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Plattenarchitektur

Leere Wohnungen im Roten Riesen in Hochheide

28.07.2010 | 16:41 Uhr
Leere Wohnungen im Roten Riesen in Hochheide
Hanielstraße 28: Die Vermietung läuft nicht wunschgemäß. Foto: Matthias Graben

Duisburg.Der Rote Riese ist das Vorzeigeprojekt im schwierigen Umfeld des Hochheider Hochhausviertels in Duisburg-Homberg. Der 20-Geschosser wurde für zwölf Millionen Euro kernsaniert. Die Vermietung der Wohnung ist aber schwierig.

Der Rote Riese, das 20-geschossige Hochhaus an der Hanielstraße im Hochheider Hochhausviertel, ist Sinnbild für die Alternative zum Abriss und soll als Beispiel dienen, wie sich mit jeder Menge Geld und neuen Konzepten veraltete Plattenarchitektur womöglich doch noch sinnvoll in die Moderne retten lässt. Doch nach knapp einem Jahr stehen die Investoren vor der Erkenntnis, dass sich die Vermietung zieht wie Kaugummi.

Ein Drittel der Wohnungen steht leer

Vor knapp einem Jahr, am 1. September 2009, zogen die ersten Mieter ein. Da waren 60 der insgesamt 144 Wohnungen vermietet. Bis heute sind es 90 geworden, bedeutet: ein Drittel der Wohnungen steht noch leer. Die Erwartungen haben sich damit nicht erfüllt.

Till Mundorf, Chef der Ding-Gruppe, der die ehemalige Ruine zwangsersteigerte und das Projekt entwickelte, hatte im Juni 2009 erklärt, dass man für ein Haus dieser Dimension üblicherweise nach einem Jahr mit der Vollvermietung rechnen könne. „Ich bin überzeugt, dass es bei uns nur ein halbes Jahr dauert“, sagte Mundorf damals dieser Zeitung.

Der Rote Riese ist ein Einzelkämpfer

Inzwischen hat der Projektentwickler reagiert: Die für die Vermietung zuständige Firma „Nidus“, die wenn überhaupt durch ihren kleinen Stand auf dem Hochheider Wochenmarkt auffiel, ist aus dem Rennen. Stattdessen will jetzt die „Wohnwerk GmbH“ aus Essen den Leerstand minimieren. Deren Geschäftsführer Dieter Heilmair nennt es im Gespräch mit der Redaktion zwar eine „anspruchsvolle Aufgabe“, ist aber dennoch überzeugt, den Riesen füllen zu können. „Das Problem ist, dass der Rote Riese in dem Umfeld bislang ein Einzelkämpfer für ein besseres Image ist“, sagt Heilmair.

Die meisten Wohnungen werden über Internetportale an den Mann gebracht. Wer allerdings dann nach Hochheide googelt, der findet Berichte über Vandalismus, Dreck, Intensivtäter und immer wieder das Schlagwort sozialer Brennpunkt. „Wer dann vor Ort ist, wird davon aber wenig sehen“, sagt Heilmair. Das Konzept eines Mehrgenerationenhauses hält er für „sehr gut“, hat aber Ideen für Verfeinerungen. Beispiel: die Senioren-WG. Drei Zimmer seien ideal für zwei Personen, zur Zielgruppe gehören eher Frauen, die nicht alleine leben wollen. „Natürlich sollen keine Fremden zusammen ziehen. Sie müssen sich erst kennen lernen, das ist ein Prozess von Wochen oder Monaten“, sagt Heilmair. Interessant mache die Idee die Miethalbierung, von den 840 Euro Warmmiete für eine Komfortwohnung wäre nur die Hälfte fällig.

Sanierung über einen Immobilienfonds

Die Essener Firma Wohnwerk ist für Wohnungsgesellschaften in Berlin und NRW aktiv, ein Schwerpunkt liegt im Ruhrgebiet. „Wir scheuen uns nicht vor schwierigen Beständen“, sagt der Geschäftsführer. „Wichtig ist, dass der Berater mit dem Mieter auf Augenhöhe ist und ihm das Gefühl gibt, dass er sich um ihn kümmert.“

In wie weit der neue Wohnungsvermittler erfolgreich ist, davon hängt eine Menge ab, nicht nur für den Roten Riesen, sondern auch für das Hochhausviertel. Finanziert wurde die Sanierung über einen Immobilienfonds, die Mieteinnahmen sind die Rendite für die Anleger. Mit dem Modell wollten die Investoren auch die zweite Hochhaus-Ruine wieder auf Vordermann bringen. Der „Blaue Riese“ sollte 500 Single-Wohnungen beherbergen. Doch seitdem die Vermietung des Roten Riesen lahmt, ist vom blauen Bruder keine Rede mehr.

Ingo Blazejewski

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Kommentare
22.10.2010
09:10
Leere Wohnungen im Roten Riesen in Hochheide
von Süsse | #23

Da muss ich leider zu stimmen! Wohne seit einem Jahr hier, habe aber
schon gekündigt. Gerade das Umfeld am Kiosk, ist nicht gerade eine
gute Reklame für das Haus. Habe den Film auf WDR gesehen „wohlbefinden bis
zur. 20. Etage“ da wurde berichtet und interviewt, keine Sozialschwachen oder
Mieter zu nehmen, die nicht in diesen Rahmen fallen. Aber ich
kann nur sagen, genau solche Mieter wurden genommen, um das Haus
Einigermassen voll zu kriegen. Und diese sind nun mal am Kiosk.

