Das aktuelle Wetter Duisburg 1°C
Kultur

Schöpfung und Heimat besungen

12.11.2012 | 18:05 Uhr

Die Maxim-Kowalew-Don Kosaken brillierten in der Christuskirche Rheinhausen.

Duisburg-Rheinhausen. Die Russen waren da. Nicht mit den Kriegsschrecken des letzten Jahrhunderts, sondern mit sieben schwelgenden und brennenden Männerstimmen. Die entfachten religiöses Feuer der Glückseligkeit unter einem göttlichen Kirchenhimmel, wo einst, vor 500 Jahren zu Reformationszeiten, spanische Soldaten Schweine zusammen getrieben hatten. Die kleine evangelische Christuskirche in Hochemmerich war vor über 100 Besuchern Schauplatz eines großen Konzertabends, den der Maxim-Kowalew-Don-Kosakenchor mit religiösen und heimatlichen Weisen spannend und reich gestaltete.

Kosaken sind ein Volk von Wehrbauern gegen die Tataren am Don und seinen Nebenflüssen, erstmals im 15. Jahrhundert in Erscheinung getreten. Die Kosaken am Don waren ab dem 16. Jahrhundert an der russischen Kolonisation Sibiriens beteiligt. Gegen Napoleon stellten sie 70 000 Kämpfer der russischen Armee. In der Revolution 1917 standen sie auf der Seite der Weißen Armee, wurden von den Sowjets verfolgt, hingerichtet oder in Arbeitslagern gehalten. Begründer der heute zahlreichen Kosakenchor-Kultur ist der legendäre Serge Jaroff (1896 - 1985), der nach der Revolution in einem Internierungslager in Istanbul mit Offizieren der geschlagenen Zarenarmee seinen Don Kosaken Chor Serge Jaroff gründete. Jaroff wirkte Jahrzehnte lang als Dirigent und künstlerischer Leiter, der geistliche und weltliche russische Vokalmusik einem Weltpublikum erschloss.

Ein Raunen vor den „Abendglocken“

Es gründeten sich viele Chöre dieser Art, von denen der in Danzig geborene Diplomsänger Maxim Kowalew eine der leuchtenden Formationen entwickeln konnte. In der Christuskirche waren die Stimmen glasklar und unterscheidbar zu vernehmen. Der Wohlklang drang bis in die hinteren Reihen, sanfte und kraftvolle Tonumsetzung verdienten in Einzelausführung und im Ensemble das Prädikat „Erstklassig“.

Alte russische Legenden wechselten mit „Halleluja“-Lobpreisungen. Als Kowalew das weltbekannte „Abendglocken“ ankündigte, bei dem die Chorstimmen den dunklen Nachklang von Glockengeläut wie aus der Ferne rhythmisch verlängert übernahmen, ging ein Raunen durch das Publikum. Auch das „Ave Maria“ von Gounod, in den 60er Jahren vom Duisburger Rudolf Schock auf Rillen verewigt, wurde von den Musikfreunden begeistert aufgenommen. Ein Abend auf hohem Niveau.

Carl Korte



Kommentare
Aus dem Ressort
Mitarbeiter sollen Krankenhaus durch Lohnverzicht retten
Medizin
Mitarbeiter im Johanniter-Krankenhaus in Duisburg sind empört: Sie sollen auf Lohn verzichten, um das Krankenhaus aus den Finanznöten zu retten. „Man setzt uns die Pistole auf die Brust“, klagen sie. Auch Stellen sollen eingespart werden. Krankenhausleitung spricht dagegen von Sanierungsprogramm.
Bürger wehrt sich gegen doppelte Preiserhöhung
Trinkwasser
Stadtwerke erhöhen Grundpreis für Rheinhauser Hauseigentümer zweimal in zwölf Monaten. Versorger begründet doppelte Erhöhung mit hohen Fixkosten
Freibad in Homberg bleibt 2015 erhalten
Haushalt
Stadtrat kassiert zwar die meisten Punkte der Sparliste. Damit werden auch viele andere bürgernahe Leistungen im Duisburger Westen nicht gestrichen. Und die Doppel-Sporthalle für das Krupp-Gymnasium kommt nach Verzögerungen ab 2017. Aber dafür erhöht Rot-Rot-Grün die Grundsteuer stark.
Einfach da sein und zuhören
Grüne Damen
Ökumenische Krankenhaushilfe am Johanniter in Rheinhausen bestehtseit 40 Jahren. 50 Ehrenamtler kümmern sich täglich um Patienten
Musical Kids singen sich warm
Konzert
Rheinhauser Kinder - und Jugendchor gibt am vierten Advent sein 15. Weihnachtskonzert. Proben in der Friedenskirche laufen auf Hochtouren
Die Grundsteuer in Duisburg soll erhöht werden
Duisburg ist ganz schön pleite. Um die Schließung von Hallenbädern, Stadtteilbüchereien und Jugendzentren zu verhindern, dreht die Stadt an der Steuerschraube. Ist das ein legitimer Weg?

Duisburg ist ganz schön pleite. Um die Schließung von Hallenbädern, Stadtteilbüchereien und Jugendzentren zu verhindern, dreht die Stadt an der Steuerschraube. Ist das ein legitimer Weg?

 
Fotos und Videos
Bellydancer-WM in Duisburg
Bildgalerie
Bauchtanz
Die hohe Kunst des Bauchtanzes
Video
Bauchtanz-Festival