Restaurierung fast abgeschlossen

Die Lohmühle in Baerl.
Die Lohmühle in Baerl.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Mühlenverein Lohmühle in Baerl freut sich über Fortschritte der Renovierung. Jetzt werden so genannte „Freiwilligen Müller“ gesucht. Die Teilnahme am Deutschen Mühlentag steht fest

Duisburg-Baerl..  Es ist vollbracht! Norbert Nienhaus, Vorsitzender des Mühlenvereins Lohmühle e.V. in Baerl freut sich. Mittlerweile ist der vierte Bauabschnitt an der komplett zu renovierenden Mühle beendet. Damit ist der größte Teil der Mühlentechnik restauriert. Jetzt fehlt nur noch das Flügelkreuz (letzter Bauabschnitt) und die Mühlsteine können sich drehen.

Aufwändige Arbeiten waren im vierten Bauabschnitt erforderlich. Zunächst einmal musste der Läuferstein des rechten Mahlwerks ausgebaut werden, da er an mehreren Stellen gerissen war und unweigerlich in voller Funktion auseinander gebrochen wäre. Der alte Stein ziert nun die Außenwand der Mühle als sichtbares Zeichen der Müllerei.

Die Lohmühle hat ein doppelgängiges Mahlwerk. Der Vorstand des Vereins hatte in einer seiner Sitzungen aus Kostengründen beschlossen, zunächst nur ein Mahlwerk zu restaurieren und das andere zu Schauzwecken herzurichten.

Elektromotor

Sehr schön ist inzwischen der Hebebaum des Lichtwerks zu erkennen, mit dem der Müller den Läuferstein anheben kann, je nachdem welche Mehlqualität er haben möchte. Der Mehltrichter, der neu angefertigt werden musste, sitzt oberhalb des Läufersteins und nimmt das Mahlgut auf. Nicht mehr zu verwenden war der Läuferstein (oberer Mahlstein) wie auch mehrere Stein im gegenüberliegenden Mahlwerk. Komplett erneuert und verkeilt werden mussten der Boden des Rönzelrades und die Rönzelstöcke. Auch der Hebestock für das Lichtwerk wurde neu eingesetzt.

Den finanziellen Rahmen des Vereins gesprengt hätte die Erneuerung des Stirnrades, das für die Mahlgänge wichtig ist. Dagegen steht die Restaurierung eines Elektromotors in den nächsten Jahren an.

Komplett überarbeitet wurde auch die Sackaufzugsanlage. In der Mühlenkappe befinden sich Flügelwelle, Kammrad, Bunkler und Bremse. Der Bunkler/Kronrad wurde komplett neu gebaut und bereits im zweiten Bauabschnitt neu eingebaut. Er war das einzige Teil der Mühlentechnik, das nicht mehr original vorhanden war. Mittlerweile sind alle Restaurierungsarbeiten in der Kappe abgeschlossen.

Im Laufe der gesamten Restaurierungsarbeiten musste der Mühlenverein immer wieder unvorhergesehene Zusatzleistungen erbringen. Er hat sie finanziell auffangen können durch einen Ausgleich der Arbeiten (z.B. Sanierung der Balkenköpfe) und den damit einhergehenden geringeren Kosten.

Nun steht dem Mühlenverein noch die Abarbeitung des „Schwarzbuchs“ des Mühlenbauers bevor. Darin sind alle Maßnahmen aufgelistet, die zu Beginn bei der Kalkulation der Restaurierung noch nicht erkannt wurden. Der Verein schätzt, dass diese Maßnahmen nicht so kostenträchtig sein werden, um noch einen weiteren Bauabschnitt ins Leben zu rufen.

„Freiwilligen Müller“

Für dieses Jahr hofft der Vorstand auf die rege Beteiligung der Mitglieder zur Ausbildung als „Freiwilligen-Müller“. Dafür konnte bereits Martie te Brake aus den Niederlanden als anerkannter Fachmann gewinnen können. Er stand auch einer Gruppe von Mühleninteressierten der Geismühle in Krefeld als Ausbilder zur Verfügung. Wer Interesse daran hat, kann sich mit den Vorsitzenden Norbert Nienhaus unter Telefon 02844/3649984 in Verbindung setztn.

Großes plant der Baerler Mühlenverein für dieses Jahr. So wird er erstmals wieder am Deutschen Mühlentag teilnehmen können und freut sich bereits jetzt auf viele Besucher in der Lohmühle, die dann allerdings noch ohne Flügelkreuz sein wird.