Rechnet sich das Kraftwerk nicht?

Demo gegen Kohlekraftwerk im Chempark, Krefeld-Uerdingen Foto: Peggy Mendel
Demo gegen Kohlekraftwerk im Chempark, Krefeld-Uerdingen Foto: Peggy Mendel
Foto: Mendel

Krefeld / DU-West. Das Energiekonzept der Bundesregierung mit der geplanten längeren Laufzeit für Atomkraftwerke könnte zum wirtschaftlichen Prüfstein für das Kohlekraftwerk in Uerdingen werden: Die „Wirtschaftlichkeitsberechnung“ für das in Rheinhausen ungeliebte Projekt muss neu kalkuliert werden, und vor Frühjahr 2011 - also dann, wenn auch das Ergebnis des Genehmigungsverfahrens erwartet wird - rechnet Elmar Thyen, Sprecher des Aachener Stadtwerke-Verbundes Trianel, nicht mit einem Ergebnis.

„Zu den Faktoren, die dort hineinspielen, zählt natürlich das endgültige Energiekonzept, von dem bislang nur ein 40-seitiger Entwurf vorliegt.“ Die Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke und, davon ausgehend, die auf Jahre veränderte Angebot-Nachfrage-Situation für Strom, wird dabei ein zentraler Punkt sein. Aber auch die tatsächlichen Baukosten sowie die Kreditzinsen stehen noch nicht fest und sollen in die Kalkulation einfließen. Erst dann, so Thyen, stelle sich die Frage, ob die potenziellen Gesellschafter nachverhandeln oder gar aus dem Projekt aussteigen.

Wirtschaftlichkeit
wird noch geprüft

Einer dieser Gesellschafter sind die Krefelder Stadtwerke (SWK), die pro Jahr rund 100 der 760 Megawatt abnehmen wollen. Deren Vorstand Martin Cerener war in einer Krefelder Lokalzeitung mit den Aussagen zitiert worden, wegen des Energiekonzeptes aber auch wegen der in Folge hoher internationaler Nachfrage gestiegenen Preise sowohl für Kraftwerke als auch für den Rohstoff Steinkohle sehe man die Investition mittlerweile kritisch, ein Gas- und Dampfkraftwerk (wie es etwa die Rheinhauser Bürgerinitiative „Saubere Luft“ fordert, d.Red.) sei eine mögliche Alternative.

SWK-Sprecherin Dorothee Winkmann wollte diese Aussagen auf Nachfrage nicht bestätigen oder kommentieren. Für Trianel relativierte Thyen: „Sollte die Wirtschaftlichkeitsprüfung tatsächlich negativ ausfallen, wäre das natürlich für alle Gesellschafter ein Argument dagegen. Und wenn ein Gas- und Dampfkraftwerk sich als wirtschaftlicher erwiese, wäre auch das für alle Gesellschafter relevant.“

Der dritte Gesellschafter, die Bayer-Tochter Currenta, hatte ein Gaskraftwerk bislang kategorisch abgelehnt: Der Energiemix des Unternehmens sehe an den diversen Standorten sowohl Gas als auch Kohle vor - und die weniger schadstoffträchtige Variante Gas sei schon für den Standort Leverkusen vorgesehen.