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Sieben Meter hohe Flammensäule

26.06.2011 | 19:13 Uhr
Sieben Meter hohe Flammensäule
Erst üben, dann feiern: die Jugendfeuerwehr Rumeln. Foto: Tanja Pickartz / WAZ FotoPool

Die Jugendfeuerwehr Rumeln feierte ihren 20. Geburtstag - und zeigte bei Übungen, welche Auswirkungen Fehlverhalten haben kann.

Regen hilft nicht beim Löschen - was die Wassermenge betrifft. Aber der feuchte Segen von oben stellte bei den Prüfungen von Feuerwehr- Nachwuchskräften in Rumeln reale Außenbedingungen dar. So wurde nach den bestandenen Aufgaben von 40 Junior-Blauröcken an der Kirchfeldstraße der 20. Geburtstag der Rumelner Jugendfeuerwehr in der geräumigen Fahrzeug-Halle gewürdigt - unter bunten Wimpeln über Bierzeltgarnituren.

In der Geschichte des Rumelner Löschzweiges gibt es mit dem heute 34-jährigen Heizungsbauer André Kaminski einen Zeitzeugen. „Ich gehörte erst der Gruppe in Rheinhausen an und wechselte nach Rumeln.“ Dort ist er aufgewachsen - und immer noch dabei, nämlich in der Freiwilligen Feuerwehr. „Wir waren damals zehn Leute.“

Kaminski ist übrig geblieben. Durch Heirat und Wegzug alter Jugendfreunde gab es eine natürliche Fluktuation. Insgesamt, so erinnert sich Kaminski, sind in den zwei Dekaden „rund 15 junge Leute bei der Feuerwehr in Rumeln gewesen, auch Mädchen.“ Kaminski findet Übungen und Einsätze bei der Feuerwehr auch heute immer noch spannend: „Ich mache alles mit Herzblut. Gefahren kann ich aber gut abschätzen.“ Beim Bergen und Retten von Menschen weiß er: die Sicherheit des eigenen Lebens geht vor. „Die Grenze hat ein Feuerwehrmann instinktiv in sich drin.“

Das theoretische Wissen mit Zahlen und Fakten auch. Die Prüfungen, dieses Mal in den Klassen Jugendflamme I und II durchgeführt, erfordern Grundkenntnisse: „Wozu ist ein Druckschlauch da?“ - Zum Befördern einer Wassermenge von A nach B. Oder: „Was befindet sich in der roten Metallflasche, die in vielen Räumen und Hallen hängt oder steht?“ - Die verschiedenen Löschmittel darin sind Pulver, Schaum, Kohlendioxid und Wasser.

Der 15-jährige Tobias Kleifges aus Rumeln war mit seinen Kollegen Andreas, Mike und Philipp in eine Prüfungsgruppe gelost worden. Die technischen Fragen lösten alle richtig: Unterschiede der Brandklassen zwischen festen (Holz, Kohle, Papier, Textilien), flüssigen oder flüssig werdenden Stoffen (Benzin, Fette, Öle, Lacke, Alkohol), Gasen (Methan, Propan, Butan) und Metallen (Magnesium, Aluminium und Legierungen daraus).

Hitzewelle

Die Längen der Drehleitern (20, 35 Meter) gehörten wie die Durchmesser der Druckschläuche 15, 52 Millimeter) auch zum Wissen der jungen Leute. Deren wichtigste Prüfung erfolgt zwischen 15 und 18 Jahren. Bei dieser „Leistungsspange“ müssen mehrere Schlauchleitungen in über einer Minute ausgelegt werden. Erst nach der Leistungsspange kann die Jugendflamme III erworben werden.

Ein praktisches Beispiel für die Arbeit der Blauröcke: es wurde ein klassischer Löschangriff nachgestellt, fast wie im Ernstfall, aber ohne Risiko. Was im Haushalt mal schieflaufen kann, wurde auch gezeigt. Die Botschaft: brennendes Fett niemals mit Wasser löschen, denn das ergibt eine gefährliche Fettexplosion. Auf dem Gelände zwischen altem Schulgebäude und Schwimmhalle stieg aufgrund dieser fatalen Mischung eine sieben Meter hohe Flammensäule empor - die zehn Meter entfernten Beobachter verspürten plötzlich eine Hitzewelle. Sichere Löschmittel: Ersticken durch einen Deckel oder ein feuchtes Küchentuch.

Die Rumelner Junioren-Blauröcke treffen sich mit ihrem Leiter Heiner Börgartz jeden Dienstag ab 18 Uhr an der Kirchfeldstraße. Auch Zelten, Ausflüge und gemeinsames Kochen stehen auf dem Programm. Beim 24-Stunden-Tag wohnen die Jugendlichen einen Tag und eine Nacht lang im Gerätehaus. Kontakt: 0203/308-3667, www.ffruka.de.

Carl Korte

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