Mit den Füßen träumen

Einen Sack Flöhe hätten die beiden Tanzpädagoginnen Melanie Maurer und Jasmin Ningel in den letzten drei Wochen zu hüten gehabt, sagte Andreas Wysny, Rektor der Marienfeldschule, am Samstag scherzhaft zu den Gästen in der bis auf den letzten Platz belegten Turnhalle des Albert-Einstein-Gymnasiums in Rumeln-Kaldenhausen. Damit meinte er die 191 Kinder seiner Schule. Darum wollte er den beiden Frauen auch gerne einen Sack Flöhe als Dank geben, den habe er aber unterwegs in der Turnhalle verloren. Stattdessen erhielten sie Blumensträuße – und das zu Recht.

Massenszenen

Denn in den drei Tanzprojektwochen haben Maurer und Ningel mit den Grundschülern eine Tanzchoreographie ausgearbeitet, die sich sehen lassen konnte. Das fanden auch die 600 Besucher in den zwei Vorstellungen am Samstag und feierten die Kinder mit tosendem Applaus.

In kleinen und großen Gruppen wurde getanzt. Das reichte von zeitgenössischem Tanz über Ausdruckstanz und Hip-Hop bis hin zu Choreographien, die die Kinder selbst entwickelt haben. Beeindruckend waren die Massenszenen, in denen rund 100 Kinder von beiden Seiten der AEG-Halle aufeinander zustürmten, kontrolliert durcheinander liefen oder sogar übereinander herliefen. Dabei gab es so gut wie keine Rempler oder Zusammenstöße. So war zum Teil, bis auf die Zuschauer, die ganze Halle in tanzender Bewegung.

Eine Stunde pro Tag haben die Schüler in den letzten drei Wochen dafür mit ihrer Jahrgangsstufe geübt. „Wir müssten auch mit Vorurteilen aufräumen“, sagte Melanie Maurer. Zum Beispiel, dass Tanzen „Mädchenkram“ sei. Vielmehr wurde den Kinder beigebracht, dass Tanzen auch ganz anders sein kann. Zum Beispiel: „Träumen mit den Füßen“. Aber auch sein eigenes Körpergefühl könne man besser kennenlernen und sogar mathematische Raumerfahrungen machen. Während der Vorbereitungszeit hielt jedes Kind für sich in einem eigenen Tanzbuch nur nicht die wichtigsten Dinge über das Tanzen an sich fest, sondern auch die Choreographie und die Laufwege.

Organisiert wurden die Projektwochen, die am Samstag ihren Abschluss fanden von den drei Lehrerinnen Erika Kremer, Katja Skrandies und Dagmar Giesen-Tetik. Einen ganz besonderen Dank sprach Schulleiter Wysny den Sponsoren aus: „Ein so langes und großes Projekt wäre aber ohne Unterstützung, sowohl finanziell als auch vom Festcharakter nicht zu stemmen und so haben sich die Organisatorinnen sehr über die Zuwendungen der Sparkasse gefreut. Mit Gerätschaften und Brötchen wurden Malzers Backstube sowie der Trinkgut-Markt in Rumeln als Unterstützer gefunden.“ Natürlich half auch der Förderverein materiell und ideell.