Schulstraße in Duisburg-Baerl wird saniert

Erst, wenn die Schulstraße und einige umliegende Straßen saniert sind, kann der Kanal in Betrieb gehen.
Erst, wenn die Schulstraße und einige umliegende Straßen saniert sind, kann der Kanal in Betrieb gehen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Für 800.000 Euro hat die Stadt an der Mühlenstraße in Baerl einen Entwässerungskanal gebaut. Der ist seit zwei Jahren fertig, geht aber erst nach der Sanierung umliegender Straßen in Betrieb.

Duisburg-Baerl..  Peter Proske steht auf einem Gitter und blickt auf ein leeres, ein Meter dickes Rohr. „Durch diesen neuen Kanal fließt bald ein Teil des Baerler Niederschlagswassers in den Leitgraben“, sagt der Leiter der Abteilung Kanalbau bei den Wirtschaftsbetrieben (WBD). Der nordwestlichste Teil der Stadt verfügt dann über drei Kanäle zum Leitgraben, die Entwässerung Baerls unterscheidet sich beträchtlich von der anderer Duisburger Ortsteile (siehe Info-Kasten).

Rund 800 000 Euro hat die Stadt in den Kanalausbau an der Mühlenstraße investiert. Ein ab Ende des vergangenen Jahrzehnts errichtetes Wohngebiet machte die Erweiterung des Systems erforderlich. Aktuell würde das Wasser aus dem genannten Wohngebiet durch den Kanal am Sardmannsbruchweg in Richtung des weitläufigen Rheinvorlandes fließen. Ist der neue Kanal dann in Betrieb, werde der Sardmannsbruchweg deutlich entlastet, „nasse Keller gibt es dadurch aber auch aktuell nicht, die Straße, die die Einlaufstelle von einigen Häusern trennt, ist als eine Art Deich konzipiert“, versichert Proske. Das Problem feuchter Keller bestehe eher dann, wenn der Leitgraben verstopft sei. Das zu verhindern sei Sache der Lineg (Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft). Probleme seien keine bekannt, so der Fachmann von den WBD, „alles läuft nach Plan.“

Jede Menge Bergschäden

Die Probleme des Ortsteils seien anderer Natur, besser gesagt, von Menschenhand verursacht. Durch die umliegenden Bergbaugebiete sei ein Großteil des Bereiches um die Schulstraße immer weiter abgesackt, „insgesamt ist das Niveau um bis zu 14 Meter gesunken, die Kirche an der Schulstraße war vor Jahrzehnten einmal der höchste Punkt Baerls“, sagt Proske. Das oberirdische Resultat des unterirdischen Abbaus ist bekannt, viele Baerler streiten sich mit der Ruhrkohle AG um Entschädigungen, über die Jahre waren viele Häuser derart beschädigt, dass sie abgerissen werden mussten (wir berichteten).

Zurück zum Kanal: Warum ist der eigentlich noch nicht in Betrieb? „Das geschieht erst, wenn die Straßenbaumaßnahme abgeschlossen ist“, erklärt Proske. Die an vielen Stellen marode, durch Bergschäden abgesackte Schulstraße wird zwischen den Nummern 113 und 140 mit finanzieller Unterstützung der RAG saniert. Ebenso neu gemacht werden Teile der Heesbergstraße und des Schlotwegs. „790 000 Euro kostet der Umbau, wir streben an, bis Ende des Jahres fertig zu sein“, berichtet WBD-Sprecher Volker Lange. 2016 soll sich der Kanal dann erstmals füllen...

Die Kanäle in Baerl und Rheinhausen
Baerl ist neben Rheinhausen
der einzige Ortsteil, der über ein sogenanntes Zweikanalsystem verfügt. Durch den einen fließen die Abwässer aus den Haushalten, durch den anderen das Niederschlagswasser von den Straßen. Vorteil: Das Niederschlagswasser muss nicht in die Kläranlage, lediglich durch eine Vorklärung fließen, es kann dann weiter in Richtung Baerler Leitgraben und dann in den Rhein gelangen. Nachteil: Jedes Haus braucht zwei Kanalanschlüsse, was aufwendiger ist, als einen Mischkanalanschluss zu bauen.
In Baerl und
Rheinhausen hat man sich noch vor der Eingemeindung nach Duisburg für die Trennkanalisation entschieden. Fakt ist laut Peter Proske von den WBD, dass für Einzelkanäle Gefälle benötigt würde, was in beiden Ortsteilen offenbar gegeben sei. In den anderen Stadtteilen könne aufgrund der Mischkanalisation nicht einfach die Trennkanalisation verwirklicht werden, denn hierzu wären große Kanalbaumaßnahmen notwendig, so Proske.