Nachwuchs-Imker in Friemersheimer Familienzentrum

Sebastian Ewert zeigt den Kindern ganz viele fleißige Bienchen. Der erste Honig soll in vier bis sechs Wochen geschleudert werden.
Sebastian Ewert zeigt den Kindern ganz viele fleißige Bienchen. Der erste Honig soll in vier bis sechs Wochen geschleudert werden.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Friemersheimer Familienzentrum St. Josef hat ein eigenes Bienenvolk. Kinder waren von Anfang an Feuer und Flamme fürs Projekt, leichte Bedenken hatten eher die Eltern.

Duisburg-Friemersheim..  Wer an diesem sonnigen Tag auf dem Gelände des Familienzentrums St. Josef in Friemersheim ein Bienenvolk sehen möchte, braucht ein kleines bisschen Geduld. Grüppchenweise gehen die Kinder mit ihren Eltern durch einen Bauwagen, der als Durchgangsbereich zu einem besonders gehüteten Teil des Areals dient. Dort angekommen, treffen sie auf Sebastian Ewert (32) und tausende seiner kleinen Freunde. Heute zieht hier ein Bienenvolk ein.

„Der Imker Sebastian Ewert wohnt in der Nachbarschaft, sein Sohn Noah besucht das Familienzentrum, so war die Idee, Bienen zu halten, schnell geboren“, sagt Matthias Tilgner, Sprecher des Elternbeirates. Die Steppkes seien auch gleich von der Idee begeistert gewesen, ein bisschen Angst hätten eher die Eltern gehabt. „Stiche von Bienen sind eine absolute Seltenheit, es sei denn man quetscht die Tiere“, hatte Ewert im Vorfeld versichert. „Sie landen auch nicht auf dem Kuchen, das sind Wespen, die auch viel häufiger zustechen.“

Zur Vorbereitung auf den Einzug des Bienenvolks hatten sich die Kinder unter anderem im Rumelner Bienenmuseum ausgiebig informiert, viele Bilder angeschaut und auch Imker-Schutzkleidung gebastelt. Die sieht aus wie ein Schleier und besteht aus einem bunt bemalten Pappteller, an dessen Rand ein Netz befestigt ist. Die Kleinen stülpen Netz samt „Hut“ über den Kopf, das Netz hängt ihnen dann bis zur Hüfte herunter.

Rauchmaschine zur Beruhigung

Sebstian Ewert versprüht mit einem kleinen Maschinchen Rauch, das beruhigt die Tiere, sagt er. Dann entfernt er den Deckel und nimmt einen der Rahmen heraus. „Hier seht ihr die Waben und allerlei Drohnen und Arbeiterinnen, die Königin ist allerdings nicht dabei“, erklärt er. Diese sei deutlich größer, „man erkennt sie sofort“. Der Imker setzt das Rähmchen in den bunt bemalten Bienenstock des Familienzentrums, „ich habe mein Bienenvolk mitgebracht, einen Teil davon trete ich jetzt an den Kindergarten ab.“

Rund 5000 des insgesamt rund 40.000 Tiere umfassenden Volks finden im St. Josef-Stock ein neues Zuhause. Stück für Stück wächst das Volk dann, schon bald schlüpft auch eine neue Königin. Einmal pro Woche schaut Ewert jetzt bei seinem Bienen-Ableger vorbei, zusammen mit ihm kümmern sich die „Maxi-Kinder“, das sind die Vorschüler, um das „Projekt Biene“.

In vier bis sechs Wochen steht nach dem Einsetzen der Tiere samt Segnung durch Pfarrer Jörg Monier ein nächster Höhepunkt an. Es geht zur Ernte, sprich, zum Schleudern. Pro Schleudergang kann ein Bienenvolk bis zu 20 Kilogramm Honig liefern, pro Rähmchen rechnet der Experte mit zwei Kilogramm. Die Jungen und Mädchen freuen sich schon aufs Honigverputzen. Ein großes Honigfest hat die Einrichtung an der Bismarckstraße ebenfalls geplant...