Roter Riese hat die ersten Mieter
04.02.2009 | 19:00 Uhr 2009-02-04T19:00:00+0100
Die Investoren des Hochhauses an der Hanielstraße beginnen mit der Vermarktung. Im Juli sollen die 140 Wohnungen bezugsfertig sein. Die Caritas sitzt als Sozialpartner mit im Boot.
Es war wohl auch die einmalige Aussicht und der Blick auf den Rhein, was den ehemaligen Schiffskapitän überzeugt hat. Auch wenn er erst im Juli einziehen kann, hat er den Vertrag für die Penthouse-Wohnung in der 20. Etage bereits unterschrieben. Und damit ist er einer der ersten Mieter in dem Weißen Riesen an der Hanielstraße. Seit einem halben Jahr wird das leerstehende Hochhaus saniert, die Musterwohnungen sind bereits fertig. Wer bis Mitte März einen Mietvertrag unterschreibt, erhält sogar einen Frühbucher-Rabatt.
Vom alten Interieur ist nichts übrig geblieben, der Klotz ist bis auf den nackten Beton entkernt. Jetzt gehören Fußbodenheizung und Fensterfronten von Boden bis Decke zum Standard, die Mieter können sich bei den 140 Wohnungen zwischen vier Ausstattungen entscheiden. Die Spanne der Kaltmiete pro Quadratmeter reicht von 5 bis 6,50 Euro. Wer selbst tapeziert und den Boden verlegt, kommt bei einer 68qm-Wohnung mit Nebenkosten auf 510 Euro, wer sich für das Premium-Paket mit Glasfaser-Tapete, barrierearmen Bad mit Duschsitz und Stützgriffen entscheidet, zahlt 612 Euro Warmmiete.
Die Zielgruppe: Senioren, die das Leben in der eigenen Wohnungen dem im Altersheim vorziehen. „Wir sind überzeugt, dass wir uns am Bedarf orientieren. In Duisburg gibt es einen Mangel an solchen Wohnungen”, sagt Till Mundorf, Geschäftsführer der „D.Ing”-Gruppe, die das Konzept entwickelt hat und umsetzt. Dennoch sei die Zielgruppe breit gefächert. „Warum sollte nicht auch eine junge Familie mit Kindern die Vorteile schätzen?”, fragt Mundorf.
Dass die Bauweise der meisten Immobilienbestände weit an den Bedürfnissen älterer Menschen vorbeigeht, kann Anja Keil nur bestätigen. „Wir werden von unseren Kunden häufig gefragt, wo sie hier geeignete Wohnungen finden. Viel können wir ihnen nicht anbieten, das Angebot ist extrem gering”, sagt die Leiterin des Caritas-Zentrums Homberg. Häufig scheitert es an den Treppen zu den Wohnungen, oft fehlt ein Aufzug, ein Bad ohne Barrieren gebe es „im seltensten Fall”, sagt Keil.
Die Investoren haben sich die Caritas als Sozialpartner ins Boot geholt. Der Sozialverband hat den Bauherrn bereits bei der Ausstattung beraten. So gibt es zum Beispiel statt Laminat wahlweise auch PCV-Fußböden, die für Rollstühle deutlich besser geeignet sein sollen. Mit einem Ansprechpartner im Haus bietet die Caritas den Mietern Beratungen jeglicher Art, hilft und unterstützt im Pflegefall, richtet bei Bedarf Hausnotruf-Systeme ein.
Den vollständigen Artikel finden Sie in der Donnerstag-Ausgabe der NRZ und WAZ für Duisburg-West.
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