Neuer Seniorentreff an der Lindenallee in Rheinhausen

Neues Seniorenbetreuungszentrum des DRK in Duisburg-Rheinhausen am Donnerstag den 29.01.2015. Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services
Neues Seniorenbetreuungszentrum des DRK in Duisburg-Rheinhausen am Donnerstag den 29.01.2015. Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
In einem ehemaligen Supermarkt hat der Friemersheimer Spar- und Bauverein sein Großprojekt „alten- und behindertengerechtes Wohnen“ verwirklicht. Gesamtkosten: 1,4 Millionen Euro.

Duisburg-Rheinhausen..  Im Erdgeschoss herrscht ein munteres Kommen und Gehen. 16 Senioren wuseln an jedem Werktag durch die insgesamt 568 Quadratmeter großen Räume der neuen Tagespflege des Deutschen Roten Kreuzes in Rheinhausen, mit oder ohne Rollstuhl und Rollator, mal mehr, mal weniger fröhlich. Ein eigener DRK-Fahrdienst oder Angehörige bringen die älteren Damen und Herren morgens in die neue Einrichtung und holen sie abends wieder ab. Im April öffnete die einzige Tagespflege dieser Art in Rheinhausen erstmals ihre Pforten in dem fünfgeschossigen Haus an der Ecke Lindenallee/Krefelder Straße. Geöffnet hat die barrierefrei, behindertengerecht gebaute und eingerichtete Tagespflegestelle von montags bis freitags.

Pflegedienstleiterin Claudia Ferriere erklärt den Tagesablauf: „Frühmorgens machen sich unsere älteren Gäste ihr Frühstück selbst.“ Danach beginnt das Vormittagsprogramm in einem eigenen Raum: Die Zehn-Minuten-Aktivierung als Orientierungsrunde für die Damen und Herren, das gemeinsame Lesen der Zeitung, Musizieren, Singen oder Tanzen, Gedächtnistraining, seniorengerechte Bewegungsangebote wie Gymnastik, Sitzgymnastik oder Yoga. „Auch Kegeln, Dosenwerfen oder Kissenschlachten sind hier möglich, je nach Bedarf unserer Gäste, so Claudia Ferriere. Vormittags beginnt auch die Vorbereitung des Mittagessens in der Küche. „Wir kochen hier selbst, mit der Unterstützung zweier Mitarbeiterinnen. Unsere Gäste schälen und schneiden Kartoffeln, Gemüse und Obst hier in unserer neuen Küche selbst. Und manche bringen auch eigene Rezepte mit.“

Gekocht wird in der modernen, offenen Küche, gespeist und getrunken im Essraum gleich nebenan. „Die Gäste können vom Essraum aus sehen und riechen, was gerade zubereitet wird. - und bekommen so Appetit.“ Es folgt das Nachmittagsprogramm, zum Beispiel kreatives Malen, Basteln und Werken. Im Mittelpunkt steht auch wieder eine Mahlzeit, das tägliche Kaffeetrinken. „Wir backen jeden Tag frischen Kuchen. Auch ehrenamtliche Mitarbeiter machen beim Kochen und Backen mit. Übrigens: „Wir suchen noch Ehrenamtler!“ Regelmäßig zeigen die DRK-Mitarbeiter Filme oder bilden einen Lesekreis. Übers ganze Jahr verteilt runden Feiern und Feste, Ausflüge, Café- und Veranstaltungsbesuche oder auch schon mal ein Einkaufsbummel das Programm ab. „Jeder macht so mit wie er kann.“ Ergänzt wird die Tagespflege mit je einem Raum für Wellness, fürs Duschen und Baden und zum Wäschewaschen, dazu zwei Räume ausschließlich für Ruhe und Entspannung. „Es war uns wichtig, dass wir möglichst viel abdecken und eine Rundumversorgung bieten können.“ Sechs Hauptamtliche, ein Mitarbeiter im Freiwilligen Sozialen Jahr und ein Praktikant kümmern sich darum.

Sieben Wohnungen sind noch frei

Der Umbau des Erdgeschosses, indem sich früher „Plus“ und „Netto“ befanden, zur DRK-Tagespflege kostete rund 90 000 Euro. Danach wurden die bestehenden Wohnungen im Laufe des Jahres nach und nach komplett umgebaut, energetisch saniert und barrierefrei modernisiert. In den oberen vier Geschossen hat der Friemersheimer Spar- und Bauverein sein Großprojekt „alten- und behindertengerechtes Wohnen“ verwirklicht. Viel Wert legte die Genossenschaft auf barrierearme Bäder und einen neuen Aufzug. Die Balkone mit ihren Laubengängen wurden saniert, gegen Lärm und Dreck von der Straße eingehaust. Die meisten der 20 Wohnungen, zwischen 55 und 75 Quadratmeter groß, haben Senioren schon bezogen., Sie zahlen sechs Euro Kaltmiete pro Quadratmeter plus Nebenkosten. Sieben Wohnungen sind noch frei.

Insgesamt rund 1,4 Millionen Euro hat der Friemersheimer Spar- und Bauverein in das ehemalige Mehrfamilienhaus investiert. Mit dem neuesten Projekt der Genossenschaft ist ihr Vorsitzender Dietmar Vornweg rundum zufrieden: „ Für diese Ecke der Kreuzung ist das Haus jetzt ein deutliche Aufwertung!“ Aber: „Die Umsetzung des Brandkonzeptes hat uns ein gutes Jahr gekostet. Die Baugenehmigung kam im Spätsommer 2013. Das hat uns Zeit, Geld und Nerven gekostet“, erinnert sich Vornweg. „Aber wir sind froh, dass wir es gemacht haben.“ Der Umbau des gesamten Hauses dauerte dann rund 16 Monate. Was noch fehlt: Die Umgestaltung des Innenhofes sowie diverse bauliche Kleinigkeiten, sie sollen bald in Angriff genommen werden. Ein Hinweis ist Tagespflege-Leiterin Claudia Ferriere wichtig: „Auch Menschen mit der Pflegestufe null haben seit 1. Januar 2015 Anspruch auf Tagespflege, genauso wie Senioren mit Pflegestufe 1-3.“

Anbau mit 20 weiteren Wohnungen

Inzwischen blickt Vornweg schon wieder nach vorn. So soll ein Anbau entstehen, mit zusätzlich rund 20 alten- und behindertengerechten Wohnungen. Schon vor mehr als einem Jahr hat der Spar- und Bauverein das Gebäude Krefelder Straße 220-222 erworben. Gemeinsam mit dem DRK plant die Genossenschaft in dem zweiten Haus, weitere Wohnangebote für Senioren zu schaffen. Unten im Erdgeschoss befinden sich ein Frisörgeschäft und eine Praxis für Naturheilkunde: „Die oberen Etagen könnten wir auf mittlere Sicht ebenfalls zu alten- und barrierefreien Wohnungen umbauen. Hier wären Wohngruppen oder -gemeinschaften für Senioren möglich.“ Im Haus daneben betreibt der DRK Duisburg einen Nachbarschaftstreff.