Prüfung zum Traumberuf bestanden

33 Auszubildenden haben ihre Abschlussprüfung als Binnenschifferin und Binnenschiffer in Homberg bestanden. Sechs Schiffsmädchen dürfen sich in ihrem Schifferdienstbuch als Bootsfrau, 27 Schiffsjungen als Bootsmann eintragen lassen, darunter sechs Auszubildende aus der Schweiz. Alle haben ihren Traumberuf „Binnenschiffer/in“ erreicht.

An acht Prüfungstagen mussten sie ihr Können vor der Prüfungskommission der Industrie- und Handelskammer Duisburg sowohl theoretisch als auch praktisch zeigen. Die Auszubildenden wohnen auf dem Schulschiff Rhein im Homberger Hafen und besuchten 13 Wochen lang das Schiffer-Berufskolleg Rhein in Homberg. Hier wurden sie auf die Abschlussprüfung vorbereitet.

Breit gefächerte Ausbildung

Mit den theoretischen Fächern „Nautik“, „Schiffsbetriebslehre“ und „Maschinen- und Motorenkunde“ begannen. Einen Tag später folgte das Fach „Wirtschafts- und Sozialkunde“. Diese Fächer zeigen, dass die Ausbildung zum Binnenschiffer sehr breit gefächert ist. Vom geografischen Wissen, über den Aufbau eines Binnenschiffes, über den technischen Bereich Motoren und Maschinen bis zum Wissen über das Zusammenleben der Menschen an Bord eines Binnenschiffes bis hin zum gesellschaftlichen Leben in Europa müssen Fragen und komplexe Aufgaben in der Abschlussprüfung beantwortet werden.

Vier Tage lang dauerte die praktische Abschlussprüfung. Hier mussten die jungen Leute Fertigkeiten und Kenntnisse in den Prüfungsstationen „Elektrische Stromversorgung auf einem Binnenschiff“, „Ruderanlage“, „MTU-Motor“, „Retten und Bergen mit dem Dreibaum“, „Knoten und Spleißen“, „Beibootfahren“, „Haveriepumpe“ und „An- beziehungsweise Ablegen mit einem Binnenschiff“ nachweisen. Eine umfangreiche Prüfung, die aber notwendig ist, da ein ausgebildeter Binnenschiffer vielfältige Aufgaben in seinem Beruf übernehmen muss. Er ist zum Beispiel in der Lage ein Motorgüterschiff mit seiner Ladung zu führen, ein Tankschiff mit den gefährlichen Gütern zu händeln sowie ein Fahrgastschiff mit den Passagieren sicher und zuverlässig zu führen.

Nach der Ausbildung zum Binnenschiffer kann sich die Bootsfrau beziehungsweise der Bootsmann weiter qualifizieren, in dem er oder sie Schiffs-Patente erwirbt. Dann können sie als Steuerleute beziehungsweise als Kapitäne die Schiffsführung allein verantwortlich übernehmen oder sich sogar als Partikulier selbstständig machen.

Mündliche Prüfung

Am letzten Tag der Prüfungswoche wurde noch einmal gezittert, denn die mündlichen Prüfungen standen an. Diese war nur bei einer kleinen Anzahl der Prüflinge nötig. So bald konnte der Prüfungsvorsitzende Barth im Namen der Industrie- und Handelskammer die Ergebnisse verkünden. 33 Auszubildenden jubelten und freuten sich über die bestandene Prüfung. Der Schulschiffkapitän, Herr Ridderskamp, und der Schulleiter des Schiffer-Berufskolleg Rhein, Herr Wieck, gratulierten und wünschten in allen ständig eine Hand breit Wasser unter dem Kiel.

Einige der neuen Matrosen konnten nicht richtig feiern, da sie ihren Dienst auf einem Binnenschiff sofort antreten mussten. Wie in der Binnenschifffahrtsbranche üblich, hatten 33 alle Matrosen einen Arbeitsvertrag in der Tasche.