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Schleppender Haus-Verkauf

11.10.2007 | 18:42 Uhr

IMMOBILIEN. Die Gebag hat erst 60 Prozent der neuen Häuser an der Rathausallee in Rumeln verkauft - mit großem Martketing-Aufwand.

"Befriedigend" laufe der Verkauf der 36 Doppelhaushälften, die Duisburgs städtische Wohnungsgesellschaft Gebag an der Rathausallee in Rumeln hochgezogen hat. Die ersten Bewohner sind bereits eingezogen, viele Häuser stehen aber noch leer. "60 Prozent sind verkauft", teilte Manfred Klaaßen der Redaktion auf Anfrage mit.

Selbst das gelang nur mit großem Marketing-Aufwand: Bis Ende 2006 erließ die Gebag jedem Käufer die 3,5 Prozent des Kaufpreises, die dieser für die Grunderwerbssteuer zu zahlen hatte. Im selben Jahr gab es für jeden Käufer, der einen weiteren Interessenten warb, ein Prozent des Verkaufspreises als Provision. Es sei "eindeutig schwerer" geworden, in Duisburg Wohneigentum an den Mann zu bringen: "Schuld ist die Einkommensschwäche. So kommt es, dass nur rund 20 Prozent der Duisburger Wohneigentum besitzen." Der Durchschnitt der West-Bundesländer liegt bei 43 Prozent.

Die privaten Mitbewerber im selben Neubaugebiet bestätigen zwar den Trend - haben aber offensichtlich weniger Probleme, ihre Häuser zu veräußern: "Es ist schwer, die Leute sind zurückhaltend", räumt Arne Thomsen von der Rumelner Firma Steinbau ein. Nichtsdestotrotz waren sechs Doppelhaushälften, die sein Unternehmen an der Rathausallee errichtet hat, schon vor der Fertigstellung verkauft.

Und von 40 Eigentumswohnungen sind nur noch sechs zu haben. "Da ist die Barrierefreiheit ein entscheidender Vorteil." Dem demographischen Trend folgend, setzte Thomsen nicht nur auf junge Familien, sondern auch auf betagte Kundschaft und stattete die Eigentumswohnungen entsprechend aus. "Beklagen kann ich mich nicht", resümiert er. "Wenn die Zeiten besser wären, hätten wir vielleicht mehr gebaut. Aber für das, was wir bauen, ist der Bedarf da."

Auch der Rheinhauser Bauträger Küppers Living ist zufrieden: Alle fertigen Wohneinheiten an der Rathausallee seien verkauft. Dennoch: Insgesamt laufe es in Duisburg-West schleppend; der Süden oder Kaiserswerth seien derzeit das bessere Pflaster. Deshalb ist Rumeln auch das vorerst letzte West-Projekt der Häuslebauer von der Hochstraße, die verstärkt in Huckingen aktiv sind.Auch nördlich der Rathausallee, gegenüber des Neubaugebietes, soll sich etwas tun: Den Stadtplanern schwebt eine "neue Mitte" vor. Aber kein weiteres Parkhaus mit angegliedertem Supermarkt ist geplant. Stattdessen ein zentraler Marktplatz, drum herum Ladenzeilen und weitere Wohnhäuser - ähnlich dem "Rumelner Domizil" an der Kapellener Straße.

Dessen Bauherr, Steinbau-Chef Arne Thomsen, zeigt Interesse: "Wenn's da los geht, wären wir gerne dabei." Allerdings: "In Rumeln dauern die Dinge manchmal etwas länger - ich glaube nicht, dass sich da in den nächsten sieben Jahren etwas tut." Um den Prozess zu beschleunigen, "würden wir uns gerne auch an der Erstellung des Bebauungsplans beteiligen."

MATTHIAS OELKRUG

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