensweise ist aber nicht beabsichtigt“, heißt es.

Kapellengebäude wird abgerissen

Für die Bestattungen, die künftig nicht mehr auf dem Essenberger Friedhof durchgeführt werden können, stehe auf dem Homberger Parkfriedhof Fläche zur Verfügung. Kapellengebäude samt Leichenzellen in Essenberg seien in einem derart maroden Zustand, dass das Gebäude abgerissen werden soll. Trauerfeiern könnten dann zentral in der renovierten Kapelle auf dem Parkfriedhof stattfinden, heißt es.

Daniel Cnotka


Kommentare
19.07.2013
22:30
Stadt will den Essenberger Friedhof schließen
von tom009 | #3

grundwissen

ein anrecht auf beerdigung in heimaterde gibt es nicht.

dann müsste es ja in jedem stadtteil einen friedhof geben.

und das gibt es aber nicht.

und in vielen alten stadtteilen mit relativ kleinen friedhöfen werden seit jahrzehnten schon nur noch angehörige mit familiengruften in diese beigesetzt.(huckingen)
alle neubeisetzungen finden entweder auf dem buchholzer oder waldfriedhof statt.

18.10.2012
10:52
Stadt will den Essenberger Friedhof schließen
von grundwissen | #2

Welchen Stellenwert hat noch der Wunsch in eigener Erde begraben zu werden, wenn ein Stadtteil zwischen Firmengelände, Lkw-Trassen und Autobahnauffahrt zerrieben wird. Da lehnen sich die Planer doch nur zurück und denken sich, dass man da drauf ruhig einen fahren lassen kann.

18.10.2012
10:36
Stadt will den Essenberger Friedhof schließen
von grundwissen | #1

Haus für Haus in Essenberg fiel bereits dem Abbruchhammer und der Expansion der Firma Sachtleben in Essenberg zum Opfer. Ganze Straßenzüge sind dem Firmengelände am linken Rheinufer einverleibt worden. Diese Straßenzüge sind nun überbaut oder sind zu Werkstraßen geworden. Der von dem Chemieunternehmen betriebene Niedergang des Dorfes Essenberg wird nun vonseiten der Stadt Duisburg und seinen Wirtschaftsbetrieben weitergeführt. Der Friedhof der Gemeinde gewinnt ökonomische Bedeutung und soll stillgelegt werden, weil nicht kostendeckend! Ein Stadtteil mit altender Bevölkerung gerät auf die Streckbank, weil die Kasse stimmen muss. Begraben lassen muss man sich demnächst woanders! Kapitalismus der feinen Art, meine Damen und Herren in der Verwaltung und in der Politik! Die evangelische Kirchengemeinde hat den Stadtteil aufgegeben. Das ihr verbliebene Gemeindezentrum wird vermarktet. Alles Zustände, an denen wohl auch ein Gedenken an den Tot nichts ändern kann. Eine feine Gesellschaft!

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