Das aktuelle Wetter Duisburg 14°C
Logistik

Reichlich „Probebetrieb“

21.03.2013 | 04:00 Uhr
Reichlich „Probebetrieb“
Foto: Hans Blossey

Es herrscht bereits seit Jahresbbeginn Lkw-Verkehr, aber noch gibt es keinen Gleisanschluss am Containerterminal Hohenbudberg. Versorgung des Chempark Uerdingen voraussichtlich erst im Sommer.

Wenn am Donnerstag die Bezirksvertretung Rheinhausen/Rumeln-Kaldenhausen zusammenkommt, wird sie sich unter anderem mit einer erneuten Eingabe des streitbaren Eisenbahnsiedlungs-Bewohners Harald Jochums auseinandersetzen. Jochums vermutet schon seit Längerem, dass die Duisburger Hafengesellschaft Duisport im Sommer widerrechtlich, weil noch ohne Genehmigung, mit dem Bau ihres Containerterminals in Hohenbudberg begonnen hatte.

Der Bebauungsplan und die dafür nötige Flächennutzungsplan-Änderung waren erst Anfang Dezember vom Stadtrat abgesegnet worden. Laut Stadtverwaltung waren die von Jochums beanstandeten Baumaßnahmen aber alle entweder vorbereitender Natur oder durch einzelne, nicht vom B-Plan abhängige Genehmigungen abgedeckt und somit rechtens.

Dass auf dem 120 000 Quadratmeter großen Areal seit Jahresbeginn Lkw be- und entladen wurden (wir berichteten) ist laut Duisport-Sprecher Jan Heitmann ebenfalls nicht genehmigungspflichtig. Es habe sich um Probebetrieb gehandelt. Außerdem sei die Betriebsgenehmigung nur für den bimodalen Betrieb, also das Verladen von Containern von Zügen auf Lkw und umgekehrt mit den noch zu errichtenden Portalkränen notwendig. Das Gelände des Terminals ist bereits seit den 90-er Jahren planungsrechtlich ein Gewerbegebiet. „Und um in einem Gewerbegebiet Lastwagen zu be- und entladen, brauchen Sie natürlich nicht jedes Mal eine neue Genehmigung.“

Wann aus dem „Probebetrieb“ ein regulärer Betrieb wird und wie weit der Ausbau der Eisenbahn-Anlagen ist, konnte Heitman bis Redaktionsschluss nicht sagen. Auch zum Stand der Dinge beim Anschluss des Terminals an die L473n über die Brücke „Am Stellwerk“ gibt es vorerst keine neuen Informationen - Ende Februar wurde der Brückenkörper platziert (wir berichteten), seitdem läuft der Bau der Straßenzufahrten. Letzter Termin für die geplante Fertigstellung war Mitte April.

Definitiv noch nicht verladen werden auf dem Terminal bislang Waren für einen der Haupt-Auftraggeber, den benachbarten „Chempark Uerdingen“. Für die Betriebe auf dem Gelände des alten Bayer-Werkes gibt es bisher überhaupt keine Containerlogistik-Anbindung. Das soll sich durch das Terminal auf der anderen Seite der Stadtgrenze ändern - aber voraussichtlich erst im Sommer. Unabhängig von den Gleis- und Krananlagen braucht der Chempark für den Zugang zum Terminal einen Wirtschaftsweg. Der soll parallel zur Bahnstrecke entstehen. Laut Chempark-Sprecherin Bettina Pöhler gab es für den Bau dieser Straße aber bislang nur vorbereitende Maßnahmen.

Von „vorbereitenden Maßnahmen“ will Jochums indes nichts wissen: „Da wurden Fakten geschaffen, und das ist von vorne bis hinten illegal!“ Warum wenige Tage vor Verabschiedung des Bebauungsplans Genehmigungen ausgesprochen wurden, statt erst einmal eine Veränderungssperre zu beschließen, und ob der Betrieb in Hohenbudberg bereits auf seine Brandschutz-Konformität geprüft wurde, will er, so seine Ankündigung, als nächstes von den Genehmigungsbehörden erfahren.

