Reaktionen auf den Abrissplan der Hubbrücke

die Hubbrücke über dem Rheinpreußenhafen in Homberg.
die Hubbrücke über dem Rheinpreußenhafen in Homberg.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Pläne von RAG und Ineos, die denkmalgeschützte Hubbrücke über den HombergerRheinpreußenhafen abzureißen, haben für viele Reaktionen gesorgt. Tenor: Die Brücke muss bleiben.

Duisburg Homberg..  Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Der mögliche Abriss der denkmalgeschützten Hubbrücke treibt die Menschen in der Stadt um. Unmittelbar vom Abbau betroffen wäre der Sportverein Homberger TV, dessen Vorsitzender Sieghard Schilling wehrt sich gegen die Pläne: Mit völligem Unverständnis und Entsetzen hat der Vorstand des Homberger TV die Berichterstattung zum Abriss der Homberger Hubbrücke zur Kenntnis genommen. Viele Abteilungen und Sportgruppen nutzen unsere ,Holzbrücke’ in der Regel zu Beginn ihrer Trainingseinheiten. Der Rheinuferlauf, ein von vielen Läufern frequentierter Volkslauf, geht ebenfalls zu Beginn und am Ende der unterschiedlichen Strecken über unsere kleine Brücke. Viele Radwanderer und auch Wanderer nutzen die Brücke für ihre Rad- und Wandertouren in Richtung Baerl, Orsoy, Xanten. Man kann sogar sagen, dass die Brücke als Verbindung aus dem Stadtteil heraus, hinaus auf den Deich, so etwas wie eine Lebensader ist.“

Schilling geht noch weiter, „als ein wesentlich Betroffener wird der Homberger TV sich aktiv an der Gründung einer Bürgerinitiative beteiligen. Wir fordern alle Homberger Bürger, Vereine und natürlich die politischen Parteien auf, gemeinsam Widerstand gegen diesen unsäglichen Plan zu organisieren.“ Es sei unverständlich und nicht zu akzeptieren, wenn diese historische Brücke, die unter Denkmalschutz steht, mal eben einfach so abgerissen werden solle. „So vernichtet man nach und nach kulturelles Erbe in unserer Stadt.“

Hermann Grindberg, ehemaliger Fraktionsvorsitzender der SPD in der Bezirksvertretung (BV) und auch ehemaliger HTV-Vorsitz, zeigt sich über die Pläne ebenso entsetzt: „Diesem Treiben muss man entgegentreten. Die Brücke ist unverzichtbar für den Freizeit- und Erholungsverkehr in unserem Stadtteil. Gleichzeitig ist sie Bestandteil überörtlicher Wanderwege und des Rheinradweges. Ich bin bereit, für die Einrichtung einer Bürgerinitiative zu werben.“

Kritik auch von rot-rot-grüner Mehrheits-Koalition

Für die Homberger BV-Mehrheitsfraktion SPD/Grüne/Die Linke steht, noch bevor etwaige Bürgerinitiativen gegründet werden, eine offizielle Ablehnung der RAG/Ineos-Pläne durch die Stadt Duisburg und den Landschaftsverband Rheinland. „Wenn es ein klares Nein der Stadt zum Abriss, etwa aus Gründen des Denkmalschutzes gibt, liegt der Ball wieder beim Besitzer der Brücke, der dann reagieren muss“, sagt Hans-Gerd Bosch, SPD-Fraktionschef. Zusammen mit seinen Koalitionskollegen Dietmar Beckmann (Grüne) und Karl-Heinz Trzaskaz (Linke) fordert er die Stadt auf, „die denkmalrechtliche Erlaubnis wegen entgegen stehenden überwiegenden öffentlichen Interesses zu versagen.“