Rheinhausen hat für Eisenbahner zu viele Laster

Im Vordergrund die Eisenbahnsiedlung mit dem Rheinvorland, im Hintergrund das Gelände von Logport III mit dem Containerterminal der Bahn.
Im Vordergrund die Eisenbahnsiedlung mit dem Rheinvorland, im Hintergrund das Gelände von Logport III mit dem Containerterminal der Bahn.
Foto: Hans Blossey
Was wir bereits wissen
Nun wehrt sich auch Interessengemeinschaft Eisenbahnsiedlung gegen immer mehr Brummis in Rheinhausen. Bürger befürchten, dass sich Laster neben der Dahlingstraße auch in der Siedlung breit machen.

Duisburg-Rheinhausen..  Michael Küsters ist ganz bestimmt kein Feind der Wirtschaft. Ganz im Gegenteil: Seit rund 25 Jahren arbeitet das Rheinhauser CDU-Mitglied bei einem bundesweit erfolgreichen Stahlhandelsunternehmen in Duisburg. Nur der wachsende Lkw-Verkehr rund um den Logport III in Friemersheim/Hohenbudberg bringt den sonst ruhig und sachlich sprechenden Mitbürger „auf die Palme“. Und nicht nur ihn: Sondern auch die 300 anderen Mitglieder der Interessengemeinschaft Eisenbahnsiedlung.

Michael Küsters ist ihr Sprecher: „Auf unserer letzten Versammlung im März haben sich viele unserer Mitglieder wütend und besorgt über immer mehr Lkw gezeigt, die die Dahlingstraße und ihre Verlängerung, die Uerdinger Straße, bis hin zur Stadtgrenze zu Krefeld-Uerdingen regelrecht zuparken, Tag für Tag, Nacht für Nacht, Wochenende für Wochenende.“ Damit nicht genug: Viele Bewohner der Eisenbahnsiedlung fürchten jetzt, dass sich auch auf ihren Straßen immer mehr „Brummis“ breit machen werden, wenn die Stadt und Duisport nichts unternehmen. Dann wäre es mit der Ruhe und Beschaulichkeit zwischen Roos- und Henschelstraße vorbei, fürchten Küsters und seine Leute. Als Anwohner registrieren sie seit Anfang 2014 sehr genau, wie Dahling- und Uerdinger Straße in voller Länge auch nachts und am Wochenende zugeparkt werden.

Küsters spricht von „Camping“: „Die Lkw-Fahrer suchen sich jeden freien Winkel zum Parken. Sie übernachten nicht nur dort, sondern hinterlassen ihren Müll und verrichten ihre Geschäfte. Aber sie können nichts dafür, sie tragen dafür keine Verantwortung.“ Die Verantwortung sieht Küsters bei Duisport, dem Betreiber von Logport I-III, und bei der Stadt. Die Verwaltung habe viel zu spät und zu wenig vor Ort gehandelt, ist er überzeugt. Auf Logport I brauche man dringend einen Autohof, auf Logport III neue geregelte, nicht verkehrswidrige Abstellflächen.

„Umzäunte Fläche an alter Wagenhalle wieder nutzen“

Küsters schlägt die seit Oktober umzäunte Fläche vor der früheren Wagenhalle, später Hallendisco an der Dahlingstraße vor. Die wurde im Oktober 2014 eingezäunt, steht seitdem nicht mehr für parkende Lkw zur Verfügung. Voraussetzung sei dann aber, so Küsters, dass die Turmstraße gleich gegenüber geschlossen wird, um eine Lärmbelästigung für die Siedlung auszuschließen. Dazu könne man, so Küsters, den bestehenden Erdwall, der heute schon als Lärm- und Sichtschutz von der Siedlung zur Dahlingstraße dient, genau hier schließen. Küsters versteht nicht, dass der riesige, aber abgesperrte Parkplatz des Chemparks in Hohenbudberg nicht als Abstellfläche für Laster genutzt wird. „Die jüngst aufgestellten „Legostein-Poller“ aus Beton lösen das Problem jedenfalls nicht, sondern verschieben es nur.“

Die Idee, den gesamten Stadtteil Rheinhausen mit einem Autohof auf oder nahe Logport I nachhaltig zu entlasten. begrüßten gestern der Bauverein Rheinhausen, der Spar- und Bauverein Friemersheim, die Bürgerinitiative „Kein Giftstofflager in Rheinhausen und die Bürgerinitiative „Saubere Luft“.