Ostereierschießen – ein Selbstversuch in Friemersheim

Gabriele Labusch mit BSV-Vorsitz Harald Müller und dem Teilnehmer Gustav Roelen  am Schießstand.
Gabriele Labusch mit BSV-Vorsitz Harald Müller und dem Teilnehmer Gustav Roelen am Schießstand.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Beim Ostereierschießen des BSV Friemersheim gewinnt dank eines ausgeklügelten Systems nahezu jeder etwas. Das wollten wir genauer wissen und wagten einen Selbstversuch am Schützengewehr.

Duisburg-Friemersheim..  Den Bürgerschützenverein (BSV) Friemersheim dürfte Oliver Kahn mit seinem inzwischen nicht nur bei Fußballern legendären Spruch: „Eier, wir brauchen Eier“, wohl eher nicht gemeint haben, als er seinen zur Osterweisheit gewordenen Ausspruch einst in ein Reporter-Mikrofon schnaubte. Und trotzdem hat sich der Schützenverein mit gleich 1300 Exemplaren eingedeckt, die er im Rahmen seines Ostereierschießens verlost, einer Tradition, die deutschlandweit von vielen Schießgesellschaften praktiziert wird.

In der Gaststätte Sonneneck sitzt an diesem Nachmittag nur etwa ein Dutzend Gäste. Dies sei für diese Uhrzeit normal, sagt der 1. Vorsitzende des Bürgerschützenvereins Friemersheim 1929/71, Harald Müller: „Gegen 19 Uhr wird der Laden dagegen brechend voll sein“. Zeit genug für mich also, um mich einer mir bis dato unbekannten Tradition anzunähern. Auf dem Weg zur Anmeldung zum Ostereierschießen in einer Ecke des Lokals drückt mir der Osterhase Gabi gleich ein buntes Ei in die Hand – das geht ja gut los.

Und so funktioniert’s: Für zwei Euro erhält der Schütze eine Pappscheibe, auf der ein Ringsystem aufgedruckt sind. Mit drei Schüssen aus einem Luftgewehr muss er versuchen, möglichst viele Punkte zu erzielen. Für die Maximalanzahl von zehn Ringen überreicht der Osterhase acht weitere Eier, für neun fünf, für acht Ringe hingegen nur noch zwei.

Im Keller des Lokals, in der die Schießeinlage eingerichtet ist, erklärt Jürgen Vossler, 2. Vorsitzender der Duisburger Freischützen, zunächst, dass ein Luftgewehr rein gar nichts mit den Gewehren auf der Kirmes zu tun hat, mit denen ich bisher immer geschossen habe. Nach einer kurzen Einweisung lädt Harald Müller die Waffe durch und lässt mich zielen. „Das A und O ist es, beim Schießen das Gewehr ruhig zu halten, sonst verrückt das Gewehr“, erklärt Vossler.

Also atme ich ein und drücke ab – Treffer. „Fünf Eier sind schon mal sicher“, sagt Müller. Nach zwei weiteren Schüssen habe ich sieben in der Tasche. „Für einen Anfänger astrein.“ Neueinsteiger wie ich können sich bei Interesse an einer Teilnahme zum Schießen in der Gaststätte Sonneneck an der Friedhofallee in Friemersheim melden, von dort wird der Kontakt zu den Schützenvereinen hergestellt.

An einem Tisch genießt Angelika Braschi aus Kamp-Lintfort mit ihrer Familie den sonnigen Nachmittag. Sie hat heute noch gar nicht geschossen, schätzt aber das gemütliche Zusammensein und den sportlichen Wettkampf der Tradition. „Das gehört zu Ostern einfach dazu.“

Geübte erweisen sich als treffsicher

Gerade vom Schießen zurückgekommen ist Maik Buschmüller, der insgesamt 15 Eier gewonnen hat. „Ausnahmsweise mit drei Karten“, sagt er. Er habe bereits in den letzten Jahren schon einige Male am Ostereierschießen teilgenommen und sei dadurch etwas geübter. Was er mit den 15 Ostereiern machen will, weiß er dagegen noch nicht so genau. „Ein paar selber essen und den Rest wahrscheinlich verstecken.“ Das wäre sicher auch ganz im Sinne von Olli Kahn gewesen...