Soziales in noblem Ambiente
20.12.2011 | 18:44 Uhr 2011-12-20T18:44:00+0100
Duisburg/-West. Zum FDP-Jahresabschluss gab es in der Ruhrorter „Schifferbörse“ Referate zu den Themen Kinder- und Behinderten-Recht.
Die FDP wird dieser Tage oftmals totgesagt, sie fährt katastrophale Wahlergebnisse ein, ihr Bundesvorsitzender Philipp Rösler wankt, Generalsekretär Christian Lindner schmeißt das Handtuch. Dies ist eine Situation, sollte man meinen, in der sich die Liberalen am liebsten verstecken würden. Nicht jedoch der Ortsverband im Bezirk Homberg/Ruhrort/Baerl.
Zum Jahresabschluss hatten die Senioren jetzt ins noble Restaurant „Schifferbörse“ eingeladen und gleich zwei Referentinnen gewinnen können: Rita Boegershausen von der Bundesinitiative Großeltern sprach über die UN-Konvention „Einbindung aller“, die sich auf Rechte von Kindern aus zerrütteten Familien bezieht. Die Bundesabgeordnete Gabriele Molitor referierte über die Teilhabe behinderter Menschen.
Gekommen waren allerdings weniger als ein Dutzend Gäste und über die aktuelle Situation der Bundespartei verlor niemand ein Wort. „Das war auch nicht der Zweck der Veranstaltung“, sagt Ortsverbandschef Thomas Rangs. Diese Diskussionen würden unter den 21 FDP-Mitgliedern im Bezirk durchaus geführt, aber in anderem Rahmen. „Auf dem nächsten Parteitag wird die Bundespartei sicherlich Thema sein.“
Diskussionsfreudig waren die Liberalen allerdings, auch wenn sie sonst zwischen 40 und 50 Besucher gewöhnt sind. Der Termin habe zu nah an Heiligabend gelegen, hieß es einhellig. „Ich mache Kommunalpolitik aus tiefster Überzeugung und werde mich weiter für die Menschen in Duisburg engagieren“, sagt Rangs. Weder durch die geringe Besucherzahl noch durch die Schwierigkeiten in Berlin ließen sich die Liberalen im Bezirk entmutigen. „Als Liberale müssen wir uns auch Themen stellen, die uns nicht zugemutet werden, obwohl wir die besseren Ideen haben“, sagt Gastgeber und „liberaler Senior“ Sieghardt Erdt.
„Ein Systemwechsel muss her“
Dies sei mitunter die Sozialpolitik. Genau dort setzten die beiden Referate an. „Kinder sollten an Anrecht auf beide Eltern und die Großeltern haben“, sagte Rita Boegershausen, die viele bestürzende Fälle zerrüttelter Familien schilderte. Um irreparable Schäden bei den Kindern und zudem einen „sozialer Ruin“ der Gesellschaft zu verhindern, müsse ein Systemwechsel her.
Auch die Abgeordnete Gabriele Molitor widmete sich einer großen Aufgabe: Behinderten müsse ein selbstbestimmtes Leben und Teilhabe in Gesellschaft, Beruf und Bildung ermöglicht werden. „Wir brauchen einen Perspektivwechsel. Behinderung darf nicht mehr als Beeinträchtigung verstanden werden, sondern als Vielfalt des Lebens.“
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