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Kraftwerk

Sehr, sehr wenig Zusatzbelastung

17.04.2008 | 17:33 Uhr

Chempark-Chef Dr. Stefan Dresely hofft, schon 2009 mit dem Bau des neuen Steinkohle-Blocks starten zu können.

Die Bezirksregierung Düsseldorf könnte das umstrittene Steinkohlekraftwerk in Uerdingen bereits im Frühling nächsten Jahres genehmigen, hofft Dr. Stefan Dresely, Leiter des so genannten Chemparks in Uerdingen. Dann werde sein Unternehmen noch 2009 mit dem Bau des Kraftwerks im Osten des Areals beginnen, das an das Rheinhauser Ortsgebiet angrenzt. Rund 1,2 Milliarden Euro wollen die Betreiber in das Projekt investieren.

Vorbehaltlich möglicher gerichtlicher Auseinandersetzungen, die die Kraftwerksgegnern anstreben, könnte der neue Energieriese am Rhein dann 2012 seinen Betrieb aufnehmen. Dafür sollen bis 2015 zwei alte und kleinere Kohlekraftwerke stillgelegt werden.

Die Betreiber, das Aachener Energieunternehmen Trianel Power-Projektgesellschaft und die Chempark-Muttergesellschaft Currenta, hatten im Dezember einen Genehmigungsantrag bei der Bezirksregierung eingereicht. Die Düsseldorfer Behörde prüft momentan die Antragsunterlagen auf Vollständigkeit, die bereits Anfang Mai an alle am Verfahren Beteiligten - z.B. die Stadt Duisburg - weitergeleitet werden sollen.

Die Betreiber setzen beim Bau auf eine Variante, „bei der die derzeit gültigen Bebauungspläne ausreichend seien und keine Bebaungsplanänderungen erfolgen müssten”, so Antje Kassel, Pressesprecherin des Chemparks. Bei dieser zweiten von insgesamt drei Varianten soll die Steinkohle von Schiffen auf dem Rhein quer durch das Werksgelände zum neuen Kraftwerk transportiert werden. Dort soll der Tagesbedarf an Kohle auf einem Haldenlager zwischengelagert werden, das komplett und rundum mit einer großen Halle „eingekapselt” werden soll. In den Antragsunterlagen hätten die Betreiber nachgewiesen, dass die Emissionen „in allen Punkten - auch beim Feinstaub - deutlich unter der vom Gesetzgeber festgelegten so genannten Irrelevanzschwelle” lägen. Dr. Stefan Dresely: „Wir halten alle Parameter nicht nur ein, sondern wir sind im Schnitt sogar um das 20-fache unter den gültigen Grenzwerten.” Auch die zu erwartende Belastung mit Feinstaub liege „weit unter den relevanten Grenzwerten”. Für die Bevölkerung entstünden „keine nachteiligen Auswirkungen”. Die Zusatzbelastung, etwa für den Ortsteil Trompet, sei „sehr, sehr wenig”. Außerdem stoße die geplante Anlage „mindestens 20 Prozent weniger Kohlendioxid aus als herkömmliche Anlagen”.

Umweltschützer, die trotz moderner Filteranlagen auch einen hohen Ausstoß an Cadmium, Thallium, Quecksilber, Arsen, Nickel und Blei befürchten, hatten den Bau eines Gaskraftwerks in Uerdingen vorgeschlagen. Das hält Dresely für „keine sinnvolle energie- und wirtschaftspolitische Alternative”. Der Gasmarkt unterliege - anders als der Kohlemarkt - starken Preisschwankungen. Außerdem seien die verfügbaren Gasvorkommen deutlich geringer. „Sie bekommen heute kein günstiges Kraftwerksgas mehr”, so Dresely. Daher könne eine stabile und kostengünstige Gasversorgung am Standort Uerdingen langfristig nicht sichergestellt werden.

Nach Angaben des Kraftwerksbauers Trianel soll das Kraftwerk in Uerdingen eine Nettoleistung von 750 Megawatt bringen. Rund ein Viertel der produzierten Energie - 200 Megawatt - soll für die Versorgung des Chemparks mit Strom und Dampf genutzt werden. Momentan müssten die ansässigen Betriebe noch rund zwei Drittel des benötigten Stroms von externen Anbietern zukaufen.

Insgesamt rund 120 Millionen Euro hätten die Partner des Chemparks im vergangenen Jahr in Modernisierungen und Kapazitätserweiterungen investiert, 30 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor, so Dresely. Für das laufende Jahr hofft er am Standort Uerdingen mit seinen rund 7000 Mitarbeitern auf Investitionen in der gleichen Preisklasse.

Martin Krampitz

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Kommentare
19.04.2008
18:39
Sehr, sehr wenig Zusatzbelastung
von friemersheimer | #1

Endlich mal eine gute Nachricht für die Arbeitsplatze in unserer Umgebung. Oder glauben die rentenbeziehenden Herren die in den Bürgerintiativen gegen solche Projekte kämpfen das ein solcher Arbeitgeber sich auf lange Sicht an einen Standort bindet, an dem alles verboten wird ?

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