22.10.2010
08:35
Leere Wohnungen im Roten Riesen in Hochheide
von Bella | #22

Der Betreiber des Kiosk und die im Haus ansässige Caritas, sollten dafür sorgen, dass das Umfeld gereinigt wird. Es ist für ältere Leute eher abschreckend, wenn sie dort eine Wohnung besichtigen möchten und sehen welche Typen am Kiosk sitzen. Alte Menschen möchten ruhe und Sicherheit und nicht bis spät in die Nacht, grölenede Mitbewohner hören. Das gehört garantiert nicht, zum Altengerechtenwohnen!

21.10.2010
15:31
Leere Wohnungen im Roten Riesen in Hochheide
von HombergerJONG | #21

Die WAZ rafft es nie oder? Duisburg-Stadtteil Duisburg /Hochheide.

In Duisburg/Homberg gibt es kein Hochheide!

Es gibt wohl aber Duisburg/Alt-Homberg!

Duisburg/Hochheide!

Wann begreift das mal jemand bei der WAZ?

Wenn man einen Praktikanten einstellt und diese Arbeiten tätigen läßt kostet das die WAZ 4000€ an Lohnkosten.

ein fester Mitarbeiter kostet der WAZ 6000€.

Hat es finanzielle Gründe weßhalb die Artikel immer falsch geschrieben werden?

In ALT HOMBERG gibt es ein Heimatmuseum.Ich empfehle ihnen einen Besuch in diesem.

Dort können sie sich informieren über ALT HOMBERG!


Sorry aber ich bekomme hier jedesmal das große Brechen im HALS!

Ihnen ist es zu verdanken das Traditionen und Tatsachen verdrängt und dann vergessen wurden!

Nochmal zum Bericht: Wer bitte will denn in so Buden einziehen? Kein normaler Mensch aus der Gegend!

Nur weils angestrichen wurde ändert es nichts an der Tatsache das die Leute die Riesen nicht wollen!

Schade ums viele Geld! Weiß eigentlich jetzt wem die jetzt gehören als Eigentümer?!

Die Südsiedlung die wollte jeder früher abreissen ging nicht schnell genug.Aber diese hässlichen Hochhäuser-das will keiner abreissen.Verkorkstes Hochheide bzw Alt-Homberger Rat!

21.10.2010
12:03
Leere Wohnungen im Roten Riesen in Hochheide
von Bella | #20

Man kann verstehen, warum so viele Wohnungen noch leer stehen. man sieht sich nur das Umfeld an. Ungepflegte Hausanlage, in der Tiefgarage steht das Wasser. Am Kiosk, stehen genau wieder die Leute, die das Sozialeumfeld nicht gerade heben. Wollte da einziehen, bin aber schnell abgehauen, als ich sah, welche Leute am Kiosk (mit Bierflasche) standen.

10.08.2010
16:26
Leere Wohnungen im Roten Riesen in Hochheide
von C. Markovski | #19

Ich habe Hochheide nach 29 Jahren im Jahr 2000 verlassen und solange die Weissen Riesen nicht endlich abgerissen werden, ist an eine Rückkehr überhaupt nicht zu denken. Mein Heimatstadtteil ist unter diesen Bedingungen einfach nicht lebenswert.

30.07.2010
08:30
Roter Riese: ein Drittel steht leer
von Gerlinde Wolters-Schmeinck | #18

Hochheider Ladenstadt hat ab morgen wieder einen Möbelladen. Dort kann man für seine rotriesige Wohnung seniorengerecht und seniorengerechte Möbel kaufen.

29.07.2010
16:08
Roter Riese: ein Drittel steht leer
von Angelina de Lucca | #17

Hat denn die Awo für ihre gerade entstehende Einrichtung Ecke Moerser-/Ehrenstraße genügend Interessenten? Hoffentlich steht das Teil nicht bald leer und zum Verkauf!

29.07.2010
11:26
Roter Riese: ein Drittel steht leer
von Schwafheimer | #16

Schade, dass die Platte noch steht.
für #1

29.07.2010
10:23
Roter Riese: ein Drittel steht leer
von Elmex am Morgen | #15

Duisburg hat einen großen Bedarf an Billigwohnungen. Da die Gebag diesen Bedarf nicht decken kann, ist man angewiesen auf die Hochhäuser in Hochheide. Die können also nicht abgerissen werden.

29.07.2010
10:19
Roter Riese: ein Drittel steht leer
von Sibylle K. | #14

Welche Zeitung lügt denn jetzt? In der RP wird behauptet, nur die Hälfte der Wohnungen sei vermietet, sprich 72.

Ich jedenfalls möchte in dieser verruchten Ecke Hochheides nicht leben. Davon abgesehen, könnte ich mir noch nicht einmal die kleinere Wohnung leisten.

Wieso man die Hochhäuser nicht abgerissen, bzw. rückgebaut hat, ist mir unklar. Kamp-Lintfort hat sich jedenfalls von den Schandmalen der 70er Jahre trennen können.

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