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Schulobst ist 100 Gramm Gesundheit

22.04.2010 | 18:47 Uhr
Schulobst ist 100 Gramm Gesundheit

Duisburg-Rheinhausen.Zwei Schulen aus Rheinhausen bekommen aus EU- und Landesmitteln ein Jahr lang Obst. Jeden Tag, jeweils 100 Gramm pro Schüler: die Rheinhauser Grundschule Auf dem Berg und die Rumelner Gerhard-Hauptmann-Grundschule an der Breslauer Straße.

Man habe die Jury mit einem „fundierten Gesundheitskonzept“ überzeugen können, sagt die Bergheimer Rektorin Camilla Dormagen. „So eine Aktion muss einen Rahmen haben, der zeigt, dass es auch wertgeschätzt wird. Sonst verpufft das.“ Auch Rektorin Andrea Martini-Heckhoff in Rumeln berichtet von vorhergegangenen Projekten wie der „Aktion Gesundes Frühstück“ und Bewegungsprogrammen.

Wird also denen gegeben, die eigentlich längst im Thema sind? Nein, sagt Heckhoff: Auch im beschaulichen Kaldenhausen, wo scheinbar die Welt noch in Ordnung ist, gebe es Kinder, „die kennen das einfach nicht“. Entsprechend wichtig seien solche Projekte: „In der Gemeinschaft, und wenn es nett angerichtet ist, neigen gerade diese Kinder eher dazu, es wenigstens mal zu probieren.“

An beiden Schulen unterstützt eine Zwei-Euro-Jobberin die Schüler beim Zubereiten und Verteilen des Obstes. Auf dem Berg konnte Konrektorin und Organisatorin Ursula Tiedemann außerden zwölf Mütter ins Boot holen, die abwechselnd mit anpacken.

Kein Zucker bitte

Weil alles seine Ordnung haben muss, hält das Landesamt für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz auf der Internet-Seite des Projektes eine „Liste der förderungsfähigen Obst- und Gemüsesorten“ bereit. Aus immerhin 21 Sorten Obst und zehn Arten von Gemüse dürfen die Schulen auswählen.

„Genussfertig verpackte“ Darreichungsformen wie Scheiben, Stückchen oder Direktsaft sind erlaubt, Produkte mit Zucker-, Salz- oder Fettzusatz tabu.

Diese Produkte müssen die Unternehmen im Portfolio haben, wenn sie als Lieferanten für das Schulobst-Programm in Frage kommen wollen. Dazu kommen branchenübliche hygienische und buchhalterische Auflagen, „aber im Prinzip konnte jeder, der mit Obst und Gemüse handelt, die Aufnahme in die Liste beantragen, vom Großhändler bis zum Supermarkt“, so Ministeriums-Sprecher Wilhelm Deitermann. „Vorausgesetzt, er war bereit, zum festgesetzten Preis von 28 Cent pro Portion zu liefern.“ Das war im Duisburger Westen offenbar keiner. Nach Vermittlung durch den städtischen Markt-Veranstalter Frischekontor fiel die Wahl auf den Ost-Duisburger Familienbetrieb Nüchter.

Matthias Oelkrug

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