Matthias Oelkrug



Kommentare
29.03.2013
07:19
Reichlich „Probebetrieb“
von jojo2008 | #2

Tschab | #1

Kann ich nur bestätigen. -

Und es gibt noch eine 2. journalistische Schlamperei: B- und F-Plan waren noch im Februar 2013 nicht rechtskräftig. Ende November 2012 "erging" der PLANFESTSTELLUNGSBESCHLUSS. -

Und die Aussage des Hafengesellschaftssprechers: „Und um in einem Gewerbegebiet Lastwagen zu be- und entladen, brauchen Sie natürlich nicht jedes Mal eine neue Genehmigung.“ kann ich nur als Frechheit bezeichnen. Wozu dann das ganze aufwändige Genehmigungsverfahren?
Unfaßbar mit welcher Dreistigkeit die Hafengesellschaft sich hier einfach über Recht und Gesetz hinwegsetzt. -

Harald Jochums / Leidtragender

22.03.2013
10:12
Reichlich „Probebetrieb“
von Tschab | #1

Hallo WAZ anscheinend haben sie schlecht oder falsch recherchiert,seit Anfang des
Probebetriebes sind Gleise und Gleisanschluss vorhanden,sprich täglich werden mehrere Züge abgefertigt. mfg tschab

Aus dem Ressort
Regenbogenhaus sorgt für Integration in Rheinhausen
Integration
Verspätete Einweihung: Das Rheinhauser Regenbogenhaus hat neue Räume. Die Einrichtung ist größer geworden, viele Akteure, die sich allgemein gesagt um Integration kümmern, haben inzwischen die Adresse „Beethovenstraße 18a“.
Vater soll Sohn hinterrücks mit Messer niedergestochen haben
Familiendrama
Ein 72-jähriger Mann soll in der gemeinsamen Duisburger Wohnung hinterrücks auf seinen 41 Jahre alten Sohn eingestochen und ihn lebensgefährlich verletzt haben. Auslöser für die Tat war nach Polizeiangaben ein familiärer Streit. Wegen versuchten Mordes sitzt der Vater nun in Untersuchungshaft.
Greiwing plant ebenfalls Gefahrstofflager in Duisburg
Gefahrgut-Lager
Nach der Firma Talke plant auch der Logistiker Greiwing den Bau eines Gefahrstofflagers auf dem Rheinhauser Logport-Gelände. Hier soll giftiges Bariumchlorid umgeschlagen werden. Die Sicherheit für die Bevölkerung soll aber sogar steigen, verspricht die Firma.
Kinder zum Handball spielen von der Straße holen
Soziales
15 ehrenamtliche Mitglieder des gemeinnützigen Vereins holen Kids von der Straße und lassen sie unter Anleitung von Sport-Pädagogen Handball spielen. Seit 2010 sammelt der Verein Spenden für die Ausrüstung und das Training von Kindern und Jugendlichen.
Räuber überfällt in Moers Supermarkt mit einer Pistole
Raubüberfall
Die Polizei sucht Hinweise auf einen unbekannten, maskierten Täter. Am Freitagabend hatte er gegen 21 Uhr einen Supermarkt an der Franz-Haniel-Straße mit einer Pistole überfallen. Er verletzte einen Angestellten leicht und bedrohte zudem drei weitere. Die Mitarbeiter konnten sich in ein Büro retten.
Umfrage
In Duisburg gibt es noch zwei große Warenhäuser. Karstadt ist seit geraumer Zeit in den Turbulenzen. Jetzt sollen es neue Sortimente und Beschäftigte in Teilzeit rausreißen. Ist Karstadt für Sie als Kaufhaus noch attraktiv?

In Duisburg gibt es noch zwei große Warenhäuser. Karstadt ist seit geraumer Zeit in den Turbulenzen. Jetzt sollen es neue Sortimente und Beschäftigte in Teilzeit rausreißen. Ist Karstadt für Sie als Kaufhaus noch attraktiv?

 
Fotos und Videos
I-Dötzchen aus Duisburg
Bildgalerie
Einschulung
Tag des offenen Denkmals
Bildgalerie
Historisches