Publikum hatte die Wahl

13 Bands haben schon die Zusage für das „Rage against racism“-Festival am 5. und 6. Juni an der Friemersheimer Mühle erhalten. Ein Platz war noch frei. Die Veranstalter hatten sich diesmal eine besondere Idee einfallen lassen, um den letzten Startplatz zu vergeben, denn die Zuschauer konnten am Freitag bei einem Warm-Up-Slot-Battle selbst über den fehlenden Teilnehmer abstimmen. Levent Tomicki vom Orga-Team sagt: „Wir haben uns gedacht, dass wir unser Publikum mit einem Slot-Battle mit einbeziehen, denn für uns war die Auswahl schwer genug.“ Wieder hat das Team mehr als 1000 Demo-Tapes, Videos oder CDs gesichtet, die ihnen von Bands aus ganz Deutschland zugeschickt wurden. „So haben wir auch einen gewissen Spannungsfaktor geschaffen“, ergänzt Dirk Diegler vom Orga-Team.

Ein Hauch von ESC-Vorentscheid schwebte denn auch über der Friemersheimer Mühle – allerdings auf Metal-Basis - 150 Fans hatten sich aufgemacht, um die Besten des Abends zu küren. Und die gesamte Palette der verschiedenen Stilrichtungen wurde von den fünf Wettbewerbern vertreten: Guten Trash-Metal servierten „Purifiy“ aus dem Wiesbadener Raum. „Wir reduzieren uns beim Sound aufs wesentliche“, sagt Bandgründer Guido Holstein. Zwei Alben hat die Band seit ihrer Gründung Anfang 2001 herausgebracht, aus dem letzten Album „Sic transit gloria mundi“ gab es treibende Titel wie „Gunslinger“ und als Zugabe „Guinea Pig Apocalypse“.

Starke Live-Performance

Ein weiterer Titelfavorit waren „Elmsfire“ aus Düsseldorf. Die Band lieferte eine starke Live-Performance: Der wuselige Gitarrist Germano rannte ins Publikum und spielte selbst den in hinteren Reihen stehenden Zuschauern seine Soli mit seiner Funk gesteuerten Gitarre persönlich vor, während er dazu den Kopf wiegte. Stilübergreifend, mal im Trash, mal mit Stoner-Rock-Sequenzen, mal so melodiös wie Symphonic-Metal mit ausufernden Keyboardteppichen spielten sie Titel, auch vom letzten Album „Thieves of the sun“, darunter die elegische Hymne „Stormchild“.

In eine Neonlandschaft tauchten „Shape my clarity“ die gesamte Bühne, trugen fluoreszierende T-Shirts und wedelten mit Neon-Stäben zu ihrer Musik, „Sariola“ aus Duisburg warteten mit einfallsreichen Kostümen auf, die Musiker sahen aus wie engelsgleiche germanische Gottheiten. Gewinner des Abends mit mehr als 30 Stimmen wurden die Moerser „Elvellon“, die elegischen Metal im Stile von „Nightwish“ spielten und somit am zweiten Tag das „Rage“ um 13 Uhr eröffnen dürfen. „Ich denke, dass wir diesen Contest-Gedanken auch im nächsten Jahr beibehalten werden“, sagt Levent Tomicki. Diese Bands nehmen jedenfalls gerne die Wahl an...

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