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Senioren sollen im Bunker wohnen

31.01.2012 | 22:30 Uhr
An der Beguinenstraße sollen demnächst Senioren wohnen. Foto: Hayrettin Özcan

Rheinhausen.   Ein Krefelder Bauunternehmer will 1,8 Millionen Euro in das Gebäude an der Rheinhauser Beguinenstraße investieren.

Die Frage mag zynisch klingen: Waren womöglich einige der baldigen neuen Bewohner des Bunkers an der Beguinenstraße schon einmal hier, damals, als Kinder im 2. Weltkrieg, zum Schutz vor Bomben? In näherer Zukunft sollen in dem Gebäude unter anderem zwölf Seniorenwohnungen eingerichtet werden.

Genug der womöglich konstruierten Parallelen, Fakt ist: Der Bau ist inzwischen entkernt. „Es stehen nur noch die nackten Stahlbetonwände“, sagt Farhad Jalali. Der 31-jährige ist Geschäftsführer einer in Krefeld ansässigen Baufirma namens „Discount-Eigenheim“, die sich auf die energetische Sanierung von Gebäuden spezialisiert hat. Jalali und seine Firma hatten den Bunker im September 2010 ersteigert und haben jetzt große Pläne.

Bunker an Rhein und Ruhr

Was genau haben Sie vor? „In dem Bunker sollen zwölf Seniorenwohnungen entstehen, dazu eine Tagespflege mit vier Plätzen und eine Intensivpflege, ebenfalls mit vier Plätzen“, erklärt Jalali. Zur energetischen Sanierung würden neben der Fassadendämmung auch die Installation von Solarzellen für die Warmwasseraufbereitung gehören.

Pflegedienst steht bereit

Für den Betrieb der Einrichtung habe er bereits einen Pflegedienst aus Mettmann an der Angel, insgesamt will die Firma des gebürtigen Afghanen 1,8 Millionen Euro an der Beguinenstraße investieren. Neben der genannten Nutzung schwebt es Jalali vor, auch Vereine in dem Gebäude zu beheimaten. Die Sportler vom FC Rheinhausen seien Mieter, sie sollen ebenso bleiben wie ein Seniorenklub, der sich regelmäßig hier trifft.

Der Bunker im Vollbild. Foto: Hayrettin Özcan

Einen ersten Bauantrag habe die Stadt allerdings abgelehnt. Auf Nachforderungen zu wichtigen Eckpunkten sei nicht reagiert worden, darauf eine Ablehnung herausgeschickt worden, heißt es aus dem Bauordnungsamt. So manche Forderungen wie die komplette neue Vermessung aller Räume und auch die Installation einer Fluchttreppe bis zur zweiten Etage kann Jalali nicht nachvollziehen, versichert aber: „Wir werden alle Forderungen erfüllen, um eine Baugenehmigung zu bekommen.“ Nach einem positiven Bescheid aus dem Rathaus rechnet Jalali mit etwa einem Jahr Bauzeit. Die geplante Investitionssumme gedenkt er nicht zu überschreiten.

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Warum eigentlich betreutes Wohnen? Im Gegensatz zu klassischen Pflegeheimen würde hier durchaus Bedarf bestehen, sagt der Bauherr. Menschen sollten ihren Lebensabend so selbstständig wie möglich verbringen. Und wenn Hilfe gewünscht sei, sei diese schnell da.

Unrat am Bunker: Wer ist zuständig?

Regelmäßig beschwerte sich ein Anwohner über Müll und Unkraut rund um den Bunker an der Beguinenstraße. Nun hat Bunkerbesitzer Farhad Jalali auf seinem Grundstück mächtig aufgeräumt. Und ärgert sich wiederum über Nachbarn, die Müll in seinen für Bauschutt bereitgestellten Container warfen. „Die Entsorgung wird so sehr viel teurer.“ Auf dem Gelände herrscht halbwegs Ordnung, drumherum soll es aber noch immer dreckig und bewachsen sein. Die Wirtschaftsbetriebe sind laut eigener Aussage nicht für den Bereich zuständig. Es soll aber dennoch ein Trupp rausfahren, um sich die Situation vor Ort anzusehen.

Kriegszerstörtes Duisburg

 

Daniel Cnotka

Kommentare
26.11.2012
16:56
Senioren sollen im Bunker wohnen
von RobinOfLocksley | #2

Zitat "Auf dem Gelände herrscht halbwegs Ordnung, drumherum soll es aber noch immer dreckig und bewachsen sein." Zitat Ende
Ich komme jeden Abend da...
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Senioren sollen im Bunker wohnen
Senioren sollen im Bunker wohnen
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2012-01-31 22:30
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