Machtverzicht – ganz freiwillig

Diesmal hatte er vorgesorgt. So sprichwörtlich gerupft wie in den vergangenen Jahren wollte Bezirksbürgermeister Hans-Joachim Paschmann nach der Altweiberparty nicht wieder zu Hause auftauchen. 2014 hatten ihn die Möhnen an den Marterpfahl gebunden, das Jahr davor in einen Käfig gesperrt. Diesmal steckte sich der Bürgermeister in ein Kostüm, in dem ihn die einen für einen Märchenprinzen halten sollten, die anderen für einen Bettelstudenten.

Den überdimensionalen Schlüssel des Bezirksrathauses wollte er dann ganz schnell loswerden: „Ist das nicht märchenhaft, ich gebe den Schlüssel ganz freiwillig ab.“ Was Obermöhne Brigitte Keller erst so gar nicht gefiel, hatte sie sich vor der Übernahme des Rathauses doch deutlich mehr Gegenwehr gewünscht. Hans-Joachim Paschmann musste erst noch auf die Knie fallen, vielmehr tat er das freiwillig, um die rund 50 Möhnen auf der Bühne davon zu überzeugen, dass sie die Gewalt über den Bezirk ohne jegliches Einsperren und Anbinden übernehmen durften.

Es sollte aber der gesamte Altweiber-Tag in der Hochheider Glückauf-Halle den Frauen gehören. Was auch Prinz Markus I., das Oberhaupt des Kulturausschusses Grafschafter Karneval, zu spüren bekam. Sprach auf der Bühne doch überwiegend Prinzessin Sabine I. „Ich habe in den letzten Tagen einige Worte aufgespart für heute“, begann sie ihre launig-witzige Rede, die wie stets mit Helau-Rufen und dem Überreichen von allerlei Orden endete. Viele davon gingen an Mitarbeiter des Bezirksamtes, die e hatten die bunte Altweiber-Party federführend organisiert...