Schwimmverein Rheinhausen blickt optimistisch nach vorn

Karl Otto Liebisch (l) und Klaus Peter Mittmann vom Vorstand begutachten das Dach am Freibad Kruppsee in Rheinhausen. Hier soll ein Solar-Absorber installiert werden, mit dem der Verein ein Drittel seiner Erdgaskosten sparen kann.
Karl Otto Liebisch (l) und Klaus Peter Mittmann vom Vorstand begutachten das Dach am Freibad Kruppsee in Rheinhausen. Hier soll ein Solar-Absorber installiert werden, mit dem der Verein ein Drittel seiner Erdgaskosten sparen kann.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Zwei Jahre nach hundertjährigem Jubiläum und vielen Kämpfen wird der Wassersportverein laut eigener Aussage mut DuisburgSport einen Pachtvertrag für Kruppsee-Freibad mit 20 Jahren Laufzeit unterschreiben

Duisburg-Rheinhausen..  Die Zeiten, in denen der Schwimmverein Rheinhausen 2013 ins Schwimmen geraten ist, scheinen vorbei zu sein. Zwei Jahre nach dem 100jährigen Vereinsjubiläum blicken die rund 1100 Mitglieder des Sportvereins und der langjährige Vorstand um Lothar Haferkamp, Karl Otto Liebisch und Klaus Peter Mittmann wieder optimistisch in die Zukunft. Denn das beliebte Krupp-Freibad an der Bachstraße in Friemersheim wird nach den Sommerferien mit dem Eigentümer DuisburgSport einen Pachtvertrag abschließen. Das Besondere: Der Vertrag wird über insgesamt 20 Jahre laufen. Das wäre eine klare Verbesserung für den Verein, denn bisher musste das seit 1987 bestehende Pachtverhältnis (symbolische Pachtsumme anfangs eine Mark, seit 15 Jahren ein Euro), von Jahr zu Jahr verlängert werden.

Und auch bei den Betriebskosten zeichnet sich eine Verbesserung für den traditionsreichen Rheinhauser Schwimmverein ab. Denn sobald der Pachtvertrag mit DuisburgSport, Eigentümer des 13.000 Quadratmeter großen Grün- und Wasserfläche am Kruppsee unterschrieben ist, kann der Verein endlich die lang geplante solargesteuerte Warmwasseranlage, einen so genannten Solar-Absorber, auf dem Dach des Vereinhauses an der Bachstraße 2 installieren. „Wir haben uns in einer Studie der Uni Duisburg-Essen informiert, das so eine Anlage auch bei uns machbar ist und funktioniert,“ so Liebisch. Dabei werden auf dem 525 Quadratmeter großen Dach lange Schläuche verlegt, die Sonne heizt das enthaltene Wasser an warmen oder heißen Tagen wie diesen mit einer speziellen Technik auf.

Auch der Heizkessel wird erneuert

Das erhitzte Wasser wird dann über zwei Rohre an die Heizung im Keller des Gebäudes abgegeben. Dort ist seit Jahrzehnten eine Erdgasheizung in Betrieb. Liebisch: „Mit der neuen Anlage könnte der Verein langfristig rund ein Drittel seiner Erdgaskosten einsparen.“ Nach wenigen Jahren hätte sich die Investitionssumme - laut Liebisch ein fünfstelliger Betrag - amortisiert.

Auch der Warmwasserkessel der Heizung - inzwischen rund 40 Jahre alt - soll ausgetauscht, durch einen kleineren, aber effizienteren Kessel ersetzt werden. Durch diese Maßnahme rechnet der Vorstand mit einer weiteren Ersparnis. „Die neue Warmwasseranlage könnte noch im kommenden Winteroder Frühjahr innerhalb von sechs bis sieben Wochen auf dem Dach installiert werden und schon zum Saisonbeginn Anfang Mai 2016 in Betrieb gehen“, sind sich Liebisch und Mittmann sicher.

Energiekosten von zentraler Bedeutung

Die Energiekosten sind für den Verein und den Erhalt des Freibades ein ganz zentraler Kostenfaktor. Daher gibt die Stadt Duisburg seit 1987, seitdem sie über ihre Tochter DuisburgSport ihr Freibad an den Schwimmverein verpachtet, Jahr für Jahr einen Energiekostenzuschuss, der liegt im langjährigen Mittel bei rund 87.000 Euro pro Jahr. Als die Stadt 2010 diesen Zuschuss aufkündigen wollte, sah der Verein seine Existenz bedroht. Nach heftigen Protesten der Bürger und einem Fackelzug durch Friemersheim mit rund 1500 Teilnehmern flossen die städtischen Gelder weiter ins Freibad, bis heute.

Liebisch und Mittmann gehen davon aus, dass man nach der Sommerpause mit DuisburgSport noch einige Punkte im vorgelegten Pachtvertrag nachverhandeln muss. Liebisch: „Aber jetzt schauen wir zuversichtlich in die Zukunft.“

Rund 25.000 Besucher verzeichnet der Schwimmverein im langjährigen Mittel im Freibad, zu dem die Strandanlage am Kruppsee gehört. In Top-Sommern seien bis zu 35.000 Gäste gezählt worden. Von den durchschnittlich 25.000 Gästen sind 17.000 zahlende Besucher, der Rest Vereinsmitglieder. Erwachsene zahlen vier, Kinder zwei Euro Eintritt.