Rätselraten um den Kreisel-Standort
04.12.2009 | 17:20 Uhr 2009-12-04T17:20:00+0100
Duisburg. Neue Posse aus dem Konjunkturpaket: In Rheinhausen wie in Homberg rechnet man mit einem 700.000 Euro teuren Kreisverkehr an der Duisburger- und Moerser Straße. Ein Verwirrspiel: Den Kreisel wird's nur einmal geben, den Namen der Straßenkreuzung gibt's aber zweimal.
Die Stadt will mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket an der Kreuzung Moerser- und Duisburger Straße einen Kreisverkehr bauen. Fest steht, dass der Kreisel im Duisburger Westen entstehen soll. Fragt sich nur, ob in Rheinhausen oder in Homberg. Denn eine Kreuzung Duisburger- und Moerser Straße gibt es in beiden Stadtteilen, beides sind Verkehrsknotenpunkte, an denen ein Kreisel vorstellbar wäre. Im Rathaus ist man offenbar selbst unschlüssig, welcher Stadtteil gemeint ist. Denn in den Unterlagen zum Konjunkturpaket tauchen kurioserweise beide Stadtteile auf: Auf dem Papier steht oben 47226 für Rheinhausen, unten klein gedruckt 47198 für Homberg. Die Posse hatte die Bezirksvertretung Rheinhausen jetzt nachhaltig beschäftigt.
Denn eigentlich wollte man in Rheinhausen den Kreisverkehr opfern und die knapp 700 000 Euro lieber in das OSC-Bewegungszentrum im Volkspark investieren, weil das Projekt sonst womöglich nicht realisiert werden kann. Doch auf der Sitzung konnte nicht geklärt werden, wo denn jetzt überhaupt der Kreisel gebaut werden soll.
„Optimal”: 14 Unfälle
Auch in Homberg ist man sicher, dass der Kreisverkehr im eigenen Stadtteil gebaut wird. Auch wenn auf dem Rathauspapier groß der Bezirk Rheinhausen steht, stützt sich Hombergs Bezirksbürgermeister Hans-Joachim Paschmann auf die Angaben des NRW-Innenministeriums, das alle beantragten Projekte aufgelistet hat.
Die Nachfrage der Redaktion bei der Stadt bringt jetzt endlich Klarheit. Homberg soll den Kreisel erhalten, bestätigte gestern eine Stadtsprecherin. In Rheinhausen würde ein Kreisverkehr an der Moerser und Duisburger Straße keinen Sinn machen. Denn dort sei die Verkehrssituation laut Fachverwaltung „als optimal zu bezeichnen”. Warum die Baumaßnahme in der Kämmerei dann fälschlicherweise dem Bezirk Rheinhausen zugeordnet wurde, sei ungeklärt.
Nebenbei bemerkt: Was die Stadt als „optimal” bezeichnet, nennt die Polizei klipp und klar einen Unfallschwerpunkt. 14 Mal krachte es im Vorjahr an der Kreuzung in Rheinhausen, so oft wie an keiner anderen Stelle im Duisburger Westen.
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